GBP/USD stürzt vor den Daten zum britischen BIP und zur US-Inflation ab

GBP/USD stürzt vor den Daten zum britischen BIP und zur US-Inflation ab
Crispus Nyaga
09. Dez. 2021, 18:14 PM
  • Der GBP/USD-Kurs ist auf den niedrigsten Stand seit Monaten gefallen
  • Dies geschah, nachdem Boris Johnson neue Covid-19-Regeln ankündigte
  • Die nächsten Katalysatoren sind die Daten zur US-Inflation und zum britischen BIP

Das GBP/USD-Paar fiel auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr, als die Anleger über Boris Johnsons Plan B-Rollout nachdachten. Der Kurs liegt bei 1,3200, dem niedrigsten Stand seit 2020.

Britische BIP-Zahlen stehen bevor

Das GBP/USD-Paar ging stark zurück, nachdem Boris Johnson eine Reihe von Beschränkungen ankündigte, um die Ausbreitung der Pandemie einzudämmen.

Großbritannien wird nun auf die sogenannten Impfpässe umstellen. Dies bedeutet, dass viele Veranstaltungsorte nur Personen aufnehmen müssen, die den Impfstoff erhalten haben. Darüber hinaus hat die Regierung die meisten Unternehmen ermutigt, mehr Menschen zur Heimarbeit zu bewegen. Außerdem wird für alle Menschen im Land eine Maskenpflicht eingeführt.

Analysten glauben, dass die neuen Plan-B-Maßnahmen die Erholung des Vereinigten Königreichs, die hervorragend war, verlangsamen werden. Jüngste Daten zeigten beispielsweise, dass die Inflation und die Hauspreise des Landes sprunghaft gestiegen sind, während die Arbeitslosenquote stark gesunken ist.

Der nächste wichtige Einflussfaktor für das GBP/USD-Paar sind die jüngsten BIP-Zahlen aus Großbritannien, die am Freitagmorgen veröffentlicht werden. Es wird erwartet, dass die britische Wirtschaft im dritten Quartal um 22,2% gewachsen ist. Dies wäre ein spektakuläres Ergebnis, da es zu Beginn der Wiedereröffnung des Landes erfolgte. Dennoch werden diese Zahlen nur minimale Auswirkungen auf das GBP/USD haben.

Bank of England und US-Inflation

Daher könnte die Bank of England (BOE) gezwungen sein, bei ihrer Sitzung in der nächsten Woche eine lockere Haltung einzunehmen. Die Analysten von Goldman Sachs gehen davon aus, dass die BOE die Zinssätze erst im Februar nächsten Jahres anheben wird. Auch die Analysten von Barclays teilen diese Einschätzung.

Das Office of National Statistics (ONS) wird auch die neuesten Zahlen zur britischen Produktion und Industrieproduktion veröffentlichen. Von Reuters befragte Ökonomen erwarten, dass die Produktion im verarbeitenden Gewerbe im Oktober um 1,7% und die Industrieproduktion um 1,7% gestiegen sind. Die größte Herausforderung für die Sektoren ist die Unterbrechung der Lieferkette.

Das GBP/USD-Paar wird auch auf die neuesten US-Inflationsdaten reagieren. Ökonomen erwarten, dass die Gesamtinflation im November auf 6,8% und die Kerninflation auf 5% gestiegen sind.

Stärkere US-Inflationszahlen werden darauf hindeuten, dass es zu einer Divergenz zwischen der Fed und der Bank of England (BOE) kommen wird. Außerdem wird erwartet, dass die Fed in der nächsten Woche eine restriktive Haltung einnehmen wird. Dennoch ist diese Stimmung bereits eingepreist, was bedeutet, dass ein starker GBP/USD-Kurs nicht sicher ist.