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Bank of Japan erhöht Leitzins auf 0,25% und reduziert Anleihekäufe im Zuge einer wichtigen Kursänderung

Bank of Japan erhöht Leitzins auf 0,25% und reduziert Anleihekäufe im Zuge einer wichtigen Kursänderung
Harsh Vardhan
31. Juli 2024, 11:12 AM
  • Die Bank of Japan erhöht den Zinssatz auf 0,25 Prozent und plant, ihre monatlichen Anleihekäufe um die Hälfte zu reduzieren.
  • Nach der Entscheidung stieg der Yen um mehr als 1 % und erreichte gegenüber dem Dollar 150,70 Yen.
  • Angesichts schwacher Konjunkturdaten und anhaltender Inflationsrisiken zeigen sich Ökonomen besorgt über den Schritt der BoJ.

Die Bank of Japan (BoJ) hat ihren Leitzins auf 0,25% erhöht und Pläne zur Halbierung ihrer monatlichen Anleihekäufe angekündigt, was einen deutlichen Kurswechsel hin zu einer strafferen Geldpolitik darstellt.

Dieser Schritt steht im Gegensatz zur aktuellen Haltung der US-Notenbank und dürfte die Zinslücke verringern, die zur Rekordschwäche des Yen beigetragen hat. Nach der Entscheidung der BoJ am Mittwoch legte der Yen gegenüber dem Dollar um mehr als 1% zu und erreichte 150,70 Yen.

Leitzins auf höchsten Stand seit 2008 angehoben

Mit einer Mehrheit von 7 zu 2 Stimmen erhöhte die BoJ ihren Tagesgeldzinssatz auf „rund 0,25 Prozent“, den höchsten Stand seit der globalen Finanzkrise im Jahr 2008. Zuvor lag der Zinssatz zwischen null und 0,1 Prozent.

Diese Entscheidung folgt auf die Beendigung der Negativzinspolitik der Bank im März, wodurch Jahrzehnte periodischer Deflation beendet wurden.

Die BoJ gab außerdem Pläne bekannt, ihr monatliches Anleihenkaufprogramm im Umfang von sechs Billionen Yen (39 Milliarden Dollar) bis zum Frühjahr 2026 auf etwa drei Billionen Yen zu reduzieren.

Diese Reduzierung der Anleihekäufe bedeutet eine entscheidende Abkehr von der ultralockeren Geldpolitik der Bank.

Konjunkturelle Rahmenbedingungen und Inflationsrisiken beeinflussen Entscheidung

Der Gouverneur der Zentralbank, Kazuo Ueda, erklärte, dass die Zinsentscheidung von den aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen und Preisbewegungen beeinflusst worden sei, die weiterhin „auf Kurs“ blieben.

Ueda räumte ein, dass bei der Entscheidung auch die Auswirkungen des schwächeren Yen auf die Inflation eine Rolle gespielt hätten.

Gemischte Reaktionen von Ökonomen und Marktteilnehmern

Der Schritt der BoJ hat bei Ökonomen und Marktteilnehmern gemischte Reaktionen hervorgerufen. Einige Händler waren sich hinsichtlich der Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung geteilter Meinung, während andere angesichts der jüngsten schwachen Wirtschaftsdaten vor einem solchen Schritt warnten.

Die Kerninflation, bei der die volatilen Nahrungsmittelpreise nicht berücksichtigt werden, stieg im Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,6 Prozent und übertraf damit 27 Monate in Folge das Ziel der BoJ von 2 Prozent.

Allerdings schrumpfte Japans Wirtschaft im ersten Quartal des Jahres aufgrund des Yen-Verfalls und der steigenden Lebenshaltungskosten, was sich negativ auf die Ausgaben der privaten Haushalte auswirkte.

Der UBS-Ökonom Masamichi Adachi drückte seine Enttäuschung über die Entscheidung der BoJ aus und erklärte:

Adachi argumentierte, dass die Normalisierung der japanischen Wirtschaft bereits prekär gewesen sei und durch die Entscheidung der BoJ noch schwieriger geworden sei.

Inflationsprognose der BoJ

Für das im März 2026 endende Geschäftsjahr hat die BoJ ihre Prognose zur Verbraucherpreisinflation von 1,9 % im April auf 2,1 % nach oben korrigiert.

Diese Anpassung unterstreicht die Besorgnis der Bank über den Inflationsdruck, der durch den schwächeren Yen verursacht wird.

Stefan Angrick, ein führender Ökonom bei Moody's Analytics, bemerkte, dass die BoJ ihren Fokus nun auf die Auswirkungen des Yen auf die Inflation lege.

Er wies darauf hin, dass die Zentralbank „in eine schwache Wirtschaft hineinsteuert“, ohne dass es eine starke, nachfragegetriebene Inflation gebe.