Googles TPU-Dynamik könnte neue Gewinner in der gesamten KI-Lieferkette schaffen: Diese Aktien könnten davon profitieren

Googles TPU-Dynamik könnte neue Gewinner in der gesamten KI-Lieferkette schaffen: Diese Aktien könnten davon profitieren
Vatsala Gaur
28. Nov. 2025, 15:59 PM
  • Googles wachsendes TPU-Ökosystem stellt Nvidia vor Herausforderungen und schafft Chancen für vielfältige Lieferkettenanbieter.
  • Der Erfolg von Gemini 3 und mögliche Meta-Partnerschaften deuten auf eine kommerzielle Verschiebung hin zu Googles Chips.
  • Citrini Research identifiziert Gewinner in der Lieferkette, da die Nachfrage nach KI-Hardware über GPUs hinaus diversifiziert wird.

Die Hardwarelandschaft der künstlichen Intelligenz zeigt frühe Anzeichen einer Neuausrichtung, da Analysten von Citrini Research auf die zunehmende Popularität von Googles Tensor-Verarbeitungseinheiten, den TPUs, hinweisen.

Während Nvidia weiterhin der dominierende Anbieter von Grafikprozessoren ist – der Motor des heutigen KI-Booms – hat der Erfolg von Googles Gemini-3-Modell eine erneute Prüfung darüber ausgelöst, ob alternative Architekturen sinnvoll an Boden gewinnen können.

Die Leistung von Gemini 3, angetrieben von TPUs statt von GPUs, veranlasst Investoren und Entwickler, ihre langfristige Abhängigkeit von Nvidias Technologie neu zu bewerten.

Da sich Google sowohl als Modellentwickler als auch als Chip-Anbieter positioniert, scheint sich das TPU-Ökosystem nun von experimentell zu zunehmend kommerziell zu entwickeln.

"Obwohl die Zeichen schon seit einiger Zeit offensichtlich waren, hat sich die Wahrnehmung des Marktes von Google in den letzten Monaten dramatisch umgewandelt – von einem KI-Verlierer, der seine Suchdominanz verliert, zu einem Jagdpferd, das dazu bestimmt ist, die meisten Konsens-KI-Gewinner zu untergraben...", schrieben Analysten von Citrini.

Meta-Interesse unterstreicht den frühen kommerziellen Wandel

Berichte Anfang dieser Woche deuteten darauf hin, dass Meta Platforms möglicherweise mit Google verhandelt, um TPUs im Wert von Milliarden Dollar zu kaufen oder zu leasen.

Obwohl noch keine Vereinbarung bestätigt wurde, zeigt die Entwicklung ein wachsendes Interesse daran, Frontier-Modelle zu trainieren, ohne ausschließlich auf Nvidia-Hardware zu setzen.

Citrini merkt an, dass die TPU-Chance seit Monaten wächst.

Der Aktienkurs von Alphabet hat in letzter Zeit den von Nvidia übertroffen und spiegelt die sich wandelnde Wahrnehmung der Positionen der beiden Unternehmen im KI-Rennen wider.

Jahrelang war Nvidias CUDA-Software-Ökosystem ein mächtiger Wassergraben – einer, der Entwickler an GPU-basierte Beschleunigung gebunden hat.

Aber Partnerschaftsgespräche mit Meta, Anthropic und Fluidstack deuten darauf hin, dass Moat im Laufe der Zeit verengt werden könnte.

Lieferanten sehen Potenzial in einem diversifizierteren KI-Chipmarkt

Citrini Research argumentiert, dass die relevante Frage nicht mehr ist, ob TPUs wettbewerbsfähig sind, sondern wie schnell der Markt wachsen könnte, wenn Hyperscaler über Nvidia hinaus diversifizieren.

Wenn die Einführung von TPU sich beschleunigt, könnte sie die Nachfrage auf Unternehmen umleiten, die in dieser Lieferkette eingebettet sind.

Citrini hat eine Gruppe von Unternehmen vorgestellt, die direkt von einer breiteren TPU-Einführung profitieren könnten, und hat börsennotierte Anbieter wie TSMC (TSM), ASE (TW:3711), Amkor (AMKR), Micron (MU), Lumentum (LITE), TTM Technologies (TTMI), SK Hynix (KR:000660), Unimicron (TW:3037), Apple (AAPL), SiTime (SITM) und Macom (MTSI) benannt.

Halbleiterhersteller wie TSMC, ASE und Amkor werden voraussichtlich von fortschrittlichen Verpackungsanforderungen profitieren, insbesondere der CoWoS-Montage, die für das Training von KI-Chips im Maßstab entscheidend ist.

Speicheranbieter wie Micron, SK Hynix und Samsung könnten ebenfalls profitieren, da hochbandbreiter Speicher weiterhin ein Engpass für TPU- und GPU-gesteuertes Rechnen darstellt.

Leiterplattenlieferanten wie TTM Technologies, Unimicron und Isu Petasys gelten als gut geeignet, um die nächste Generation von TPU-Konfigurationen zu bedienen, die höhere Dichte und spezialisierte Routing erfordern.

Hersteller optischer Bauteile, darunter Lumentum, könnten durch ihre Rolle im Bereich der optischen Schaltung für Rechenzentrums-Workloads eine steigende Nachfrage erfahren.

Citrini hebt außerdem potenzielle Nutzer wie Apple hervor, das TPUs für cloudbasierte Inferenzen in zukünftigen Siri-Intelligence-Implementierungen nutzen könnte.

Die Chiphersteller SiTime und MACOM sind ebenfalls darauf vorbereitet, von einem Wechsel zu 1,6-terabit-optischen Modulen für Hochgeschwindigkeits-Datenübertragung zu profitieren.

Die TPU-Akzeptanz ist weiterhin mit hohen Umschaltkosten konfrontiert

Trotz wachsender Dynamik warnen Analysten, dass der Übergang von der Nvidia-Architektur teuer und technisch komplex bleibt.

Softwarekompatibilität, Entwicklerkenntnisse und Bereitstellungslogistik begünstigen weiterhin GPUs.

Nvidia hält immer noch fast 90 % Anteil am KI-Beschleunigermarkt, und jede Fragmentierung würde wahrscheinlich allmählich stattfinden statt über Nacht.

Dennoch sieht Citrini Research das Risiko für Nvidias Margen langfristig steigen.

Wenn TPUs in großem Umfang kommerzielle Akzeptanz erreichen, könnten NVIDIAs Premiumpreise – gestützt auf historisch knappes Angebot – unter Druck geraten.

Vorerst liegt Nvidia weiterhin vorne – aber das Terrain unter dem KI-Hardwaremarkt verändert sich.

Ob sich Googles TPU-Ökosystem zu einer echten zweiten Säule der globalen KI-Infrastruktur entwickelt, könnte die nächste Wachstumsphase in der Halbleiterlieferkette bestimmen.