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EUR/USD-Prognose für Oktober: Wird die Erholung des Euro andauern?

EUR/USD-Prognose für Oktober: Wird die Erholung des Euro andauern?
Crispus Nyaga
01. Okt. 2020, 13:26 PM
  • Der EUR/USD-Kurs fiel im September um mehr als 2%, hauptsächlich wegen der Dollar-Stärke
  • Die Entscheidung der EZB, nicht in den Devisenmarkt einzugreifen, gab dem Euro eine gewisse Unterstützung
  • Der Euro ist in den letzten Tagen gestiegen. Wird die Stärke andauern?

Der EUR/USD fiel im September um ~2%, hauptsächlich wegen des insgesamt starken Dollars. Er schloss den Monat bei 1,1745, was über dem Monatstief von 1,1613 lag. In diesem Bericht werden wir uns mit den wichtigsten Erwartungen für das Paar im Oktober befassen.

Warum der EUR/USD im September zurückging

Der EUR/USD fiel im September, da Risiken auf dem Markt den Dollar nach oben trieben. In der Tat schwächten sich auch die Währungen anderer Industrieländer gegenüber dem Dollar ab. Das Pfund Sterling fiel um ~ 3,40%, während der Schweizer Franken um ~ 2,10% stieg. In ähnlicher Weise fielen die Schwedische Krone und die Norwegische Krone um ~ 3,8% bzw. ~ 7%.

Der Dollar stieg aufgrund der steigenden Zahl von Covid-19-Fällen in einigen europäischen Ländern. Spanien, das Vereinigte Königreich und Belgien verzeichneten im September mehr Infektionsfälle als in den Vormonaten. Als dies geschah, ging die Nachfrage nach Euro zurück, da die Investoren in die Sicherheit des Dollars eilten.

Schwache Wirtschaftsdaten aus Europa trugen inzwischen ebenfalls zur EUR/USD-Schwäche bei. Vorläufige Daten zeigten, dass sich das verarbeitende Gewerbe und der Dienstleistungssektor im September verlangsamt haben. Weitere Zahlen, die auf eine Verlangsamung hindeuteten, waren die Industrie- und Produktion, die Inflation und die Einzelhandelsumsätze.

Die steigenden politischen Risiken in den USA und die Spannungen zwischen den USA und China trugen ebenfalls zur Stärkung der Nachfrage nach dem Dollar bei.

Die EZB hat den Euro jedoch in gewissem Umfang unterstützt. In ihrer geldpolitischen Sitzung hat sich die EZB nicht verpflichtet, am Devisenmarkt zu intervenieren. Stattdessen sagte die Bank, dass sie die Situation genau beobachte. Infolgedessen interpretierten die Händler dies als Zeichen dafür, dass die EZB nicht bereit sei, zur Abwertung der Währung einzugreifen.

Prognose für den Euro im Oktober

Der EUR/USD wird von mehreren Faktoren beeinflusst werden. Erstens, da die US-Wahlen nur noch einen Monat entfernt sind, könnten Investoren in die Sicherheit des US-Dollars eilen. Das liegt daran, dass die Chancen auf eine angefochtene Wahl und politische Gewalt von Tag zu Tag steigen. Dennoch werden die Investoren neuen Umfragedaten große Aufmerksamkeit widmen, um herauszufinden, wer der wahrscheinliche Gewinner sein wird.

Zweitens werden sich die laufenden Konjunkturgespräche in den USA einen Einfluss auf die Währung haben. In einer gestrigen Erklärung sagten Steve Mnuchin und Nancy Pelosi, sie seien entschlossen, dem Land mehr Hilfe zu leisten. Es besteht jedoch weiterhin die Wahrscheinlichkeit, dass die beiden Parteien keine Einigung erzielen werden.

Drittens wird die Zinsentscheidung der EZB Auswirkungen auf den EUR/USD-Kurs haben. Der geldpolitische Ausschuss der Bank wird am 28. und 29. Oktober tagen. Es wird erwartet, dass die Bank die Zinssätze unverändert lassen wird, aber die Investoren interessieren sich für die zukünftigen Pläne. Die US-Notenbank wird im Oktober keine Sitzung abhalten.

EUR/USD technischer Ausblick

Das Tagesdiagramm zeigt, dass EUR/USD am 1. September ein Hoch bei 1,2018 erreichte. Seitdem bewegte sich der Kurs relativ nach unten und erreichte am 25. September ein Tief von 1,1613. Der Kurs liegt über dem 23,6% Fibonacci-Retracement-Level. Daher gibt es zwei wahrscheinliche Szenarien für das Paar im Oktober. Erstens könnten die Haussiers zurückkehren und das Paar über das September-Hoch von 1,2018 treiben. Zweitens könnten die Baissiers zurückkehren und das Paar bis zum 50%-Retracement-Level bei 1,1324 drücken.