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Warum kluge Investoren Nvidia meiden, während andere Chipwerte steigen

Warum kluge Investoren Nvidia meiden, während andere Chipwerte steigen
Devesh Kumar
23. Juni 2026, 05:52 AM

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Micron (MU)

Kaufen: Micron (NASDAQ: MU). Der Markt hat sich von GPUs hin zu Speicher gedreht, da KI‑Rechenzentren massive Speicher- und Bandbreitenanforderungen benötigen. MU ist der sauberste Weg, an dieser zweiten Welle teilzuhaben, während Nvidias Bewertungsmultiple sich abkühlt. Wenn die KI-Investitionsausgaben (Capex) stark bleiben, sollte die Speichernachfrage weiter wachsen, selbst wenn die Preisgestaltungsmacht bei GPUs nachlässt.

Kernrisiko: Der Ausbau von KI‑Rechenzentren verlangsamt sich oder Angebot/Nachfrage bei Speicher schwanken stark, was Speicherpreise und Margen einbrechen lässt.

Marvell (MRVL)

Kaufen: Marvell (NASDAQ: MRVL). Der Artikel hebt optische Netzwerktechnik und kundenspezifisches Silizium hervor, da Hyperscaler ihre Infrastruktur über Nvidia hinaus ausweiten. MRVL ist gut positioniert, um von höheren Ausgaben für Netzwerkkomponenten und von Ökosystemen für kundenspezifische Chips zu profitieren, die parallel zu (nicht anstelle von) GPUs wachsen.

Kernrisiko: Die Nachfrage nach Netzwerk- oder kundenspezifischem Silizium fällt schwächer aus als erwartet oder Hyperscaler verlagern Ausgaben weg von MRVLs Plattformen, sodass das Umsatzwachstum hinter den Erwartungen bleibt.

  • Nvidias herausragendes Quartal hat dessen relative Underperformance nicht gestoppt.
  • Die Halbleiterrallye hat sich auf Speicher, Networking und kundenspezifisches Silizium ausgeweitet.
  • Hyperscaler bauen Alternativen, um die Abhängigkeit von Nvidia zu reduzieren.

Die Nvidia-Aktie NASDAQ:NVDA bleibt bei der Halbleiterrallye zurück, obwohl der weltweit wichtigste KI-Chiphersteller erneut ein herausragendes Quartal lieferte.

Das Paradoxon ist schwer zu übersehen, denn Nvidia meldete gerade ein Umsatzwachstum von 85 %, gab einen Ausblick auf etwa 91 Milliarden USD (ca. 79,4 Milliarden €) Umsatz im nächsten Quartal und CEO Jensen Huang bezeichnete den KI-Ausbau als „die größte Infrastrukturerweiterung in der Menschheitsgeschichte.“

Dennoch liegt die Aktie 2026 nur um etwa 12 % im Plus, während breitere Chip-Benchmarks stark gestiegen sind.

Außerhalb von Nvidias Schatten

Der Halbleiterhandel brummt weiter. Er hat sich schlichtweg über Nvidia hinaus ausgeweitet.

Speicherwerte sind zu den neuen Favoriten des Marktes geworden, da Micron und Sandisk stark gestiegen sind, weil Anleger darauf wetten, dass KI-Rechenzentren nicht nur GPUs, sondern enorme Mengen an Speicher, Storage und Netzwerkkapazität benötigen.

Der VanEck Semiconductor ETF liegt in diesem Jahr mehr als 80 % im Plus, während auch der PHLX Semiconductor Index eine historische Rallye gezeigt hat.

Das macht Nvidias relative Underperformance auffällig.

Dabei handelt es sich nicht um ein schwaches Unternehmen, das für schlechte Umsetzung bestraft wird, sondern um ein hervorragendes Unternehmen, das vorsichtiger bewertet wird, weil Anleger sich fragen, wie viel Aufwärtspotenzial nach Jahren außergewöhnlicher Gewinne noch verbleibt.

Laut Barron handelt Nvidia bei etwa dem 20,2‑fachen der erwarteten Gewinne, unter dem Durchschnitt des Halbleiterindex von 26,8‑fach.

Dieser Abschlag zeigt, dass Anleger Nvidias Dominanz weiterhin respektieren, aber nicht mehr bereit sind, Spitzenmultiples dafür zu bezahlen.

Die Rallye hat sich auf Infrastrukturwerte, kundenspezifisches Silizium, Speicher und Networking ausgeweitet.

Die Hyperscaler bauen ihre eigenen Ausstiege

Das größte Risiko für Nvidia ist, dass die größten Käufer disziplinierter werden.

Microsoft und Meta arbeiten an eigenen KI-Chips, um die Abhängigkeit von Nvidia zu verringern. Amazons Trainium und Googles TPUs gewinnen als günstigere Alternativen für bestimmte Workloads an Bedeutung.

Das bedeutet nicht, dass sie Nvidia über Nacht ersetzen. Es bedeutet jedoch, dass Nvidias Kunden aktiv Verhandlungsmacht aufbauen.

Wedbush-Analyst Matt Bryson sagte Barron’s, dass die Nachfrage nach alternativen Lösungen wachse, weil „es all diese Alternativen“ gebe.

Lloyd Walmsley von Mizuho war vorsichtiger und sagte, „vieles ist heute noch unbekannt“, wie weit hausinterne Siliziumlösungen gehen können.

Das bullische Argument bleibt weiterhin stark. UBS-Analyst Timothy Arcuri hat dargelegt, dass Nvidia ein beachtliches Burggraben-Ökosystem aus Hardware, Software und Netzwerk aufgebaut habe.

Doch selbst dieses Argument enthält inzwischen eine Einschränkung.

Arcuri hat zudem darauf hingewiesen, dass Anleger die Chancen für AMD und Server‑CPUs möglicherweise unterschätzen, da agentische KI die Verteilung der Rechenlasten verändert.

James Schneider von Goldman Sachs hat einen ähnlichen Punkt aus einer anderen Perspektive vorgebracht.

Sein Team sieht Aufwärtspotenzial für Unternehmen wie Marvell durch höhere Investitionsausgaben (Capex) der Hyperscaler, Nachfrage nach optischer Netzwerktechnik und Chancen im Bereich kundenspezifischer Chips.

Nvidia steht nicht vor einem Zusammenbruch, aber der KI‑Hardware‑Boom liegt nicht mehr ausschließlich in Nvidias Hand.