News Corp-Chef entschuldigt sich nach Auftauchen eines Fotos mit Nazigruß

News Corp-Chef entschuldigt sich nach Auftauchen eines Fotos mit Nazigruß
Prachi Khanna
19. Aug. 2024, 10:44 AM
  • Foxtel-CEO Patrick Delaney entschuldigt sich für den Nazigruß auf altem Foto.
  • Foxtel-CEO Patrick Delaney entschuldigt sich für den Nazigruß auf altem Foto.
  • Der Jewish Council of Australia kritisiert das Foto und stellt Delaneys Aufrichtigkeit in Frage.

Patrick Delaney, CEO von Foxtel, hat eine „uneingeschränkte“ Entschuldigung ausgesprochen, nachdem ein Foto aufgetaucht war, das ihn beim Nazigruß zeigt.

Das kürzlich aufgetauchte Bild löste breite Kritik aus und entfachte eine Diskussion über Rassismus und Antisemitismus in Australien.

Delaney entschuldigt sich und erklärt Kontext

In einer E-Mail an die Mitarbeiter von Foxtel drückte Delaney sein tiefes Bedauern aus und erklärte, dass die Tat unabhängig vom Kontext beleidigend gewesen sei.

Er stellte klar, dass die Geste eine Pose der Fans des Fußballclubs Western Sydney Wanderers während der Saison 2014–15 nachahmen sollte.

Delaney besuchte damals das Set einer Fernsehsendung von Fox Sports und bezeichnete das Bild seitdem als „völlig unvereinbar“ mit seinen Werten.

Delaney erwähnte auch, dass er darüber nachgedacht habe, wie es zu einem solchen Foto kommen konnte, und bekräftigte seine Verurteilung von Rassismus in jeglicher Form.

Er betonte sein Engagement im Kampf gegen Antisemitismus und verwies auf seine jüngste Unterzeichnung des Briefes „Sag Nein zum Antisemitismus“, der eine Reaktion auf den jüngsten von der Hamas angeführten Angriff auf den Süden Israels war.

Jüdischer Rat verurteilt die Geste

Der Jewish Council of Australia bezeichnete Delaneys Vorgehen als „zutiefst besorgniserregend“. Sarah Schwartz, die geschäftsführende Vorsitzende des Councils, kritisierte die Tatsache, dass Delaney in einem Medienumfeld agiert, in dem ein solches Verhalten als akzeptabel gelten könnte.

Schwartz betonte, dass der Nazigruß nicht nur für Juden, sondern auch für andere rassistisch diskriminierte Gruppen ein beleidigendes Symbol sei.

Schwartz zweifelte auch an Delaneys Ernsthaftigkeit bei seinem Engagement im Kampf gegen Antisemitismus, da seine öffentliche Haltung und die Geste auf dem Foto nicht übereinstimmen.

Dieser Vorfall löste eine breitere Diskussion darüber aus, dass es im Kampf gegen Antisemitismus nicht nur um symbolische Gesten gehe.

Größerer Kontext und Auswirkungen auf Foxtel

Die Kontroverse kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Australien einen deutlichen Anstieg von Antisemitismus und Islamophobie erlebt. Die australische Bundesregierung hat kürzlich einen Sondergesandten zur Bekämpfung des Antisemitismus ernannt und versprochen, in naher Zukunft eine ähnliche Stelle für Islamophobie einzurichten.

Foxtel, das mehrheitlich im Besitz von News Corp ist, stand in den letzten Jahren aufgrund der wachsenden Popularität internationaler Streaming-Dienste vor Herausforderungen. Das Geschäftsmodell des Unternehmens hatte Schwierigkeiten, mit der Konkurrenz Schritt zu halten, und News Corp erwägt derzeit, das Pay-TV-Unternehmen zu verkaufen.

Bei einem Besuch in Sydney im November forderte Lachlan Murdoch, ein hochrangiger Manager von News Corp, die Mitarbeiter des Unternehmens auf, alle Formen des Antisemitismus anzusprechen und zu bekämpfen, und betonte, dass es in dieser Frage „keinen Raum für Zweideutigkeiten“ gebe.

Delaneys Entschuldigung und die anschließenden Diskussionen werfen ein Schlaglicht auf die anhaltenden Probleme des Rassismus und Antisemitismus in Australien und spiegeln umfassendere gesellschaftliche Herausforderungen wider, während das Land mit zunehmenden Spannungen innerhalb der Gesellschaft zu kämpfen hat.