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Shein beantragt vertraulich Börsengang in London

Shein beantragt vertraulich Börsengang in London
Wajeeh Khan
24. Juni 2024, 15:16 PM
  • Shein bemüht sich vertraulich um eine Notierung an der Londoner Börse.
  • Der Einzelhändler hatte zuvor mit Schwierigkeiten zu kämpfen, als er versuchte, in den USA an die Börse zu gehen.
  • Shein wolle an die Börse gehen, um sich „der kritischen Prüfung zu stellen“, so der Vorstandsvorsitzende.

Der Fast-Fashion-Gigant Shein steht heute Morgen im Mittelpunkt, nachdem bekannt wurde, dass er vertraulich einen Börsengang in London beantragt hat.

Shein ist ein Online-Händler, der hauptsächlich Kleidung, Schönheitsprodukte und Haushaltswaren verkauft.

Warum entscheidet sich Shein für einen Börsengang in London?

Anonyme Quellen sagten heute gegenüber CNBC, dass das in Singapur ansässige Unternehmen Shein derzeit vertraulich versucht, an der Londoner Börse notiert zu werden.

Zuvor hatte das Unternehmen auch einen vertraulichen Antrag für den Börsengang in den USA eingereicht, um seine globale Präsenz auszubauen. Das Einzelhandelsunternehmen stand jedoch bei seinen Bemühungen, in den USA an die Börse zu gehen, vor erheblichen Herausforderungen, darunter Kontroversen.

So wurde Shein beispielsweise mit Zwangsarbeitsvorwürfen konfrontiert, die nicht nur bei den Aufsichtsbehörden, sondern auch bei Menschenrechtsorganisationen zu genauer Prüfung führten.

Es gab auch Bedenken im Zusammenhang mit der Nutzung einer bestimmten Ausnahmeregelung des US-Steuerrechts, die die Geschäftspraktiken des Unternehmens noch stärker unter die Lupe nahm.

Weitere Herausforderungen, denen sich Shein in den USA stellen musste

Shein hat wiederholt eine Mitgliedschaft in der National Retail Federation angestrebt, der größten Branchenvereinigung im Einzelhandel.

Dennoch hat die NRF bislang nur Ablehnungen ausgesprochen, was möglicherweise darauf hindeutet, dass es im Allgemeinen größere Bedenken hinsichtlich ihrer Tätigkeit und ihres Rufs gibt.

Tatsächlich sind Experten inzwischen der Meinung, dass die oben genannten Herausforderungen eine Börsennotierung in den USA für Shein zunehmend unwahrscheinlicher gemacht haben. Die Entscheidung für eine Börsennotierung in London könnte daher als strategischer Schachzug angesehen werden, um einige der erwarteten Hürden auf dem US-Markt zu umgehen.

Die Londoner Börse ist für ihre vielfältigen Notierungen bekannt und könnte Shein ein günstigeres Umfeld für seine Staatsschulden bieten.

Warum will Shein an die Börse gehen?

Die Entscheidung für einen Börsengang in London könnte Shein möglicherweise Zugang zu den globalen Kapitalmärkten verschaffen und gleichzeitig einer weniger intensiven Prüfung ausgesetzt sein, als dies in den USA der Fall wäre.

Zu beachten ist, dass der Fast-Fashion-Einzelhändler China zuvor um die Genehmigung für einen Börsengang in den USA gebeten hatte. Ob Peking einem Börsengang in London zugestimmt hat, ist unbekannt.

Erwähnenswert ist hier auch, dass Shein nicht versucht, an die Börse zu gehen, um Kapital zu beschaffen. Sein Ziel, an die Börse zu gehen, ist laut seinem Vorstandsvorsitzenden Donald Tang vielmehr Transparenz.

„Die meisten Unternehmen wollen aus Liquiditätsgründen an die Börse gehen. Wir wollen an die Börse gehen, um uns einer genauen Prüfung und öffentlichen Sorgfalt zu unterziehen.“

Die Neuigkeit kommt etwa zwei Monate, nachdem die Financial Times unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen sagte, Shein habe seinen Gewinn im vergangenen Jahr mehr als verdoppelt und einen Rekordwert von 2,0 Milliarden Dollar erreicht.