DXY: Verschwommene Sicht auf den US-Dollar-Index, da die Zahl der Coronavirus-Todesfälle in den USA auf nahezu 100.000 steigt

DXY: Verschwommene Sicht auf den US-Dollar-Index, da die Zahl der Coronavirus-Todesfälle in den USA auf nahezu 100.000 steigt
  • Der US-Dollar-Index kaum verändert, während die Zahl der Coronavirus-Fälle auf nahezu 100.000 angestiegen ist.
  • Analysten erwarten, dass die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle mit der Wiedereröffnung der Staaten zunehmen wird.
  • Die schwachen Zahlen erhöhen die Wahrscheinlichkeit negativer Zinssätze durch die US-Notenbank.

Der US-Dollar-Index (DXY) blieb leicht unverändert, da sich die Zahl der Coronavirus-Fälle im Land der Zahl von 100.000 näherte.

DXY
US-Dollar-Index (DXY) kaum verändert

US-Dollar-Index reagiert auf Coronavirus-Fälle

Die Zahl der Coronavirusinfektionen und Todesfälle in den Vereinigten Staaten ist am Wochenende weiter angestiegen.

Nach Angaben der Regierung stieg die Zahl der bestätigten Infektionen auf mehr als 1,6 Millionen Menschen, während die Zahl der Todesfälle auf nahezu 100.000 angestiegen ist. Damit sind die USA das am schlimmsten betroffene Land der Welt.

New York, New Jersey, Illinois und Kalifornien sind mit mehr als 730.000 Infektionen die am schlimmsten betroffenen Staaten.

Die US-Zahlen sind aus zwei Gründen überraschend. Erstens beträgt die Zahl der Infektionen in den USA etwa ein Fünftel der gesamten weltweiten Infektionen. Ebenso machen die Todesfälle ein Drittel der weltweiten Gesamtzahl aus. Zweitens liegen die USA als grösste Volkswirtschaft und eine der am weitesten fortgeschrittenen hinter den ärmeren Ländern zurück.

Analysten gehen davon aus, dass die Zahl der Infektionsfälle und Todesfälle in den USA zunehmen wird, da immer mehr Staaten sich beeilen, ihre Wirtschaft wieder zu öffnen. Sie argumentieren, dass die USA bei den Tests erfolglos waren, was zur Verhinderung von Zweitinfektionen unerlässlich sind. Sie machen auch den Mangel an Führung und die politischen Differenzen zwischen Demokraten und Republikanern als Schlüsselfaktoren verantwortlich.

US coronavirus cases
Gesamtzahl der Coronavirus-Fälle in den USA

Risiken für den US-Dollar

Die steigende Zahl der Infektionen ist für den US-Dollar aus zwei Gründen riskant. Erstens verlängert sie den Zeitraum, in dem die USA ihre Wirtschaft wieder öffnen können. Infolgedessen erwarten wir für einen längeren Zeitraum schwache Wirtschaftsdaten aus dem Land. Dies ist im Gegensatz zu China, wo sich die Zahlen allmählich verbessern. Der PMI des verarbeitenden Gewerbes, die Exporte und der Rohölverbrauch sind weiter gestiegen.

Zweitens lässt sie der US-Notenbank nur begrenzte Möglichkeiten. Die Bank hat die Zinssätze fast auf Null gebracht und ihr bisher aggressivstes Programm zur quantitativen Lockerung eingeleitet. Zum Beispiel hat die Bank in den vergangenen zwei Monaten Vermögenswerte im Wert von mehr als 2 Bio. $ erworben. Sie kauft sogar Unternehmensanleihen.

Infolgedessen sprechen viele Analysten von negativen Zinssätzen in den Vereinigten Staaten. Jerome Powell hat sie zwar ausgeschlossen, aber es bestehen Chancen, dass er sie umsetzen wird. Tatsächlich haben die Fed Funds Futures, die ein Gradmesser dafür sind, wo die Märkte den Referenzzinssatz der Fed für Tagesgeld erwarten, im Dezember begonnen, ein negatives Zinsumfeld vorherzusagen.

Analysten erwarten, dass sich die Daten aus den USA weiter verschlechtern werden. Sie gehen davon aus, dass die Verkäufe neuer Eigenheime von den vorherigen 627.000 auf 490.000 gefallen sind. Außerdem erwarten die von Refinitiv befragten Analysten, dass die Bestellungen langlebiger Güter im April um 14 Prozent zurückgegangen sind. Sie rechnen auch damit, dass die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung weiterhin über 2 Millionen betragen wird.

Technischer Ausblick auf den US-Dollar-Index (DXY)

US dollar index
Technische Prognose für den US-Dollar-Index

Der US-Dollar-Index (DXY) wird bei 99,84 gehandelt, was leicht unter dem Hoch der letzten Woche von 100,87 liegt. Auf dem Tages-Chart befindet sich der Preis entlang der 61,8% Fibonacci-Retracement-Level. Er liegt auch einige Zentimeter über den exponentiell gleitenden 50-Tage- und 100-Tage-Durchschnitten. Daher gehe ich davon aus, dass der Preis das 100-Level zu testen wird, sofern er über den EMAs und dem 61,8%-Retracement-Level bleibt.

Von Crispus Nyaga
Crispurs Nyaga ist ein Finanzanalyst und Trader mit über 7 Jahren an Erfahrung in der Branche. Er durfte bereits etliche Beiträge für die weltweit führenden Finanzmarken beitragen, darunter Seeking Alpha, MarketWatch, Forbes und Investing.com. Crispus verfügt über ein ausgezeichnetes Verständnis der globalen makroökonomischen und geopolitischen Elemente, ist ein begeisterter Golf Spieler und lebt derzeit in Nairobi mit seiner Frau, Sohn und seinem Neffen.
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