EUR/GBP-Ausblick: Seltenes Chartmuster signalisiert Einbruch nach EZB-Entscheid

EUR/GBP-Ausblick: Seltenes Chartmuster signalisiert Einbruch nach EZB-Entscheid
Crispus Nyaga
11. Juni 2026, 09:49 AM

Unterstützt von

Invezz
GBP-Zinsengagement kaufen

Kauf von kurzfristigem GBP-Zins-Exposure (z. B. Long UK 2Y/Short EUR 2Y via Futures oder Rateswaps). Eine erste EZB-Erhöhung seit Sep 2023 strafft die Geldpolitik im Euroraum, während die BoE kurzfristig voraussichtlich unverändert bleibt – dadurch verlagert sich die relative Renditeunterstützung zugunsten des GBP. Das sollte das GBP gegenüber dem EUR stärken und den Abwärtsdruck beim EUR/GBP verstärken.

Kernrisiko: BoE wird unerwartet restriktiv (signalisiert baldige Anhebungen), wodurch der Renditevorteil wieder auf den EUR fällt und sich die FX-Bewegung umkehrt.

EUR/GBP verkaufen

Short auf EUR/GBP (z. B. FX-Spot oder EUR/GBP-CFD). Das Paar notiert unter den 50-/200-Tage-Durchschnitten und bildet ein absteigendes Dreieck plus ein kleines Kopf‑Schulter‑Muster – beides deutet auf eine bärische Fortsetzung hin. Mit Unterstützung bei ~0,8615 und einem wahrscheinlichen Durchbruch Richtung ~0,8545 (50%-Fib) begünstigt das Setup eine klare Abwärtsbewegung nach der EZB-Entscheidung.

Kernrisiko: EZB enttäuscht (keine Anhebung oder zinsdämpfende Signale), wodurch der EUR wieder anzieht und den Short oberhalb der Unterstützung bei 0,8615 einklemmt.

  • Das EUR/GBP-Paar hat ein absteigendes Dreieck gebildet.
  • Es wird erwartet, dass die Europäische Zentralbank die Zinsen anhebt.
  • Es wird erwartet, dass die Bank of England die Zinsen unverändert lässt 6,120.

Der EUR/GBP-Wechselkurs hat sich in den letzten Tagen seitwärts bewegt, während Händler sich auf die bevorstehenden Zinsentscheide der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank of England (BoE) konzentrieren. Er notierte bei 0,8627, nach einem Jahreshöchst von 0,8865. Er hat zwei bedeutende Chartmuster ausgebildet, die auf weiteres Abwärtspotenzial hinweisen.

EUR/GBP hat ein absteigendes Dreieck gebildet

Das Tageschart zeigt, dass der EUR/GBP-Wechselkurs in den vergangenen Monaten zurückgegangen ist. Er ist von einem Hoch von 0,8865 im November des Vorjahres auf 0,8628 gefallen. 

Eine genauere Betrachtung zeigt, dass das Paar bei 0,8615 substantielle Unterstützung gefunden hat, dem Tiefststand am 5. Februar, 19. März und 25. Mai. Diese Unterstützung ist Teil des absteigenden Dreiecks, dessen obere Begrenzung die höchsten Ausschläge im November des Vorjahres sowie im Februar und Mai dieses Jahres verbindet. Das absteigende Dreieck ist ein übliches Fortsetzungssignal in der technischen Analyse

Das Währungspaar hat außerdem ein kleines Kopf‑Schulter‑Muster ausgebildet, ein häufiges bärisches Signal. Zudem notiert es unter den 50‑ und 200‑Tage gewichteten gleitenden Durchschnitten (WMA).

Daher dürfte das Paar kurzfristig einen kräftigen bärischen Ausbruch erleben, möglicherweise bis zur Schlüsselunterstützung bei 0,8545, dem 50%-Fibonacci‑Retracement‑Niveau. 

EUR/GBP

EUR/USD-Chart | Quelle: TradingView

EZB-Zinsentscheidung

Das EUR/GBP-Paar geriet in den letzten Tagen unter Druck, da Investoren auf die bevorstehende EZB-Zinsentscheidung warteten. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass Christine Lagarde und ihr Team die erste Zinserhöhung des Jahres vornehmen werden. 

Sollte dies eintreten, würde die Bank die Zinsen um 0,25% auf 2,40% anheben und den Einlagenzins auf 2,25% erhöhen. Es wäre das erste Mal, dass die Bank die Zinsen seit September 2023 anhebt. Außerdem wäre es eine deutliche Kehrtwende, nachdem die Bank im vergangenen Jahr mehrere Zinssenkungen vorgenommen hatte.

Die Zinserhöhung der Bank würde erfolgen, während sie die erhöhte Inflation bekämpft, die in den vergangenen Monaten weiter gestiegen ist. Daten zeigen, dass der headline CPI im Mai auf 3,2% gestiegen ist gegenüber 3,0% im Vormonat. Er ist stark vom Jahrestief von 1,7% angestiegen. Anal

BoE-Zinsentscheidung steht bevor

Der nächste wichtige Auslöser für das EUR/USD-Paar wird die bevorstehende Zinsentscheidung der Bank of England sein, die für Donnerstag angesetzt ist. Ökonomen erwarten, dass die Bank die Zinsen in ihrer Sitzung nächste Woche unverändert lässt.

Die jüngsten Daten zeigten, dass der headline Consumer Price Index im April auf 2,8% zurückging, begünstigt durch die laufenden Regierungsmaßnahmen. Dennoch prognostizieren Trader auf Polymarket, dass die Bank die Zinsen in den kommenden Monaten anheben wird, falls die Inflation wieder anzieht.