Soll man den US-Dollar verkaufen, nachdem Fitch die USA auf AA+ herabgestuft hat?

Soll man den US-Dollar verkaufen, nachdem Fitch die USA auf AA+ herabgestuft hat?
Mircea Vasiu
02. Aug. 2023, 17:42 PM
  • Fitch stuft die USA auf AA+ herab
  • Die Straffung der Fed wird fortgesetzt
  • Eine weitere Zinserhöhung im September und die Reduzierung der Bilanzsumme dürften dem US-Dollar helfen

Da es sich um die erste Handelswoche des Monats handelt, liegt das Hauptaugenmerk auf dem für Freitag angesetzten US-Arbeitsmarktbericht. Bis zur Veröffentlichung des NFP-Berichts ist die Woche durch langsame Bewegungen und enge Bandbreiten gekennzeichnet.

Daher überrascht es nicht, dass die Märkte nicht auf die Nachricht reagierten, dass Fitch das langfristige Rating der Vereinigten Staaten von AAA auf AA+ herabgestuft hat.

Als Gründe für die Herabstufung nannte Fitch ein geringeres Wachstum und neue Ausgabeninitiativen. Auch die höchste Zinslast sei ein Grund für die Herabstufung, so die Rating-Agentur.

Die Märkte reagierten jedoch kaum auf die Nachricht. Eine Erklärung dafür könnte sein, dass die Rating-Beobachtung "negativ" aufgehoben und der Ausblick "stabil" zugewiesen wurde. Eine andere könnte sein, dass in der NFP-Woche ein langsamer Handel und enge Bandbreiten die Regel sind.

Der US-Dollar wird also seitwärts gehandelt, aber das könnte alles nur die Ruhe vor dem Sturm sein. Wenn die Volatilität wieder zunimmt, was in der Regel der Fall ist, wenn wir uns dem Tag der Veröffentlichung des NFP-Berichts nähern, könnte die Herabstufung durch Fitch den Greenback belasten.

Was hat Fitch noch gesagt?

Die Herabstufung beruht hauptsächlich auf der Tatsache, dass Fitch in den nächsten drei Jahren eine Verschlechterung der Haushaltslage erwartet. Kurz gesagt, hier ist eine Liste von Dingen, die Fitch als besorgniserregend für die USA ansieht:

  • Erosion der Governance
  • Steigende Defizite
  • Eine Rezession in den USA Ende 2023/Anfang 2024

Fitch glaubt, dass die Fed die finanziellen Bedingungen weiter straffen wird

Besonders interessant ist der Teil des Fitch-Berichts, der sich auf den geldpolitischen Straffungszyklus der Federal Reserve (Fed) bezieht.

Fitch ist der Ansicht, dass die Fed mit den Zinserhöhungen noch nicht fertig ist und eine weitere Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September 2023 erfolgen wird. Außerdem dürften der Arbeitsmarkt und die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft die Aufgabe der Fed erschweren, die Inflation auf ihr 2 %-Ziel zu bringen.

Da die quantitative Straffung (d. h. die Reduzierung der Bilanz) fortgesetzt wird, dürfte die finanzielle Straffung weit über die Zinserhöhung im September hinaus bis ins Jahr 2024 andauern.

Trotz der Herabstufung dürfte die Meinung von Fitch über die Fed und ihre Politik positiv für den Dollar sein. Den ersten Hinweis auf den Arbeitsmarkt werden die Händler in ein paar Tagen erhalten, wenn die Arbeitsmarktzahlen für Juli 2023 veröffentlicht werden.