Aktienkurs von Deutsche Bank ist gestiegen, aber es hat sich ein riskantes Muster gebildet

Aktienkurs von Deutsche Bank ist gestiegen, aber es hat sich ein riskantes Muster gebildet
Crispus Nyaga
19. Feb. 2024, 14:08 PM
  • Die Deutsche Bank hat sich zu einer der profitabelsten Banken Europas entwickelt
  • Christian Sewing hat das Unternehmen erfolgreich von seinen Wall-Street-Ambitionen weggeführt
  • Das einzige Risiko besteht darin, dass die Aktie ein Double-Top-Muster gebildet hat

Der Aktienkurs von Deutschen Bank (ETR: DBK) hat sich in den letzten Monaten einigermaßen gut entwickelt, da die Anleger die Trendwende bejubelt haben. Die Aktie ist in den letzten 12 Monaten um mehr als 8 % gestiegen und hat damit den Nasdaq European Bank Index übertroffen, der im gleichen Zeitraum um etwa 4 % zulegte. Von seinem Tiefpunkt im Jahr 2020 ist er um über 180 % gestiegen.

Die Turnaround-Strategie funktioniert

Die Deutsche Bank ist eine großartige Turnaround-Geschichte, da sie in den letzten Jahren ihr Geschäft weiter ausbauen und profitabler werden konnte. Ein Unternehmen, von dem viele erwarteten, dass es pleite gehen würde, hat sich zu einem der Top-Performer entwickelt.

Erstens sah die Deutsche Bank vor einiger Zeit ihre Finanzreserven schrumpfen, was das damalige Management dazu drängte, über 30 Milliarden Euro aufzubringen, um das Unternehmen zu retten. Auch die Bundesregierung hat eingegriffen, um den Zusammenbruch zu verhindern.

Diese Mittel musste das Unternehmen aufbringen, da es von den amerikanischen und europäischen Regulierungsbehörden mit hohen Geldstrafen belegt wurde. Darüber hinaus machte das Unternehmen erhebliche Verluste durch seine Geschäfte an der Wall Street, darunter einen Händler, der wegen Manipulation des Metallmarktes durch Spoofing zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

Doch jüngst hat die Bank unter Christian Sewing ihr Geschäft auf eine Weise verändert, die den Anlegern gefällt. Das Unternehmen hat seine Wall-Street-Ambitionen reduziert und versucht, mit Unternehmen wie JPMorgan und Goldman Sachs zu konkurrieren.

Das Unternehmen hat außerdem Tausende von Arbeitsplätzen abgebaut, da es versucht, sein Kosten-Ertrags-Verhältnis von 110 % im Jahr 2019 auf 60 % im Jahr 2025 zu senken. Es hatte auch Glück, einige Fehler zu vermeiden, die andere Banken wie Credit Suissie und Nomura Milliarden von Dollar kosteten. Es war nicht in die Skandale um Archegos Capital und Greensill verwickelt.

Die Deutsche Bank wird hochprofitabel

Am wichtigsten ist, dass die Investmentbanking-Sparte des Unternehmens heutzutage relativ klein ist, was bedeutet, dass sie nicht von einer Dürre bei den Geschäftsabschlüssen betroffen ist, wie es bei Unternehmen wie Barclays der Fall war. Stattdessen hat sich das Unternehmen auf einfache Bank- und Devisengeschäfte konzentriert, die stabile Erträge und Gewinne erwirtschaften.

Die jüngsten Ergebnisse zeigten, wie profitabel es geworden ist. Der Gewinn vor Steuern stieg im Jahr 2023 sprunghaft auf 5,3 Milliarden Euro, während der Umsatz auf 28,9 Milliarden Euro kletterte. Die Nettomittelzuflüsse im Privatbank- und Vermögensverwaltungsbereich stiegen auf 57 Milliarden Euro. Damit ist sie eine der profitabelsten Banken Europas.

Am wichtigsten ist, dass geduldige Anleger belohnt wurden. Das Unternehmen gab bekannt, dass es in diesem Jahr seine Aktienrückkäufe und Dividenden um mindestens 50 % erhöhen will.

Die Deutsche Bank ist mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,39 immer noch äußerst günstig. Im Vergleich dazu hat JP Morgan eine Quote von 1,75, während BNP Paribas, Citigroup und Unicredit eine Quote von 0,50, 0,57 bzw. 0,85 haben.

Kurs-Buchwert-Verhältnis der Deutschen Bank

Diese Bewertung ist wahrscheinlich auf die Abhängigkeit des Unternehmens von Gewerbeimmobilien in den USA zurückzuführen, die sich schnell verlangsamen. Außerdem gibt es Risiken in Bezug auf Deutschland, das in eine Rezession geraten ist und damit die langsamste Wirtschaft der G7 ist.

Prognose für den Aktienkurs von Deutsche Bank

Deutsche Bank Aktienchart via TradingView

Das größte Risiko für die Deutsche Bank besteht aus technischer Sicht. Wie oben dargestellt, hat die Aktie bei 12,86 Euro ein Double-Top-Muster gebildet. In den meisten Zeiträumen ist dies eines der negativsten Zeichen auf dem Markt. Der Kurs liegt weiterhin leicht über der Halslinie des Double-Top-Musters bei 11,60.

Aufgrund dieses Musters besteht daher die Wahrscheinlichkeit, dass die Aktie in den kommenden Wochen weiter fallen wird. In diesem Fall ist das wahrscheinlichste Szenario, dass sie sich in den kommenden Monaten von 12 Euro auf etwa 10 Euro bewegt. Eine Aufwärtsbewegung über das Double-Top-Muster bei 12,86 wird die pessimistische Sichtweise entkräften.