Steigende Inflationszahlen in Frankreich und Deutschland machen Zinssenkungen durch die EZB unwahrscheinlicher

Steigende Inflationszahlen in Frankreich und Deutschland machen Zinssenkungen durch die EZB unwahrscheinlicher
Katya Stead
04. Jan. 2024, 16:03 PM
  • Europa gibt seine ersten Inflationszahlen bekannt, die von Frankreich und Deutschland, und die Inflation steigt.
  • In Frankreich liegt die Inflation derzeit bei 4,1 Prozent, in Deutschland bei 3,7 Prozent.
  • Mit den neuen Zahlen erscheinen Zinssenkungen der EZB in naher Zukunft zunehmend unwahrscheinlich.

Bisher scheint die USA ihre "weiche Landung" für 2023 geschafft zu haben - aber das Schicksal Europas ist weit weniger sicher.

Daran wurden die Anleger heute erinnert, als die Jahresinflationsraten der beiden wichtigsten Volkswirtschaften des europäischen Kontinents veröffentlicht wurden: Frankreich und Deutschland.

Die Inflation in Frankreich steigt geringfügig

Frankreich meldete heute Morgen, dass der Verbraucherpreisindex im Dezember 2023 um 4,1 % stieg und damit geringfügig über dem monatlichen Wert von 3,9 % im November lag.

Als Grund für diesen Anstieg wurden die höheren Lebenshaltungskosten genannt, nachdem die französische Regierung ihre früheren Brennstoffsubventionen für französische Haushalte eingestellt hatte, die in den Monaten nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine eingeführt worden waren, was zu einem Chaos im europäischen Energiesektor führte.

Inflation in Deutschland steigt wieder an

Während die Inflation in Europas zweitgrößter Volkswirtschaft zu steigen begann, verzeichnete die größte Volkswirtschaft etwas düsterere Zahlen.

Deutschland, das heute Nachmittag seine jährlichen und monatlichen Inflationszahlen vorlegte, hatte eine Inflationsrate gegenüber dem Vorjahr von 3,7 % und lag damit 0,5 % über den 3,2 % im November 2023.

Im Wesentlichen bedeutet dies, dass die Inflation unmittelbar nach der Stabilisierung der Zinssätze im Dezember wieder anstieg und fast wieder auf den Wert von 3,8 % im Oktober 2023 kletterte.

Was bedeutet das für die Märkte?

Da die Inflation in den beiden größten europäischen Volkswirtschaften ansteigt, ist es wahrscheinlich, dass der Rest Europas (der morgen seine Inflationszahlen bekannt geben wird) ähnliche Nachrichten verkünden wird. Und diese Nachrichten lauten: Wenn die EZB einen Zentimeter nachgibt, wird die Inflation wahrscheinlich eine Meile zurücklegen.

Und wenn das passiert, bedeutet das, dass Zinssenkungen in naher Zukunft in der EU sehr unwahrscheinlich sind - selbst wenn sie in den USA durchgeführt werden.

Während dies für den Durchschnittsverbraucher in Europa eine unglückliche Nachricht sein mag, könnte es den Wert des Euro selbst stärken, wenn die kommenden Zinsentscheidungen stabil bleiben und keine Zinssenkungen erfolgen.