SpaceX-IPO: Warum eine 4‑fache Überzeichnung keinen starken Börsenstart garantiert

SpaceX-IPO: Warum eine 4‑fache Überzeichnung keinen starken Börsenstart garantiert
Devesh Kumar
11. Juni 2026, 11:32 AM

Unterstützt von

Invezz
SpaceX‑IPO‑Aktien (SPCX an der Nasdaq)

Die gelistete Aktie nur nach der Preisfestsetzung/Auktion am ersten Handelstag kaufen, wenn sie unter $135 eröffnet und sich hält. Die These: fester Preis + nach Zuteilungen gesteuerte Nachfrage bedeutet, dass die „reale“ Käuferbasis kleiner ist als das Schlagzeilen‑Orderbuch, sodass der frühe Handel nach unten überschiessen kann. Stabilisiert sich der Kurs schnell, ergibt sich ein Bewertungs‑Reset gegenüber dem $165‑Base‑Case und der schrumpfenden impliziten Prämie des Marktes.

Kernrisiko: Die Aktie eröffnet deutlich tiefer und fällt weiter, weil die Nachfrage nach dem IPO tatsächlich schwach ist (nicht nur Zuteilungsrauschen).

SPCX Perpetual‑Kontrakt (Hyperliquid)

In SPCX‑Perpetuals vor dem Nasdaq‑Debüt verkaufen. Das IPO‑Orderbuch ist riesig, aber der Artikel zeigt, dass die „Prämie“ eingebrochen ist (von ~60% auf ~16%), was bedeutet, dass Händler bereits weniger für den First‑Day‑Pop bezahlen. Bei festem Ausgabepreis von $135 wirkt sich die Überzeichnung vor allem auf die Zuteilung aus, nicht auf die Preisfindung. Falls der synthetische Markt weiter nach unten bewertet, dürfte die Begeisterung am ersten Handelstag schnell abflauen.

Kernrisiko: Krypto‑Risk‑off (BTC/ETH steigen stark) hebt SPCX und erzwingt trotz schwacher IPO‑Anschlusskäufe ein größeres Anziehen nach oben.

  • SpaceX‑Börsengang zieht Vorbestellungen über $250 Milliarden für eine $75‑Milliarden‑Notierung an der Nasdaq an.
  • Fester Ausgabepreis von $135 bedeutet, dass die Nachfrage die Zuteilung beeinflusst, nicht den endgültigen Preis.
  • Der SPCX‑Kontrakt auf Hyperliquid zeigt, dass die Prämie für den ersten Handelstag vor dem Debüt schrumpft.

SpaceX geht mit einer Nachfrage in sein Nasdaq-Debüt, von der die meisten Unternehmen nur träumen können.

Das von Elon Musk geführte Unternehmen hat Berichten zufolge rund 250 Milliarden USD (ca. 218,1 Milliarden €) an Investorenorders für einen 75 Milliarden USD (ca. 65,4 Milliarden €) Börsengang angezogen und wäre damit das größte jemals versuchte öffentliche Listing.

Auf dem Papier sieht das nach einem Blockbuster aus, aber starke Nachfrage im Orderbuch bedeutet nicht automatisch einen starken ersten Handelstag.

Da die Preisfestsetzung voraussichtlich am Donnerstag erfolgt und der Handel am Freitag beginnen soll, besteht beim SpaceX-Börsengang nun das Risiko, dass ein Großteil der Euphorie bereits eingepreist ist.

Das 250‑Milliarden‑Dollar‑Orderbuch hat einen Haken

Die Schlagzeile zur Nachfrage ist beeindruckend, braucht aber Kontext.

SpaceX ist einen ungewöhnlichen Weg gegangen und hat einen festen Ausgabepreis von $135 pro Aktie festgelegt.

Bei einem traditionellen Börsengang erlaubt starke Nachfrage den Banken, die Preisspanne vor dem Abschluss anzuheben; das bringt dem Unternehmen mehr Kapital und setzt die Erwartungen vor dem ersten Handel zurück.

Dieses Mal wird das Angebot jedoch um einen festen Preis vermarktet. Das bedeutet, dass zusätzliche Nachfrage hauptsächlich darüber entscheidet, wer Anteile erhält, nicht darüber, was sie zahlen.

Es gibt eine weitere Komplikation: Institutionelle Anleger beantragen bei populären IPOs oft deutlich mehr Aktien, als sie voraussichtlich zugeteilt bekommen.

Ein Fonds, der 100 Millionen USD (ca. 87,2 Millionen €) an Aktien möchte, kann mehrere Male diese Menge ordern, weil er mit Rückkürzungen bei der Zuteilung rechnet.

Das macht die Nachfrage nicht unecht, bedeutet aber, dass ein Orderbuch über 250 Milliarden USD (ca. 218,1 Milliarden €) nicht gleichbedeutend ist mit 250 Milliarden USD (ca. 218,1 Milliarden €) an garantierten Käufen, sobald die Aktie gehandelt wird.

Die Überzeichnungszahl zeigt Interesse, garantiert aber keine anschließenden Käufe.

Außerdem lesen – So kaufen Sie 2026 SpaceX‑Aktien: vor und nach dem Börsengang

SpaceX‑IPO: Der Graumarkt zeichnet ein anderes Bild

Das interessanteste Signal könnte von außerhalb des IPO‑Orderbuchs kommen.

Auf Hyperliquid, einer Krypto‑Derivateplattform, ist der SPCX‑Perpetual‑Futures‑Kontrakt zur nächsten Annäherung an einen Live‑Marktpreis für SpaceX vor dem Listing geworden.

CoinDesk berichtete, dass der Kontrakt innerhalb von drei Wochen um 27% fiel – von rund $216 Mitte Mai auf etwa $157 am 10. Juni.

Das lässt den synthetischen Preis zwar noch über dem IPO‑Niveau von $135, doch die implizierte Prämie für den ersten Handelstag hat sich deutlich verringert.

Im Mai bewerteten Händler SpaceX effektiv etwa 60% über dem Ausgabepreis. Bis Mittwoch lag diese Prämie näher bei 16%.

Wichtige Vorbehalte sind zu beachten: Hyperliquid ist nicht die Nasdaq, und der Kontrakt ist ein gehebeltes, rund um die Uhr im Kryptomarkt gehandeltes Instrument, das von breiteren Bewegungen bei digitalen Assets beeinflusst werden kann.

Es ist außerdem ein synthetisches Instrument, keine tatsächliche SpaceX‑Aktie.

Dennoch ist das relevant, weil es einer der wenigen Orte ist, an denen Händler vor dem IPO echtes Kapital hinter eine Einschätzung setzen.

Die Wall Street ist gespalten

Die Bewertung von SpaceX hat bereits ungewöhnlich scharfe Kritik geerntet, bevor die Aktie überhaupt gelistet ist.

Jim Chanos, der Leerverkäufer, der vor allem für seinen Enron‑Call bekannt ist, sagte Reuters, SpaceX sei „nicht $1750000000000 wert“ auf Basis vernünftiger Annahmen für die nächsten fünf Jahre.

Er beschrieb das Angebot außerdem als einen „Hopes‑and‑dreams‑Börsengang“ und verwies auf eine Bewertung von grob dem 90‑fachen des Umsatzes, verglichen mit etwa dem 14‑fachen bei Tesla.

Steve Eisman, bekannt aus „The Big Short“, äußerte sich ebenfalls vorsichtig.

Laut Business Insider sagte Eisman, seine Sorge gelte weniger dem Weltraumgeschäft als vielmehr den wachsenden KI‑Ambitionen des Unternehmens.

„Es ist nicht einmal der Weltraum, der so schwierig ist. Es ist die KI“, sagte er und wies dabei auf den Anstieg der Investitionsausgaben von 42% des Umsatzes 2023 auf 215% im ersten Quartal 2026 hin.

Das Bull‑Szenario ist ebenso überzeugend. New Street Research‑Analyst Pierre Ferragu nahm SpaceX mit einem Kursziel von $165 in die Berichterstattung auf, wie auf Stocktwits berichtet wurde.

Das impliziert Aufwärtspotenzial gegenüber dem Ausgabepreis von $135. Sein optimistischeres Szenario sieht die Aktie bei $330, falls SpaceX in Starlink, Startdienste und KI‑bezogene Infrastruktur erfolgreich liefern kann.