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Der Aktienkurs von Coinbase steht vor wichtigen Rückenwinden und potenziellen Risiken

Der Aktienkurs von Coinbase steht vor wichtigen Rückenwinden und potenziellen Risiken
Crispus Nyaga
19. Juli 2024, 08:52 AM
  • Der Aktienkurs von Coinbase bewegte sich in den letzten Monaten seitwärts.
  • Das Unternehmen sieht sich zahlreichen Rückenwinden gegenüber, da Analysten in Bezug auf Bitcoin weiterhin optimistisch sind.
  • Es gibt mehrere Gegenwinde wie sinkendes Volumen und Marktanteilsverlust.

Der Aktienkurs von Coinbase (NASDAQ: COIN) war in den letzten drei Monaten aufgrund anhaltender Bedenken hinsichtlich der Kryptoindustrie schlecht. Nach einem Höchststand von 283 USD im März ist er um fast 18 % gefallen und nähert sich einem technischen Bärenmarkt.

Trotz des Rückgangs hat sich der Aktienkurs von Coinbase seit Dezember 2022, als er bei 32 USD seinen Tiefststand erreichte, gut entwickelt. Er ist um über 630 % gestiegen und hat die meisten Fintech-Unternehmen wie Block und PayPal geschlagen. Das Unternehmen hat in Zukunft zahlreiche Rückenwinde vor sich.

Coinbase-Aktienchart

Bitcoin hat ein bullisches Muster gebildet

Der erste Rückenwind für Coinbase besteht darin, dass Bitcoin vier wichtige Muster gebildet hat, die den Kurs in Zukunft nach oben treiben könnten.

Erstens hat Bitcoin, wie oben gezeigt, ein fallendes, sich verbreiterndes Keil-Chartmuster gebildet. In den meisten Fällen führt dieses Muster zu einem starken bullischen Ausbruch.

Zweitens hat Bitcoin ein Muster mit drei Laufwerken gebildet, das zu weiteren Aufwärtsbewegungen führt, wenn es in die dritte Phase eintritt. In diesem Fall wird ein solcher bullischer Ausbruch bestätigt, wenn Bitcoin über den wichtigen Widerstandspunkt bei 72.000 USD steigt.

Drittens hat der Bitcoin-Preis seit der Keilbildung nach seiner Bewegung in die Phase eines starken Comebacks ein scheinbar bullisches Flaggen-Chartmuster gebildet.

Schließlich blieb Bitcoin über den 50- und 100-Tage-Exponential Moving Averages (EMA), was ein Zeichen dafür ist, dass die Bullen immer noch die Kontrolle haben. Außerdem hat der Relative Strength Index (RSI) die absteigende Trendlinie überschritten, die den höchsten Punkt seit dem 29. Februar verbindet.

Diese technischen Vorkehrungen bedeuten daher, dass Bitcoin in den kommenden Monaten noch mehr Aufwärtspotenzial hat. Sollte dies passieren, glaubt Michael Novogratz, dass der Kurs bis zum Jahresende auf über 100.000 Dollar steigen könnte. Andere Analysten glauben, dass die Münze in den nächsten Jahren noch mehr zulegen könnte.

Coinbase hat eine enge Korrelation mit Bitcoin. In den meisten Fällen steigt die Aktie, wenn Bitcoin steigt und umgekehrt. Beispielsweise stieg die Aktie im März auf ein mehrstufiges Hoch, als Bitcoin auf ein Rekordhoch stieg.

Der Bitcoin-Anstieg führt auch zu einer höheren Nachfrage nach anderen Altcoins wie Ethereum und Solana. Dies führt auch zu mehr Aktivität auf dem Kryptomarkt.

ETF-Zuflüsse steigen

Der andere potenzielle Katalysator für die Coinbase-Aktie sind steigende ETF-Zuflüsse. Daten zeigen, dass Spot-Bitcoin-ETFs Münzen im Wert von über 50 Milliarden Dollar angehäuft haben. Die Zuflüsse sind in diesem Jahr auf über 16 Milliarden Dollar gestiegen.

Coinbase profitiert aus zwei Hauptgründen von hohen Zuflüssen. Erstens ist Coinbase zum größten Bitcoin-Verwahrer der Branche geworden. Es ist der Hauptanbieter dieser Lösungen für Unternehmen wie Blackrock und Ark Invest.

Zweitens wird Coinbase der Hauptverwalter der kommenden Spot-Ethereum-ETFs sein. Dies ist wichtig, da die Unternehmen Coinbase eine Gebühr für diese Dienste zahlen. Sie zahlen auch Transaktionsgebühren und bieten außerdem Berichts- und Compliance-Lösungen an. Diese Gebühren sind zwar nicht hoch, aber sie sind konsistent und leicht vorherzusagen.

Darüber hinaus werden mehr ETF-Transaktionen und -Zuflüsse dazu beitragen, die Kryptopreise langfristig zu steigern, da Institutionen kaufen. Einige der Top-Institutionen, die Bitcoin-ETFs gekauft haben, sind Millenium, Apollo Global und Susquehanna.

Trump hofft auf Präsidentschaft

Der andere Rückenwind für den Coinbase-Aktienkurs sind Donald Trumps Hoffnungen auf die Präsidentschaft. Jüngste Umfragedaten zeigen, dass er eine klare Chance hat, die Präsidentschaft zu gewinnen, insbesondere nach der Schießerei.

Ein Sieg Trumps wird als positives Ergebnis für Bitcoin und andere Kryptowährungen angesehen. Darüber hinaus hat Trump seine Unterstützung für die Branche zum Ausdruck gebracht und wird voraussichtlich noch in diesem Monat bei einer wichtigen Bitcoin-Veranstaltung sprechen.

Eine Trump-Präsidentschaft bedeutet, dass die Securities and Exchange Commission (SEC) einen neuen Leiter bekommt, der den in der Community unbeliebten Gary Gensler ersetzen wird. In einer Notiz identifizierten Analysten von Wolfe Research Coinbase als eines der Unternehmen, die von diesem Trend profitieren.

Allerdings muss diesbezüglich ein Vorbehalt gemacht werden. Erstens ist es noch zu früh, um zu beurteilen, ob Trump die Wahl gewinnen wird, insbesondere wenn Biden aussteigt.

Zweitens tendieren Aktien, die nach einer Wahl gut abschneiden sollten, in den meisten Fällen dazu, unterdurchschnittlich abzuschneiden. So sind beispielsweise Solaraktien während Joe Bidens Präsidentschaft abgestürzt. Im Gegensatz dazu sind Gefängnisaktien, bei denen ein Absturz erwartet wurde, wie Geo Group und CoreCivic, stark gestiegen.

Risiken der Coinbase-Aktie

Trotz dieser Hoffnungen stehen dem Aktienkurs von Coinbase zahlreiche Risiken bevor. Erstens zeigen aktuelle Daten, dass das CEX- und DEX-Volumen in den letzten Monaten eingebrochen ist. Dasselbe geschah im selben Zeitraum bei dezentralen Börsen. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Einnahmen von Coinbase unter den Schätzungen der Analysten liegen werden.

DEX-Volumendiagramm

Zweitens gibt es Bedenken hinsichtlich der Bewertung, da das Unternehmen zu einem hohen Preis gehandelt wird. Sein Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 48 und damit über dem S&P-500-Indexwert von 21.

Außerdem besteht das Risiko, dass Coinbase Marktanteile in der Kryptobranche verliert. Es verliert Anteile an DEX-Unternehmen wie Uniswap, Raydium, Orca und Jupiter und CEX-Unternehmen wie OKX und Bybit.