AMD nähert sich dem technischen „Todeskreuz“, während Wedbush-Analyst den Behauptungen einer KI-Blase standhaft entgegentritt

AMD nähert sich dem technischen „Todeskreuz“, während Wedbush-Analyst den Behauptungen einer KI-Blase standhaft entgegentritt
Harsh Vardhan
16. Aug. 2024, 17:04 PM
  • AMD bildet ein Todeskreuz und verharrt auf einem wichtigen Unterstützungsniveau.
  • Ein Abschwung hier würde die Aktie inmitten von Gerüchten über eine KI-Blase in einen Bärentrend schicken.
  • Wedbush-Analyst Dan Ives glaubt, dass KI keine Blase ist, auch wenn Vergleiche mit der Dotcom-Blase gezogen werden.

Advanced Micro Devices (AMD) meldete vor Kurzem hervorragende Gewinne, die auf Rekordumsätze im Bereich Rechenzentren zurückzuführen waren.

Obwohl die Aktie Anfang August von der Marktvolatilität erfasst wurde, hat sie ihre Verluste schnell wieder wettgemacht.

Während Nvidia den KI-Sektor weiterhin dominiert, stehen für die Anleger weiterhin die zukünftigen Investitionen von AMD in KI im Mittelpunkt.

Allerdings haben technische Analysen einige Bedenken geweckt, insbesondere im Hinblick auf die Bildung eines „Todeskreuzes“ im AMD-Aktienchart, das erneute Ängste vor einer KI-Blase auslöste.

So sieht das Diagramm aus:

Quelle: TradingView

Das Todeskreuz, ein bärischer technischer Indikator, tritt auf, wenn der gleitende 50-Tage-Durchschnitt unter den gleitenden 200-Tage-Durchschnitt fällt, was einen möglichen Wechsel von einem bullischen zu einem bärischen Trend signalisiert.

Derzeit steht AMDs gleitender 50-Tage-Durchschnitt kurz davor, die 200-Tage-Marke zu unterschreiten. Der jüngste Preisanstieg hat der Aktie zu mehr Schwung verholfen, aber das Risiko, dass sich das Death Cross materialisiert, bleibt ein Grund zur Sorge.

Die Aktie ist zudem von einem wichtigen Unterstützungsniveau abgeprallt, was ihre technischen Aussichten noch komplexer macht. Anfang August fiel der AMD-Preis aufgrund der Marktvolatilität unter dieses Unterstützungsniveau, erholte sich jedoch schnell wieder.

Die entscheidende Frage ist nun, ob AMD diese Aufwärtsdynamik aufrechterhalten kann. Wenn die Aktie erneut unter die Unterstützungslinie fällt, könnte dies mit dem Todeskreuz zusammenfallen und möglicherweise einen nachhaltigeren Abwärtstrend auslösen.

Quelle: TradingView

Die Unsicherheit wird noch dadurch verstärkt, dass Nvidia am 28. August seinen Quartalsbericht veröffentlichen wird.

Dieser Bericht gilt als einer der bedeutendsten für den Technologiesektor der letzten Jahre. Eine enttäuschende Leistung von Nvidia könnte nicht nur AMD treffen, sondern auch den gesamten Markt erschüttern.

Die drohende Angst vor einer KI-Blase hat die Aussichten für AMD weiter verschlechtert.

Wedbush Securities ist mit der Vorstellung einer KI-Blase nicht einverstanden

Dan Ives, leitender Aktienanalyst bei Wedbush Securities, widerspricht der Vorstellung, dass es sich bei KI um eine Blase handele, allerdings entschieden.

Ives, der die Dotcom-Blase selbst miterlebt hat und sich bestens mit Marktzyklen auskennt, weist auf die wesentlichen Unterschiede zwischen den beiden Szenarien hin.

Er argumentiert, dass die Dotcom-Blase durch einen Zustrom unerprobter Startups gekennzeichnet war, der KI-Rallye jedoch von etablierten Giganten wie Nvidia vorangetrieben wird, die bei der Bereitstellung der Infrastruktur für die KI-Revolution meilenweit voraus sind.

Ives weist außerdem darauf hin, dass ein Rückgang der Investitionen in die KI-Infrastruktur nicht so schnell zu erwarten sei.

Ihm zufolge werden Unternehmen wie AMD und Nvidia erheblich von den Billionen-Dollar-Investitionen profitieren, die in die KI fließen.

Anders als in der Dotcom-Ära, als die Blase durch Spekulationsgeschäfte angeheizt wurde, wird der heutige KI-Boom durch die erhebliche Nachfrage großer, finanzkräftiger Technologieunternehmen unterstützt. Dadurch ist gewährleistet, dass sowohl AMD als auch Nvidia auch weiterhin einen großen Anteil des KI-Marktes beanspruchen werden.

Trotz dieser Zusicherungen blieb der Kurs der AMD-Aktie im heutigen Handel relativ stabil, nachdem sich das Unternehmen von den Verlusten erholt hatte, die ihm nach der Veröffentlichung der Ergebniszahlen des letzten Monats entstanden waren.

Während die Debatte um künstliche Intelligenz weiter tobt, werden die Anleger die Entwicklung von AMD aufmerksam beobachten, insbesondere im Lichte der bevorstehenden Gewinnzahlen von Nvidia, um abzuschätzen, ob der jüngste Aufschwung der Aktie aufrechterhalten werden kann oder ob es Zeit ist, sich auf einen Abschwung einzustellen.