USA stufen Marihuana als Droge mit geringem Risiko um und lassen Cannabis-Aktien steigen

USA stufen Marihuana als Droge mit geringem Risiko um und lassen Cannabis-Aktien steigen
Diya Poddar
01. Mai 2024, 10:33 AM
  • Die Neuklassifizierung von Marihuana würde die finanzielle Belastung der Cannabisunternehmen
  • Nach der Ankündigung verzeichneten die Aktien von Cannabisunternehmen erhebliche Zuwächse.
  • Das Verbot von Marihuana seit 1937 hat zu Rassenunterschieden im Justizsystem beigetragen.

In einem bedeutenden politischen Kurswechsel hat das US- Justizministerium empfohlen, Marihuana als kontrollierte Substanz der Liste 3 neu einzustufen und es auf eine Stufe mit Medikamenten wie Ketamin und Tylenol mit Codein zu stellen.

Diese am Dienstag angekündigte Änderung legalisiert zwar nicht den Freizeitkonsum von Marihuana auf nationaler Ebene, ebnet aber den Weg für mildere Strafen und verbesserte finanzielle Möglichkeiten für die Cannabisindustrie.

Auswirkungen auf die Cannabisindustrie

Marihuana ist derzeit neben Substanzen wie Heroin und LSD als Droge der Liste 1 eingestuft, die Neueinstufung würde jedoch die finanzielle Belastung der Cannabisunternehmen etwas verringern.

Konkret können Unternehmen künftig normale Geschäftsausgaben bei der Steuerveranlagung abziehen, ein Vorteil, der ihnen derzeit aufgrund der strengen Einstufung des Medikaments verwehrt bleibt.

Marktreaktion auf die Ankündigung

Nach der Ankündigung verzeichneten die Aktien von Cannabisunternehmen erhebliche Zuwächse.

Der Aktienkurs der kanadischen Canopy Growth Corporation stieg um 80,02 Prozent, während die Aktien der Cronos Group um 15,71 Prozent zulegten.

Auch der Aktienwert des US-Unternehmens Cronos Group stieg um fast 40 Prozent.

Regulatorische Schritte voraus

Die vorgeschlagene Neuklassifizierung ist Teil einer umfassenderen Initiative von US-Präsident Joe Biden, der im Oktober 2022 mit einer Überprüfung der Bundesgesetze zu Marihuana begonnen hat.

Die Änderung muss noch vom Office of Management and Budget des Weißen Hauses genehmigt werden und muss eine öffentliche Kommentierungsphase sowie die Prüfung durch einen Verwaltungsrichter durchlaufen, bevor sie offiziell in Kraft treten kann.

Bidens Haltung zur Marihuana-Reform

Präsident Biden hat sich offen dafür ausgesprochen, die seiner Meinung nach versäumten Maßnahmen der Marihuana-Politik der Vergangenheit zu korrigieren. So hat er beispielsweise Tausende wegen Marihuanabesitzes verurteilte Amerikaner begnadigt.

„Wegen unseres verfehlten Umgangs mit Marihuana wurden zu viele Leben auf den Kopf gestellt. Es ist an der Zeit, diese Fehler zu korrigieren.“

Herausforderungen und potenzielle Vorteile

Trotz der lukrativen Natur der Cannabisindustrie, deren Wert auf mehrere zehn Milliarden Dollar geschätzt wird, wird ihr volles wirtschaftliches Potenzial durch bundesstaatliche Vorschriften behindert.

Diese Bestimmungen schränken den zwischenstaatlichen Handel ein, begrenzen den Zugang zu Bankdienstleistungen und schränken die Finanzierung der medizinischen Forschung ein.

Das Verbot von Marihuana seit 1937 hat zu Rassenunterschieden im Justizsystem beigetragen, sodass diese Neuklassifizierung ein potenziell wichtiger Schritt zur Lösung dieser Probleme ist.