Darum ist CEO von JPMorgan besorgt über die drohende Inflation

Darum ist CEO von JPMorgan besorgt über die drohende Inflation
Ruchi Gupta
04. Apr. 2022, 18:44 PM
  • Der CEO von JPMorgan sagt, er sei bereit für unerwartete wirtschaftliche Umwälzungen
  • Der Ukraine-Konflikt und die steigenden Preise könnten die Konjunkturerholung von der Pandemie bremsen
  • Dimon warnt vor einer möglichen Anhebung der Zinssätze durch die Fed

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase & Co. (NYSE: JPM), sagte, dass die beispiellosen Risiken, denen die US-Wirtschaft ausgesetzt ist, ihn dazu veranlasst haben, sich auf dramatische Umwälzungen vorzubereiten.

Steigende Löhne und hohe Ausgaben sind Katalysatoren für einen Abschwung

In seinem jährlichen Aktionärsbrief gab Dimon am Montag einen weitgehend positiven Ausblick auf den Zustand der Wirtschaft. Laut WSJ sagte Dimon, dass Unternehmen und Verbraucher reichlich Geld hätten, die Löhne stiegen und die Wirtschaft nach der pandemiebedingten Verlangsamung rasch expandiere. Dimon erklärte, dass das Verbrauchervertrauen zwar nachgelassen habe, der wichtigste Indikator jedoch die steigenden Ausgaben seien.

Auf der anderen Seite warnte Dimon davor, dass der Ukraine-Konflikt und steigende Preise die Konjunkturerholung von der Pandemie bremsen und internationale Allianzen für Jahre neu gestalten könnten. Dimon schrieb:

Das WSJ berichtete, dass sich seit seinem letzten Brief an die Aktionäre viel verändert hat. Als sich die Welt im April von der COVID-19-Pandemie erholte, sah er die Chance für einen wirtschaftlichen "Goldlöckchen-Moment" - schnelles, anhaltendes Wachstum bei niedriger Inflation und steigenden Zinsen. Die Expansion wurde jedoch von einer Inflation begleitet, die höher als erwartet war.

In seinem Schreiben vom Montag sagte Domon: "Im Nachhinein betrachtet war die Medizin … wahrscheinlich zu viel und dauerte zu lange", in Anspielung auf die fiskalischen Konjunkturmaßnahmen während der Pandemie, die die Haushalte über Wasser und die Zinsen niedrig hielten.

US-Notenbank wird voraussichtlich die Zinssätze erhöhen

Laut Dimon könnte die US-Notenbank die Zinssätze "deutlich stärker als von den Märkten erwartet erhöhen". Bislang hat die FED mit der Anhebung der Zinssätze begonnen und weitere Erhöhungen in den kommenden Monaten angedeutet, darunter einen möglichen halben Prozentpunkt anstelle des üblichen Viertelpunktes bei der kommenden Sitzung.

Dimon fügte hinzu, dass die Zinserhöhung wahrscheinlich zu massiver Verunsicherung und enormer Marktvolatilität führen wird. Der Ukraine-Konflikt und die westlichen Sanktionen zur Beendigung der russischen Invasion dürften "mindestens" das Wirtschaftswachstum weltweit bremsen. Laut Dimon sind die Rohstoff-, Agrar- und Ölmärkte bereits ins Taumeln geraten, und weitere Sanktionen werden ihre Wirkung wahrscheinlich "dramatisch und unvorhersehbar verstärken".