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Rheinmetall-Aktie: Warum Deutschland dem größten Rüstungsunternehmen massiv schadete

Rheinmetall-Aktie: Warum Deutschland dem größten Rüstungsunternehmen massiv schadete
Wajeeh Khan
24. Juni 2026, 17:41 PM

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TKMS (TKMS)

TKMS kaufen. Am selben Tag wandte sich Deutschland der Beschaffung von acht Meko A-200-Fregatten bei TKMS zu, mit €6,3 Milliarden für die ersten vier und Optionen auf vier weitere. Das ist eine direkte, kurzfristige Verbesserung der Umsatzsichtbarkeit gegenüber Wettbewerbern und wird Kapital wahrscheinlich zum „Gewinner“ der neuen deutschen Marineplanung lenken.

Kernrisiko: Der Meko A-200-Deal verzögert sich, wird neu verhandelt oder erleidet große Liefer-/Kostenprobleme, die den erwarteten Cashflow-Vorteil zunichtemachen.

Rheinmetall (RHM)

RHM verkaufen. Deutschland hat das F126-Fregattenprogramm gestrichen — RHM war als Generalunternehmer vorgesehen und hatte seine Ausführung darauf aufgebaut (einschließlich der Übernahme der Werft NVL). Erwarten Sie weiteren Ergebnisdruck durch Abschreibungen und einen langsameren Ersatz des verlorenen Marine-Cashflows; die Aktie enthält bereits viel Negativszenario, aber das Risiko in der Auftragslage ist nun strukturell über die EU-Beschaffung hinweg.

Kernrisiko: Deutschland kehrt seine Entscheidung um und vergibt schnell einen neuen großen Marineauftrag an RHM, der die weggefallenen F126-Umsätze ersetzt.

  • Rheinmetall-Aktie stürzt ab, nachdem Deutschland das F126-Fregattenprogramm gestrichen hat.
  • Die Ankündigung zog auch Wettbewerber wie Hensoldt, Renk und Saab nach unten.
  • Der Konkurrent TKMS trotzte dem breiten Ausverkauf und stieg am Mittwoch deutlich.

Die Aktien der Rheinmetall AG (RHM) fallen am Mittwoch – auf dem Weg zu einem der schärfsten Tagesverluste überhaupt – wegen eines schweren Rückschlags für das Marinegeschäft des Unternehmens.

Am 24. Jun. teilte das deutsche Verteidigungsministerium mit, dass es das „milliarden Euro“ schwere F126-Fregattenprogramm streiche, das als das größte Marinebeschaffungsprojekt für die Deutsche Marine seit dem Zweiten Weltkrieg vorgesehen war.

Einschließlich des heutigen Absturzes liegt die Rheinmetall-Aktie mehr als 50% unter ihrem Jahreshoch.

Darum stürzte die Rheinmetall-Aktie heute ab

Rheinmetall war dafür vorgesehen, als Generalunternehmer für das F126-Fregattenprogramm aufzutreten.

Das Management hatte aktiv auf den Vertragsabschluss im Q2 gezielt und erwartete dadurch mindestens €12 Milliarden an Auftragseingang.

Analysten von Morgan Stanley schätzen, dass die plötzliche Streichung RHM dazu zwingen würde, rund €2 Milliarden an Abschreibungen vorzunehmen.

Hauptursache ist die jüngste €1,5 Milliarden schwere Übernahme der Werft Naval Vessels Lürssen (NVL) — ein strategischer Schritt, der gezielt darauf abzielte, die Umsetzung des F126-Projekts abzusichern.

Das Verteidigungsministerium nannte erhebliche Software-Verzögerungen, anhaltende Reibungen und prognostizierte Kostenüberschreitungen, die bei Fortführung des Programms die Gesamtrechnung über €18 Milliarden getrieben hätten.

TKMS-Aktien trotzen dem Ausverkauf im Verteidigungssektor

Statt mit den F126-„Superfregatten“ fortzufahren, hat Berlin komplett umgesteuert.

Am Mittwoch kündigte die Bundesregierung an, acht kleinere Meko A-200-Fregatten vom direkten Wettbewerber Rheinmetalls, der TKMS AG, zu kaufen.

Während die Rheinmetall-Aktien einbrachen, wurden TSMS-Aktien am Jun. 24 zeitweise bis zu 14% höher gehandelt, hauptsächlich weil Berlin für die ersten vier TKMS-Schiffe rund €6,3 Milliarden zahlt, mit einer Option auf vier weitere zu €5,3 Milliarden.

Diese massive Divergenz unterstreicht eine schnelle Umschichtung von Kapital innerhalb der EU-Rüstungsportfolios, da Investoren die langfristige Cashflow-Aufwertung durch die revidierte Marine-Strategie aggressiv einpreisen und TKMS unmittelbar zum führenden maritimen Auftragnehmer Deutschlands macht.

Die Wall Street bleibt gegenüber RHM-Aktien positiv

Die Mitteilung des Verteidigungsministeriums hat eine tiefere Unsicherheit im gesamten EU-Rüstungssektor offengelegt und zieht Peer-Unternehmen wie Hensoldt, Renk und Saab mit nach unten.

Investoren beginnen zu realisieren, dass hohe staatliche Verteidigungshaushalte nicht automatisch in feste Umsätze für bestimmte Landverteidigungsunternehmen münden.

Zudem fragmentieren sich die Kapitalflüsse: Der franco-deutsche Panzerhersteller KNDS kündigte heute Pläne für ein Doppel-IPO in Frankfurt und Paris an, was eine neue Alternative für Investitionen im Verteidigungssektor schafft.

Dieser plötzliche Vertragsverlust verschärft ein schwieriges Jahr für RHM-Aktien, das von schwachen Umsatzumsetzungen und einer Investorenrotation hin zu Herstellern mit Fokus auf Drohnen und Luftverteidigung geprägt ist.

Trotzdem sind die Analysten an der Wall Street überzeugt, dass sich die Rheinmetall AG gegen Ende 2026 erholen wird, da das Konsensrating für den Automobil- und Rüstungshersteller derzeit bei „Buy“ liegt, so The Wall Street Journal.