Lilium-Aktienanalyse: gute Fortschritte, aber es könnte um 27 % abstürzen

Lilium-Aktienanalyse: gute Fortschritte, aber es könnte um 27 % abstürzen
Crispus Nyaga
14. Juni 2024, 09:56 AM
  • Der Aktienkurs von Lilium ist seit seinem Höchststand in diesem Jahr um über 40 % eingebrochen.
  • Das Unternehmen hat beim weiteren Bau seiner eVTOLs große Fortschritte gemacht.
  • Die technischen Daten deuten auf einen starken Rückgang hin, da die Sorgen um die Branche weiterhin bestehen.

Der Aktienkurs von Lilium (NASDAQ: LILM) ist diese Woche stark eingebrochen, da die Nachfrage nach Aktien für elektrische Senkrechtstarter und -landegeräte (eVTOL) nachließ. Er fiel auf einen Tiefstand von 0,8250 USD, die niedrigste Schwankung seit dem 16. April. Von seinem höchsten Stand in diesem Jahr ist er um über 40 % und von seinem höchsten Stand im Jahr 2023 um mehr als 56 % gefallen.

Gute Fortschritte, aber Bilanzprobleme bleiben bestehen

Die Aktien von Lilium sind in den letzten Jahren stark gefallen und haben die Marktkapitalisierung auf rund 520 Millionen Dollar ansteigen lassen. Auf dem Höhepunkt lag die Marktkapitalisierung bei über 2,1 Milliarden Dollar, da die Nachfrage nach eVTOL-Unternehmen stieg.

Der jüngste Absturz geschah, weil sich die Anleger auf den Geldverbrauch konzentrierten. Der Jahresverlust stieg im letzten Geschäftsjahr auf 429 Millionen Dollar, ein Anstieg gegenüber 271 Millionen Dollar im Vorjahr. Insgesamt sind die jährlichen Verluste in den letzten fünf Jahren auf über 1,5 Milliarden Dollar gestiegen.

Lilium hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Das Unternehmen hat bereits mit der Herstellung seiner Düsen und seines Batteriepacks begonnen. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an seinen Tests, um die endgültige Pilotzertifizierung zu erhalten.

Am wichtigsten ist jedoch, dass Lilium in den letzten Jahren viele Aufträge erhalten hat. Der jüngste Auftrag kam von UrbanLink, das 20 Jets bestellt hat. eVolare hat ebenfalls 4 Lilium-Jets bestellt, sodass der Auftragsbestand insgesamt 780 Jets beträgt.

Eine der Hauptsorgen der Investoren ist, dass der Bargeldverbrauch zunimmt und die Bilanz angespannt wird. Aber auch in dieser Hinsicht hat das Unternehmen Fortschritte gemacht. Es wird in Deutschland für einen staatlich abgesicherten Kredit im Wert von etwa 100 Millionen Dollar in Betracht gezogen. Im Mai hat es außerdem 114 Millionen Dollar aufgenommen und wird für einen weiteren Kredit der französischen Regierung in Betracht gezogen.

Mit Lilium haben wir also ein Unternehmen, das sowohl in der Produktion als auch in der Bilanz Fortschritte macht. Zudem liegen uns weltweit einige Großaufträge vor.

Es gibt jedoch auch Risiken, die Anlass zur Sorge geben. Erstens nimmt der Wettbewerb in der eVTOL-Branche zu. Die wichtigsten Konkurrenten sind Archer Aviation, Volocopter, Airbus und Joby Aviation.

Zweitens gibt es Bedenken hinsichtlich der Marktgröße der Branche. Schätzungen zufolge war die Branche im Jahr 2023 13 Milliarden Dollar wert und wird bis 2032 auf 38 Milliarden Dollar anwachsen. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch nur um Schätzungen, die auf falschen Annahmen beruhen könnten, da es sich um eine neue Branche handelt.

Darüber hinaus wird das Unternehmen auch in Zukunft mehr Bargeld benötigen, insbesondere wenn es mit der Auslieferung seiner Fahrzeuge beginnt.

Lilium-Aktienkursprognose

LILM-Chart von TradingView

Das Tagesdiagramm zeigt, dass der LILM-Aktienkurs in den letzten Monaten stark eingebrochen ist. Er ist unter die wichtige Unterstützung bei 1,04 USD gefallen, seinen höchsten Kursschwung am 11. März.

Die Aktie liegt nun knapp über der wichtigen Unterstützung bei 0,7982 USD, die sie in diesem Jahr nur schwer unterschreiten konnte. Außerdem haben die 50- und 100-Tage-Exponential Moving Averages (EMA) einen bärischen Crossover gebildet.

Ein Durchbruch unter diese Unterstützung könnte daher in den kommenden Tagen auf weitere Abwärtsbewegungen hindeuten. Sollte dies geschehen, liegt der nächste zu beobachtende Punkt bei 0,60 USD, dem niedrigsten Ausschlag im Oktober letzten Jahres. Dieser Preis liegt etwa 27 % unter dem aktuellen Niveau.