GBP/USD sinkt, da die Coronavirus-Fälle in Großbritannien zunehmen

GBP/USD sinkt, da die Coronavirus-Fälle in Großbritannien zunehmen
Written by:
Crispus Nyaga
22nd September, 10:40
  • GBP/USD fiel, als Investoren auf die steigende Zahl von Coronavirus-Fällen in Großbritannien reagierten
  • Das Land meldete gestern mehr als 4.300 Fälle, der höchste tägliche Anstieg seit Monaten
  • Ein starker US-Dollar hat ebenfalls zur Schwäche des Pfund Sterling beigetragen

Das GBP/USD-Paar fiel im Übernachthandel, da die Händler sich Sorgen über die steigende Anzahl von COVID-19-Fällen in Großbritannien machten. Es handelt bei 1,2820, was unter dem Hoch der letzten Woche von 1,3011 liegt.

GBP/USD
GBP/USD fällt wegen COVID-19-Sorgen

Zunahme der COVID-Fälle in Großbritannien

Die Zahl der COVID-Fälle in Großbritannien hat zugenommen und das Pfund stärker unter Druck gesetzt. Gestern hat das Land mehr als 4.368 Fälle bestätigt. Das war höher als die 3.900, die am Sonntag gemeldet wurden. Die Zahl war ebenfalls viel höher als die 352, die das Land am 6. Juli meldete. Insgesamt hat das Vereinigte Königreich mehr als 399.000 Fälle und mehr als 41.000 Todesfälle gemeldet.

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Es könnte aber noch schlimmer werden. In einer gestrigen Erklärung warnte Sir Patrick Vallance, der Chief Medical Officer (CMO) des Landes, dass die Zahl der täglichen Fälle im Oktober auf 50.000 ansteigen könnte. Dies wäre ein erheblicher Schlag für ein Land, das sich in der tiefsten Rezession seit Jahren befindet.

Infolgedessen hat die Regierung mit der Umsetzung von Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung begonnen. So hat sie beispielsweise eine landesweite Ausgangssperre ab 22.00 Uhr verhängt. Außerdem hat sie die Zahl der Versammlungen begrenzt und Maßnahmen zur Selbstisolierung der Menschen mit Symptomen eingeleitet

Die Auswirkungen der neuen Welle auf die britische Wirtschaft werden enorm sein. Zum einen könnte sie die laufende Erholung unterbrechen, nachdem die Wirtschaft im 2. Quartal um mehr als 20% schrumpfte.

Sie kommt auch zu einer Zeit, in der Großbritannien vor der Herausforderung von Brexit steht. Das Land hat nur wenige Wochen Zeit, um einen Deal mit der Europäischen Union abzuschließen. Außerdem hat das Land einige seiner Partner verärgert, indem es das Binnenmarktgesetz vorangetrieben hat, was zu Spannungen in Nordirland führen würde.

Starker Dollar im Spiel

Das GBP/USD fiel ebenfalls aufgrund des starken Dollars. Der Dollar-Index, eine Benchmark, die seine Leistung im Vergleich zu anderen Währungen misst, stieg im Übernachthandel um mehr als 0,45%. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind Anleger wegen der steigenden COVID-Fälle in seine Sicherheit geeilt.

Zum Zweiten gibt es in den Vereinigten Staaten politische Risiken. Die Risiken nahmen am Wochenende zu, als ein Sitz im Obersten Gerichtshof nach dem Tod von Ruth Bader Ginsberg vakant wurde. Donald Trump hat versprochen, diese Woche ihren Nachfolger zu ernennen.

Zum Dritten gibt es Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und China. Nach Angaben des Wall Street Journal erwägt das Land die Veröffentlichung seiner Entity-Liste, die sich auf amerikanische Technologiefirmen wie Cisco auswirken könnte. Andere ausländische Firmen wie Standard Chartered und HSBC werden angeblich ebenfalls in diese Liste aufgenommen.

GBP/USD technischer Ausblick

GBP/USD
GBP/USD technisches Diagramm

Das Tagesdiagramm zeigt, dass das GBP/USD-Paar zwischen dem 11. und 18. September eine Bären-Flagge bildete. Der Kurs liegt jetzt unter den exponentiell gleitenden 25- und 10-Tage-Durchschnitten. Er befindet sich auch entlang der zweiten Unterstützung der klassischen Drehpunkte. Daher wird das Paar aufgrund des Flaggen-Musters wahrscheinlich weiter fallen und möglicherweise die dritte Unterstützung bei 1,2690 testen.

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