EZB-Zinsentscheidung: Europäische Union senkt Leitzins auf 4,25%

EZB-Zinsentscheidung: Europäische Union senkt Leitzins auf 4,25%
Katya Stead
06. Juni 2024, 14:23 PM
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hat gerade ihre neueste Zinsentscheidung bekannt gegeben.
  • Zum ersten Mal seit einem halben Jahrzehnt wird Europa die Zinsen senken.
  • Der Zinssatz im Euroraum und der EU liegt derzeit bei 4,25 % (vorher 4,5 %).

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat heute ihre neueste Zinsentscheidung bekannt gegeben.

Zum ersten Mal seit einem halben Jahrzehnt hat die EZB die Zinsen im Euroraum gesenkt, und zwar von 4,5 Prozent auf 4,25 Prozent. Damit wurde der Zinssatz um ein Viertel Prozent bzw. 25 Basispunkte gesenkt.

Europa schließt sich in seiner Entscheidung der Bank of Canada an, die gestern ihre erste Zinssenkung seit fast fünf Jahren ankündigte – und die erste Zinssenkung einer großen Volkswirtschaft seit 2020.

Keine bösen Überraschungen

Die heutige Zinssenkung der Bank entsprach den Markterwartungen und löste keinen wirklichen Alarm aus.

Die meisten Analysten und Experten gehen seit einigen Monaten davon aus, dass die EZB den Leitzins ab Juni 2024 senken wird. Bei der heutigen Entscheidung wurde mit einer Senkung um 25 Basispunkte auf 4,25 Prozent gerechnet.

EZB-Ausblick vorsichtig optimistisch

Zur heutigen Entscheidung erklärte EZB-Präsidentin Christine Lagarde:

Im Laufe des Tages wird die EZB eine Pressekonferenz abhalten, auf der ihre Entscheidung erörtert wird. Die Märkte können dabei mehr über die allgemeinen Zukunftsaussichten der EZB erfahren und darüber, ob die Märkte in Zukunft eine restriktive oder gemäßigte Geldpolitik verfolgen werden.

Verkäufe im Euroraum stürzen auf 0% ab

Man könnte meinen, die Entscheidung zur Zinssenkung kam keinen Moment zu früh. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Eurozone auch ihre Einzelhandelsumsätze im Vergleich zum Vorjahr bekannt gegeben.

Im April ist das Einzelhandelsvolumen im Vergleich zum März 2024 im Euroraum um 0,5 % und in der EU um 0,6 % gesunken. Dies geht aus ersten Schätzungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, hervor.

Dies bedeutete im vergangenen Monat praktisch ein Nullwachstum des Einzelhandelsvolumens im Euroraum.

Dies war eine ziemlich drastische Kehrtwende gegenüber dem Bericht des Vormonats, in dem die Verkäufe in der EU um 0,7 Prozent stiegen und damit einen Rückgang von 0,5 Prozent im Februar wettmachten.

Zudem wurden die Erwartungen der Analysten übertroffen, die mit einem Rückgang der Einzelhandelsumsätze im April von bis zu 0,5 Prozent gerechnet hatten, also 0,1 Prozent weniger als der tatsächliche Rückgang.

Angesichts dieser düsteren Zahlen hofft die EZB zweifellos, dass die heutige Zinssenkung einen gewissen Impuls für das Wirtschaftswachstum geben wird.