Bitcoin-Preis fällt aufgrund der Zinszögerung der Fed auf Zweimonatstief

Bitcoin-Preis fällt aufgrund der Zinszögerung der Fed auf Zweimonatstief
Vatsala Gaur
04. Juli 2024, 18:28 PM
  • Angesichts der vorsichtigen Haltung der Fed hinsichtlich Zinssenkungen fällt der Bitcoin-Kurs auf 57.000 US-Dollar, ein Zweimonatstief.
  • Auch Ether verliert 5 %, was die allgemeine Unruhe am Markt widerspiegelt.
  • Analysten von CCData sagen voraus, dass sich der aktuelle Bitcoin-Zyklus bis ins Jahr 2025 fortsetzen könnte, mit dem Potenzial für neue Höchststände.

Der Bitcoin-Preis fiel am Donnerstag auf rund 57.000 Dollar und erreichte damit ein Zweimonatstief, nachdem die US-Notenbank das Protokoll ihrer Juni-Sitzung veröffentlicht hatte.

Aus dem Protokoll ging hervor, dass die Zentralbank noch nicht zu einer Zinssenkung bereit ist, was einen Welleneffekt auf dem Kryptowährungsmarkt auslöste.

Gegen 14:30 Uhr Londoner Zeit verzeichnete die digitale Währung laut CoinGecko-Daten innerhalb von 24 Stunden einen Rückgang von etwa 5 % und erreichte 56.837 $.

Dies war das erste Mal seit dem 1. Mai, dass Bitcoin unter die Marke von 57.000 USD fiel. Um 17:05 Uhr Londoner Zeit hatte sich Bitcoin leicht erholt und notierte bei 57.932,57 USD, was einem Rückgang von 3,4 % entspricht.

Ether folgt mit deutlichem Rückgang

Der Rückgang von Bitcoin war kein Einzelfall. Auch Ether, die zweitgrößte Kryptowährung der Welt, musste einen Schlag einstecken und stürzte um 5 % auf 3.120 $ ab.

Diese Verluste spiegelten sich auch auf dem breiteren Kryptomarkt wider, was die Unruhe der Anleger angesichts der vorsichtigen Haltung der Fed hinsichtlich Zinssenkungen widerspiegelt.

Aus dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der US-Notenbank geht hervor, dass die Notenbanker zögern, den Leitzins zu senken, solange es keine stichhaltigen Belege dafür gibt, dass die Inflation sich kontinuierlich der Zwei-Prozent-Marke nähert.

Dieser konservative Ansatz war traditionell ungünstig für risikoreiche Anlagen wie Kryptowährungen, da höhere Zinssätze die Risikobereitschaft der Anleger dämpfen.

Bisherige Höchststände und aktuelle Herausforderungen von Bitcoin

Bitcoin hatte im März dieses Jahres bereits ein Allzeithoch von über 73.700 USD erreicht. Dieser Anstieg folgte der Genehmigung des ersten US-Spot-Bitcoin-Exchange-Traded Fund (ETF) durch die Securities and Exchange Commission.

ETFs bieten Anlegern eine Möglichkeit, in Bitcoin zu investieren, ohne die Kryptowährung direkt zu besitzen. Krypto-Enthusiasten sind überzeugt, dass diese Entwicklung zur Legitimität der Anlageklasse beigetragen und größere institutionelle Anleger angezogen hat.

Seit diesem Höchststand schwankt der Bitcoin-Kurs jedoch zwischen 59.000 und 72.000 Dollar. In letzter Zeit stand der Preis unter Druck, da Bitcoins im Wert von etwa 9 Milliarden Dollar von der zusammengebrochenen Börse Mt. Gox an ihre ehemaligen Nutzer verteilt werden sollen.

Diese vorweggenommene Ausschüttung hat die Sorge vor einem möglichen Anstieg des Verkaufsdrucks ausgelöst, der zu einem weiteren Preisrückgang führen könnte.

Ausblick der Analysten und das zukünftige Potenzial von Bitcoin

Trotz dieser Herausforderungen bleiben die Analysten des Kryptodaten- und Forschungsunternehmens CCData optimistisch. In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht stellte CCData fest, dass Bitcoin den Höhepunkt seines aktuellen Aufwertungszyklus noch nicht erreicht hat.

Historische Marktzyklen zeigen, dass den „Halbierungsereignissen“ von Bitcoin, die das Angebot an neuen Bitcoins verringern, oft erhebliche Preisanstiege vorausgehen, die 12 bis 18 Monate andauern, bevor ein Zyklushöhepunkt erreicht wird.

Die jüngste Halbierung fand am 19. April dieses Jahres statt, was darauf schließen lässt, dass die vollen Auswirkungen dieses Ereignisses noch nicht eingetreten sind. Die Analyse von CCData deutet darauf hin, dass sich der aktuelle Zyklus bis 2025 fortsetzen könnte, mit dem Potenzial für weitere Preissteigerungen.

Darüber hinaus wies der Bericht auf einen Rückgang der Handelsaktivität an zentralisierten Börsen in den Monaten nach der Halbierung hin, ein Muster, das auch in früheren Zyklen zu beobachten war.

Dieser Trend könnte bedeuten, dass im aktuellen Zyklus noch weiteres Wachstumspotenzial besteht, was möglicherweise zu neuen Allzeithochs führen könnte.

Marktoptimismus trotz kurzfristiger Volatilität

Der bekannte Bitcoin-Bulle Tom Lee bleibt optimistisch hinsichtlich der Aussichten von Bitcoin. In einem Auftritt in der „Squawk Box“ von CNBC am Montag bekräftigte Lee seine Überzeugung, dass Bitcoin trotz der drohenden Auszahlung von Mt. Gox immer noch 150.000 US-Dollar erreichen könnte.

„Wenn ich in Kryptowährungen investieren würde und wüsste, dass einer der größten Überhänge im Juli verschwinden wird, wäre das meiner Meinung nach ein Grund, in der zweiten Jahreshälfte tatsächlich mit einer ziemlich starken Erholung zu rechnen“, sagte Lee, Mitbegründer und Forschungsleiter bei Fundstrat Global Advisors.

Während der jüngste Rückgang von Bitcoin auf ein Zweimonatstief bei den Anlegern Besorgnis ausgelöst hat, bleiben die allgemeinen Aussichten vorsichtig optimistisch. Analysten gehen davon aus, dass der aktuelle Zyklus noch Raum für Wachstum bietet und in Zukunft möglicherweise zu neuen Allzeithochs führen könnte.

Während der Markt weiterhin die Auswirkungen regulatorischer Entscheidungen, historischer Muster und wichtiger Ereignisse wie der Mt. Gox-Auszahlung zu bewältigen hat, werden die kommenden Monate für die Entwicklung von Bitcoin von entscheidender Bedeutung sein.