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Bericht: Europa könnte Zölle von bis zu 55 Prozent auf chinesische Elektroauto-Importe erheben

Bericht: Europa könnte Zölle von bis zu 55 Prozent auf chinesische Elektroauto-Importe erheben
Diya Poddar
30. Apr. 2024, 20:08 PM
  • Der Bericht erscheint im Zuge einer Untersuchung der EU zu Subventionen für aus
  • Das chinesische Unternehmen BYD hat Tesla im vergangenen Jahr als weltgrößten
  • Die Europäische Union wird möglicherweise auch den Import von Elektrofahrzeugen

Eine neue Analyse der Rhodium Group zeigt, dass die Europäische Union wahrscheinlich Zölle von bis zu 55 % auf chinesische Elektrofahrzeuge erheben wird, um deren Einfuhr in den Block zu verhindern. Der am Montag veröffentlichte Bericht erscheint im Zuge einer Untersuchung der EU zu Subventionen für aus China importierte Elektrofahrzeuge.

Die Rhodium Group geht davon aus, dass die EU Zölle zwischen 15 und 30 Prozent auf chinesische Elektrofahrzeuge erheben wird. Sie ist jedoch der Ansicht, dass dies nicht ausreicht, um die chinesische Konkurrenz einzudämmen.

Chinesische Elektroautohersteller profitieren in Europa

Sogar chinesische Unternehmen wie BYD, das Tesla im vergangenen Jahr als weltgrößten Hersteller von Elektrofahrzeugen ablöste, erzielen in der EU höhere Umsätze und Gewinnmargen als in ihren Heimatländern, wo ein Zollsatz von 10 % gilt. Gleichzeitig liefern sich chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen in ihrem eigenen Land einen harten Preiswettlauf.

Laut Rhodium verdient BYD mit dem Seal U-Modell, das in China 20.500 Euro und in der EU 42.000 Euro kostet, im Inland fast 1.300 Euro pro Fahrzeug und im Ausland über 14.300 Euro pro Fahrzeug.

Steuerliche Auswirkungen für chinesische Elektroautohersteller

Selbst wenn ein Zoll von 30 % berücksichtigt wird, wird BYD in der EU wesentlich mehr Geld verdienen als in China. Nach den Preisanpassungen zur Aufrechterhaltung des Marktanteils könnte BYD bei der Preisgestaltung Kompromisse eingehen. Mit einem Zoll von 30 % bietet der EU-Markt BYD jedoch großen Spielraum für Preisanpassungen.

Der Bericht erwähnt außerdem, dass dem Unternehmen ein deutlich höherer Steuersatz von etwa 45–55 % auferlegt werden kann.
Im Jahr 2023 begann die Europäische Kommission mit der Untersuchung chinesischer Elektrofahrzeuge und Beamte erklärten, dass solche billigen Produkte eine Bedrohung für die inländischen Fahrzeuge darstellten.

Experten zufolge haben die zu Beginn der 2010er Jahre in China eingeführten Anreize zahlreiche Start-ups erheblich gefördert und die Produktion von Batteriezellen stark unterstützt, was die Entwicklung neuer, weltweit wettbewerbsfähiger und kosteneffizienter Elektrofahrzeuge ermöglicht hat.
Bedeutung der europäischen Märkte für chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen.

Angesichts der überhöhten Zölle und politischen Probleme in den USA stoßen chinesische Hersteller von Elektrofahrzeugen auf ihrem eigenen Markt auf Widerstand. Daher ist der europäische Markt für Unternehmen wie BYD, die eine globale Expansion anstreben, wichtiger.

Chinesische Elektrofahrzeuge werden in diesem Jahr voraussichtlich bis zu 11 % des europäischen Marktes ausmachen und könnten in den nächsten drei Jahren bis zu 20 % erreichen. In China hergestellte Fahrzeuge nicht-chinesischer Hersteller könnten 2024 die 25-%-Marke überschreiten.

Die Europäische Union könnte auch die Einfuhr von Elektrofahrzeugen durch nicht-chinesische Unternehmen untersuchen. Rhodium argumentiert, dass ausländische Unternehmen wie BMW oder Tesla, die Fahrzeuge nach China exportieren, möglicherweise ihr Geschäft verlieren, wenn Steuern in Höhe von 15 bis 30 Prozent erhoben werden.

Aufgrund dieser politischen Unsicherheiten planen die Hersteller von Elektrofahrzeugen, ihre Produktion nach Europa zu verlagern. Daher erwägt BYD die Eröffnung einer Fabrik in Ungarn.

Die chinesische Regierung hingegen bezeichnet die Subventionsuntersuchungen der EU als „eklatanten Protektionismus“. Im Vergleich zu westlichen Unternehmen sei man lediglich wettbewerbsfähiger.