USD/JPY-Analyse: Hedgefonds verkaufen den japanischen Yen immer noch leer

USD/JPY-Analyse: Hedgefonds verkaufen den japanischen Yen immer noch leer
Crispus Nyaga
26. Juni 2024, 08:45 AM
  • Der USD/JPY-Wechselkurs nähert sich seinem Allzeithoch.
  • Hedgefonds haben ihre Wetten gegen den japanischen Yen erhöht.
  • Die Lage wurde durch die Politik der harten Linie der US-Notenbank noch verschärft.

Hedgefonds sind zunehmend Short-Positionen im japanischen Yen, was auf eine weitere Abwärtsbewegung der Währung hindeutet. Der USD/JPY -Wechselkurs lag am Mittwoch bei 159,81, einige Pips unter dem bisherigen Jahreshoch von 160,22.

Hedgefonds sind short im Yen

Der japanische Yen war in den letzten Jahren die Währung mit der schlechtesten Performance in den Industrieländern. Er ist seit seinem Höchststand im Mai bereits um über 5 Prozent und seit seinem Höchststand nach der Pandemie um über 20 Prozent abgestürzt.

Hedgefonds haben ihre Short-Wetten gegen den japanischen Yen weiter erhöht. Daten der CFTC zeigen, dass diese Fonds seit 2021 Short-Positionen in der Währung halten und die Größe der Wetten weiter zugenommen hat.

Die aktuellsten Daten zeigen, dass die Short Bets von 138.600 in der Vorwoche auf 147.800 gestiegen sind.

Short-Wetten auf den japanischen Yen

Hedgefonds und andere Spekulanten haben gute Gründe, auf den japanischen Yen zu setzen. Zum einen ist das Land hoch verschuldet, die Schuldenquote liegt bei über 200 Prozent.

Die steigende Verschuldung erschwert der japanischen Notenbank die Umsetzung einer normalen Geldpolitik. Zwar hat sie die Negativzinsen vor Kurzem abgeschafft, aber der Zinssatz liegt immer noch bei null Prozent.

Wegen der Auswirkungen auf den Staatshaushalt wird es der BoJ immer schwerfallen, die Zinsen anzuheben. Japan gibt bereits über 169 Milliarden Dollar für die Rückzahlung seiner Schulden aus, ein beträchtlicher Betrag, da der Staatshaushalt über 744 Milliarden Dollar beträgt.

Die Entwicklung des Yen ist ein Zeichen dafür, dass Währungsinterventionen selten funktionieren. Wie wir 2022 gesehen haben, als Japan Milliarden von Dollar in die Wirtschaft pumpte, haben seine Interventionen in diesem Jahr den Zusammenbruch des Yen nur verlangsamt.

Das Paar USD/JPY ist auch aufgrund der restriktiven Haltung der US-Notenbank gestiegen. Sie hat die Zinssätze unverändert zwischen 5,25 % und 5,50 % belassen und angedeutet, dass sie längerfristig höher bleiben werden.

Infolgedessen dürfte die Spanne zwischen den japanischen und den US-amerikanischen Zinssätzen noch lange Zeit groß bleiben.

USD/JPY technische Analyse

USD/JPY-Chart von TradingView

Der Wochenchart zeigt, dass der Wechselkurs USD/JPY in den letzten Jahren einen starken Aufwärtstrend aufwies. Dieser Aufschwung kam jedoch kürzlich ins Stocken, da die japanische Regierung ihre Interventionen fortsetzte.

Das Paar blieb konstant über den gleitenden Durchschnitten der 50- und 25-Wochen-Linie, während die Oszillatoren weiter stiegen. Es hat sich auch ein steigendes Keil-Chartmuster gebildet, was oft ein bärisches Zeichen ist.

Daher könnte das USD/JPY-Paar in den nächsten Wochen leicht zurückgehen, da Japan Interventionen durchführt. Sollte dies geschehen, könnte es fallen und die Unterstützung bei 155 erneut testen und dann den Aufwärtstrend wieder aufnehmen.