Warum die Aktien von Nebius und CoreWeave zuletzt an Schwung verloren haben

Warum die Aktien von Nebius und CoreWeave zuletzt an Schwung verloren haben
Crispus Nyaga
12. Juni 2026, 15:48 PM

Unterstützt von

Invezz
Nebius (NBIS) buy

Buy NBIS. Die Daten zeigen explosives Umsatzwachstum (Q1 +684% im Jahresvergleich) und glaubhafte Nachfrage von Hyperscalern (META-$27B-Deal). Der Rücksetzer ist durch Gewinnmitnahmen und steigendes Short-Interest bedingt, nicht durch einen Einbruch der Auftragslage. Bleibt das Wachstum auf Kurs, geraten Leerverkäufer unter Druck, wenn die Schätzungen in Richtung des Umsatzpfads von $3.4B (2025) und $11.2B (2026) nach oben revidiert werden.

Kernrisiko: GPU-/Server-Abschreibungen und Capex könnten strukturell schlechter ausfallen als erwartet, was Margendruck oder verwässernde Finanzierungen nach sich zieht und die Wachstums-zu-Gewinn-Story bricht.

CoreWeave (CRWV) buy

Buy CRWV. Der Anstieg des Backlogs auf nahezu $100B zusammen mit dem Umsatzsprung auf $2.07B (von $982M) spricht für eine robuste Nachfrage. Der Kursrückgang um 32 % wirkt wie eine Auflösungsbewegung von Positionen im Zusammenhang mit Short-Interest und Angst vor neuen NVIDIA-Zyklen, doch das Backlog reduziert das Risiko kurzfristiger Umsatzenttäuschungen.

Kernrisiko: Ein neuer GPU-/Server-Zyklus oder Neuverhandlungen durch Kunden könnten dazu führen, dass das Backlog langsamer umgeschlagen wird als erwartet und eine Finanzierungs-/Verwässerungsspirale auslösen.

  • Die Aktien von Nebius und CoreWeave haben zuletzt nachgegeben.
  • Beide gehören zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen an der Wall Street.
  • Es bestehen Bedenken hinsichtlich Verschuldung, steigender Kosten und Abschreibungen.

Die Aktien von Nebius und CoreWeave gaben in den vergangenen Tagen nach, da Anleger Gewinne mitnahmen und das Short-Interest anstieg. Die CRWV-Aktie fiel auf $95 zurück und liegt damit 32 % unter ihrem Höchststand im Mai. Ebenso ist die NBIS-Aktie fast 20 % unter dem Jahreshoch gefallen.

Wachstum bei Nebius und CoreWeave beschleunigt sich

Neoclouds gehören in diesem Jahr zu den am schnellsten wachsenden Unternehmen, da die Nachfrage nach Rechenleistung stark gestiegen ist. Dieses Wachstum zeigt sich in den umfangreichen Verträgen, die sie in den letzten Jahren abgeschlossen haben.

Zum Beispiel schloss die Nebius Group kürzlich einen großen $27 billion Deal mit Meta Platforms (META). CoreWeave ging ebenfalls bedeutende Partnerschaften mit Unternehmen wie Microsoft, Meta Platforms und Anthropic ein. 

Diese Verträge treiben ihr Umsatzwachstum voran. So zeigen die jüngsten Zahlen, dass Nebius im ersten Quartal 399 Mio. $ Umsatz erzielte, ein Plus von 684 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Wall-Street-Analysten erwarten, dass das Wachstum anhält und der Jahresumsatz in diesem Jahr bei $3.4 Milliarden und im nächsten Jahr bei $11.2 Milliarden liegen wird. 

CoreWeave hingegen gab an, dass der Umsatz auf $2.07 Milliarden stieg, nach $982 Millionen im Vorjahr. Analysten rechnen damit, dass der Jahresumsatz in diesem Jahr um 146 % auf $12.67 Milliarden ansteigt und im nächsten Jahr $24 Milliarden erreicht. Der Umsatzauftragsbestand stieg auf fast $100 Milliarden.

Anleger gehen bei NBIS und CRWV Short

Trotz dieser Zahlen gibt es Hinweise darauf, dass Anleger auf fallende Kurse dieser Unternehmen setzen. Nebius weist eine Leerverkaufsquote von 20 % auf, CoreWeave 14 %. Auch andere Unternehmen der Neocloud-Branche wie IREN, Bitfarms und MARA Holdings verzeichnen hohes Short-Interest.

Das hat mehrere Gründe. Erstens verzeichnen diese Unternehmen hohe Abschreibungsraten. Die jüngsten Zahlen zeigten, dass Nebius Abschreibungen und Amortisationen in Höhe von $210 Millionen hatte, ein Anstieg von 332 % gegenüber dem Vorjahr. Die D&A-Kosten von CoreWeave stiegen auf $1.15 Milliarden und machen damit 50 % des Gesamtumsatzes aus. 

Ein wesentliches Risiko besteht darin, dass die GPUs und Server, in die sie derzeit stark investieren, ihren Wert verlieren könnten, sobald NVIDIA neue Modelle auf den Markt bringt. 

Ein weiterer Hauptgrund für die verstärkten Leerverkäufe ist, dass diese Unternehmen ihre Verschuldung jüngst erhöht haben. Daten zeigen, dass Nebius seine Gesamtverschuldung auf über $9.5 Milliarden ausgeweitet hat. CoreWeave hat aggressiver aufgenommen und seine Schulden stiegen auf über $25 Milliarden. 

Die Unternehmen haben zudem stark verwässert, um ihre Investitionen zu finanzieren. Ein erheblicher Teil ihrer Gesamtverschuldung besteht aus Wandelanleihen, die im Zeitverlauf letztlich in Eigenkapital umgewandelt werden. 

Der Wettbewerb hat in der Branche zugenommen, da immer mehr Unternehmen ähnliche Produkte auf den Markt bringen. Ein Großteil dieses Wettbewerbs kommt von Bitcoin-Mining-Firmen, die in das Segment expandiert haben. Dazu gehören Unternehmen wie MARA Holdings, Riot Platforms und Cipher Mining. 

Positiv zu vermerken ist, dass CoreWeave und Nebius in der Branche faktisch ein Duopol bilden, was ihnen helfen dürfte, langfristig weiterhin neue Kunden zu gewinnen.