Preisprognose für Gold im Vorfeld der NFP-Daten

Preisprognose für Gold im Vorfeld der NFP-Daten
Faith Maina
06. Mai 2022, 14:45 PM
  • Die Spanne zwischen 1.850 $ und 1.890 $ ist für den Goldpreis seit Anfang der Woche entscheidend
  • Eine restriktive Haltung der US-Notenbank und Stagflationssorgen sind zwei gegensätzliche Kräfte
  • Die Anleger sind auch auf die US-Arbeitsmarktdaten gespannt, die im Laufe des Tages veröffentlicht werden

Der Goldpreis ist am Freitag wieder unter die Marke von 1.900 $ pro Unze gefallen, nachdem er sich am Donnerstag über diese kritische Zone kletterte. In der Folge befindet er sich wieder innerhalb des horizontalen Channels, der seine Bewegungen während der Woche bestimmt hat. Um 07:52 Uhr GMT lag er bei 1.875,25. Kurzfristig sollte man den Bereich zwischen 1.850 $ und 1.890 $ im Auge behalten.

Grundlegende Informationen

Wie schon seit Anfang der Woche ist das Edelmetall weiterhin zwei gegensätzlichen Kräften ausgesetzt. Einerseits hat die restriktive Haltung der Fed, die zu einem starken US-Dollar und höheren Anleihenrenditen geführt hat, sein Aufwärtspotenzial gebremst. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Artikels lag der Dollar-Index bei 103,73 $.

Am Vortag hatte er mit 104,05 $ den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Auf dem derzeitigen Niveau wird er die fünfte Woche in Folge zulegen. Wie auch bei anderen Rohstoffen entwickelt sich der Goldpreis in der Regel umgekehrt zum Wert des US-Dollars. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein starker Dollar das Edelmetall für Käufer, die andere Währungen halten, teurer macht.

Außerdem erhöhen die steigenden Anleihenrenditen weiterhin die Opportunitätskosten für das Halten von Gold. Die 10-jährige Benchmark-Rendite liegt bei 3,07% und damit leicht unter dem 2018-Hoch, das am Donnerstag mit 3,11% erreicht wurde.

Während diese Faktoren den Goldpreis belasten, bieten Stagflationsrisiken dem Metall Unterstützung. Es ist traditionell eine Absicherung gegen Inflation und ein sicherer Hafen in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheiten.

Anleger richten ihr Augenmerk nun auf die Daten zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft, die im Laufe des Freitags veröffentlicht werden. Analysten erwarten, dass im April 391.000 neue Stellen geschaffen wurden. Zum Vergleich: Im Vormonat lag die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft bei 431.000.

Ein höherer Wert als erwartet wird wahrscheinlich den Goldpreis unter Druck setzen, da die Anleger eine aggressivere Straffung der Geldpolitik in den kommenden Monaten erwarten. Zwar hat der Fed-Vorsitzende angedeutet, dass der FOMC eine Zinserhöhung um 75 Basispunkte nicht aktiv in Betracht zieht. Da sich die Inflation jedoch auf einem 4-Jahreshoch befindet und der Arbeitsmarkt stark ist, scheint der Markt von Powells Äußerungen nicht überzeugt zu sein.