McDonald's rechtliche Untersuchung geht über Ex-CEO hinaus

  • McDonald's entließ seinen früheren Personalchef David Fairhurst
  • Fairhurst war Berichten zufolge an unangemessenen Untersuchungen am Arbeitsplatz beteiligt
  • Der Rechtsstreit mit Ex-CEO Steve Easterbrook steht nach Angaben des Unternehmens nicht in Zusammenhang

Das weltweite Fast-Food-Unternehmen Mcdonald's Corp (NYSE: MCD) untersucht derzeit seinen ehemaligen Personalleiter David Fairhurst und weitet damit seinen Rechtsstreit mit Ex-CEO Steve Easterbrook aus, berichtete das Wall Street Journal am Sonntagabend.

Easterbrooks Austritt

Easterbrook wurde Ende 2019 entlassen, nachdem er eine "Sexting"-Beziehung mit einer weiblichen Untergebenen zugab. Obwohl dies nach Landes- und Bundesrecht aufgrund des einvernehmlichen Charakters der Beziehung technisch gesehen legal ist, war diese Aktivität nach den Unternehmensregeln streng verboten. Die Exekutive schloss mit dem Vorstand eine Vereinbarung über ein Ausstiegspaket in Höhe von etwa 40 Mio. $ ab.

Jüngste unbestätigte und anonyme Hinweise deuten jedoch darauf hin, dass Easterbrook nach Angaben des WSJ sexuelle Beziehungen zu drei anderen Mitarbeiterinnen hatte. Er habe den Vorstand irregeführt, indem er behauptete, es sei nur eine Frau beteiligt gewesen. Daher glaubt McDonald's, dass es rechtliche Gründe hat, die Gelder zurückzufordern, auf die Easterbrook zuvor Anspruch hatte.

Fairhursts Vorwürfe

Fairhurst wurde von Easterbrook ernannt und diente als "Global Chief People Officer" von McDonald's. Er wurde Ende letzten Jahres aus gutem Grund bei McDonald's entlassen, obwohl das Unternehmen die Gründe dafür nie öffentlich bekannt gegeben hat.

Das Wall Street Journal berichtet, dass die Entlassung von Fairhurst damit zusammenhängt, dass sich Frauen innerhalb des Unternehmens bei mehr als einer Gelegenheit unwohl gefühlt haben. Die Publikation führte ihre Berichterstattung auf interne Notizen von McDonald's von einem von ihr überprüften Treffen zurück.

McDonald's behauptet jedoch, dass die beiden Entlassungen in keiner Weise miteinander verbunden sind. Die Fast Food-Kette hat nach Angaben des WSJ zumindest im Moment nicht die Absicht, eine Abfindung von Fairhurst einzufordern.

Easterbrook und Fairhurst waren nah

Die Beziehung zwischen Easterbrook und Fairhurst erhält auch die Aufmerksamkeit der Medien. Die beiden arbeiteten bei McDonald's im Vereinigten Königreich zusammen, bis Easterbrook vom Senior-Vizepräsident und Markenchef zum CEO befördert wurde.

Easterbrook rekrutierte Fairhurst persönlich als Personalleiter für die McDonald's-Zentrale in Chicago. Doch Fairhursts Vermächtnis im Unternehmen ist nun voll von Anschuldigungen wegen Fehlverhaltens.

Nach Angaben ehemaliger Manager und Mitarbeiter war Fairhurst dafür bekannt, Beschwerden über das Verhalten von Mitarbeitern zu ignorieren. Fairhurst trug auch wesentlich zu einer "Partykultur" unter leitenden Angestellten bei, und er war bei Firmenveranstaltungen per WSJ betrunken.

Fairhurst wurde nach einer internen Untersuchung entlassen und durch Heidi Capozzi, die derzeitige Leiterin der Personalabteilung, ersetzt. Eine ihrer obersten Prioritäten ist laut den vom WSJ überprüften Notizen, der Schutz der Arbeitnehmer, die sich gegen Fehlverhalten aussprechen.

Sie spricht alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer direkt an, die der Meinung sind, dass ihre Anliegen über formellere Kanäle nicht ausreichend berücksichtigt werden.

Anleger, die der Ansicht sind, dass das Unternehmen jetzt in besseren Händen ist, sollten diesen Leitfaden zum Kauf von McDonald's-Aktien lesen.