Aktienkurs von Remy Cointreau: Ist der Eigentümer von Remy Martin ein Schnäppchen?

Aktienkurs von Remy Cointreau: Ist der Eigentümer von Remy Martin ein Schnäppchen?
Crispus Nyaga
06. Mai 2024, 17:56 PM
  • Der Aktienkurs von Remy Cointreau ist von 208 im Jahr 2022 auf 87 gefallen.
  • Das Unternehmen steht angesichts sinkender Umsätze vor erheblichen Herausforderungen.
  • Zudem bestehen aufgrund der zunehmenden Spannungen zwischen China und den USA auch geopolitische Risiken.

Der Aktienkurs von Remy Cointreau (EPA: RCO) war in den letzten Jahren einem Ausverkauf ausgesetzt, da das Unternehmen weiterhin schlechter abschnitt als seine Top-Konkurrenten. In den letzten 12 Monaten ist der Kurs um über 40 % eingebrochen und liegt damit hinter seinen Top-Konkurrenten wie Campari, Brown-Forman und Pernard Rickard zurück.

Diese Entwicklung hat sich in diesem Jahr fortgesetzt, wobei der Preis um über 20 % fiel, während Campari und Pernod Ricard weniger als 10 % verloren. Brown-Forman ist um über 10 % eingebrochen, wie unten dargestellt.

Remy Cointreau gegen Campari gegen Pernod Ricard gegen Brown-Forman

Schwache Umsätze und geopolitische Risiken

Remy Cointreau ist einer der größten Akteure in der Branche der Luxusalkoholmarken. Zu seinen Marken gehören einige der erfolgreichsten der Branche wie Remy Martin, LOUIS XIII, Metaxa, Mount Gay und The Botanist.

Der Aktienkurs von Remy Cointreau ist in den letzten Jahren stark unter Druck geraten und gehört damit zu den schlechtesten Performern im CAC 40 -Index. Er ist von einem Höchststand von 208,4 € im Jahr 2022 auf aktuell 90 € gefallen.

Auch die Aktien der Top-Unternehmen sind abgestürzt. Der italienische Konkurrent Campari ist von 13,23 Euro auf 9,5 Euro gefallen, während Brown Forman von 78,6 auf 48 Dollar abstürzte. In Frankreich stürzte der Kurs von Pernod Ricard von 212 auf 140 Euro ab.

Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist, dass diese Unternehmen nicht mehr wachsen. In seinem jüngsten Jahresbericht erklärte Remy Cointreau, dass die Umsätze seiner zahlreichen Marken eingebrochen seien.

Der Umsatz der Cognac-Sparte brach um 29,2 % auf 778 Millionen Euro ein, während der Umsatz der Liköre und Spirituosen um 7,4 % auf 387 Millionen Euro einbrach. Insgesamt brach der Gesamtumsatz um 22,9 % auf 1,19 Milliarden Euro ein.

Besonders das amerikanische Geschäft des Unternehmens verzeichnete erhebliche Schwächen, da die Umsätze um fast 40 % zurückgingen. Dies geschieht, da die meisten Amerikaner teure Marken wie Remy Ma, Hennessey, Martell und Courvoisier meiden.

Stattdessen greifen die Kunden auf andere, hochwertigere, aber weniger teure Marken zurück, die zwischen 100 und 200 Dollar pro Flasche kosten. Einige der Marken von Remy Cointreau kosten über 3.000 Dollar pro Flasche.

Auch Rémy Cointreau ist zwischen die anhaltenden geopolitischen Spannungen zwischen Europa und China geraten. Europa hat begonnen, gegen chinesische Elektroautohersteller wegen unfairer Subventionen zu ermitteln.

China wiederum hat Marken von Remy Cointreau ins Visier genommen. Sollte die Krise anhalten, besteht die Möglichkeit, dass das Unternehmen mit Zöllen belegt wird. Analysten hoffen, dass Präsident Xis Besuch in Frankreich dazu beitragen wird, diese Befürchtungen zu zerstreuen.

Auch Rémy Cointreau steht vor Währungsproblemen, da einige Währungen wie der chinesische Yuan und der japanische Yen nachgeben. Insgesamt schmälerten diese Währungsschwankungen den Gewinn des Unternehmens im Jahr 2023 um rund 57,2 Millionen Euro.

Positiv ist, dass das Unternehmen Maßnahmen zur Stabilisierung seines Betriebs ergreift. Es hat seine Ausgaben drastisch gekürzt und will so Einsparungen von über 100 Millionen Euro erzielen. Zudem ist das Unternehmen relativ günstig bewertet, was eine Trendwende möglich macht.

Kursprognose für Remy Cointreau-Aktie

Der Wochenchart zeigt, dass sich der RCO-Aktienkurs nach seinem Höchststand von 208,4 € im Jahr 2022 in einem starken Abwärtstrend befindet. Er stürzte unter die wichtige Unterstützung bei 148,8 €, der Unterseite des Kopf-Schulter-Musters.

Die Aktie ist unter alle gleitenden Durchschnitte gefallen. Sie hat außerdem ein kleines absteigendes Dreiecksmuster gebildet, was ein beliebtes bärisches Zeichen ist. Daher ist der Ausblick für die Aktie bärisch, wobei der nächste zu beobachtende Punkt bei 74,95 € liegt, ihrem niedrigsten Kurs im März 2020. Langfristig wird sich die Aktie jedoch wahrscheinlich erholen, da die Anleger bei Kursrückgängen kaufen.