Die globalen Finanzmärkte sind beunruhigt, als Präsident Trump ein Reiseverbot für Europa ankündigt

Die globalen Finanzmärkte sind beunruhigt, als Präsident Trump ein Reiseverbot für Europa ankündigt
Michael Harris
13. März 2020, 11:52 AM
  • Die globalen Finanzmärkte sind unruhig, als Präsident Trump ein Reiseverbot für Europa ankündigt.
  • Flüge aus dem Vereinigten Königreich in Europa bleiben ab Freitag weiterhin in Betrieb.
  • Präsident Trump weist die Finanzabteilung an, Strategien für Steuerstundungen zu entwickeln.

Das Weiße Haus kündigte eine dramatische Maßnahme an, um die Ausbreitung des Coronavirus in den Vereinigten Staaten einzudämmen und Europa eine Reisebeschränkung aufzuerlegen. Ab Freitag werden die USA alle Flüge aus Europa stornieren, was weitere erhebliche Störungen für das globale Geschäft und die Wirtschaft insgesamt droht.

Der Referenzindex S & P 500 hat am Donnerstag seine Abwärtsrally weiter ausgeweitet und einen Rückgang von 4,9% verzeichnet. Ein ähnlicher Rückgang wurde auch am Mittwoch festgestellt. Der US-amerikanische SPX-Index handelt mit einem Rückgang von über 20% gegenüber dem jüngsten Hoch und gibt kurzfristig ein starkes Bärensignal.

Investoren greifen auf 'Safe-Haven'-Anlagen wie Gold und Yen zurück

Euro Stoxx 50 verlor am Donnerstag 8,3% und markierte seit dem zweiten Halbjahr 2016 ein neues Tief. Der europäische Index hatte zuvor einen Rückgang von 6,9% verzeichnet, woraufhin sich Anleger für sichere Häfen wie Gold und Yen entschieden hatten.

Die Auswirkungen von Trumps Entscheidung zeigten sich auch auf den asiatischen Indizes. Der MSCI-Index, der die breiteste Liste asiatisch-pazifischer Aktien ohne Japan abdeckt, war zuletzt am Donnerstag um 3,2% gesunken und damit auf dem niedrigsten Stand seit dem ersten Quartal 2019. Der japanische Nikkei hingegen legte heute 5,3 Prozent zu.

Präsident Trump bekräftigte in seiner Erklärung am Mittwoch, dass Reisen vom Vereinigten Königreich in die USA weiterhin operativ sein werden. Keines der anderen europäischen Länder wird jedoch einen Monat lang ein ähnliches Privileg ausüben können. Trump betonte auch, dass die Beschränkungen so geplant wurden, dass sie den Handel nicht negativ beeinflussen.

In seiner Ansprache wies der US-Präsident auch das Finanzministerium an, Strategien für Steuerstundungen für praktisch alle Unternehmen zu entwickeln, die vom Gesundheitsnotstand schwer betroffen waren.

US-Notenbank hält am 17. und 18. März die nächste Sitzung ab

Trotz der von der US-Notenbank in der vergangenen Woche gesenkten Notstandssenkung äußerten Anleger des Devisenmarktes ihre Besorgnis über tiefere wirtschaftliche Auswirkungen des Coronavirus und sahen die dringende Notwendigkeit einer aggressiveren Haltung des Fed-Vorsitzenden Jerome Powell.

Das nächste politische Treffen der Fed ist für den 17. bis 18. März geplant. Der Markt erwartet nun eine breitere Senkung der Zinssätze um 1,0% statt der zuvor geschätzten 0,75%.

Schließlich führte die von den USA auferlegte Reisebeschränkung für Europa auch zu einem Rückgang des Referenzindex FTSE 100 um rund 5%. Der Anstieg des US-Dollar-Index drückte das Pfund Sterling am Donnerstag gegenüber dem Greenback auf 1,2760.