GameStop-Gewinnbericht: Ist ein Bullenlauf für GME möglich?

GameStop-Gewinnbericht: Ist ein Bullenlauf für GME möglich?
Harsh Vardhan
27. Aug. 2024, 23:31 PM
  • Die GameStop-Aktie, die für ihre durch Meme ausgelöste Volatilität bekannt ist, wartet auf ihre Quartalsergebnisse am 4. September.
  • Trotz einer Marktkapitalisierung von neun Milliarden Dollar steht das veraltete Einzelhandelsmodell des Unternehmens vor Herausforderungen.
  • Für eine Trendwende wäre ein Umsatzwachstum von 10 % in den bestehenden Filialen nötig, doch die aktuellen Trends lassen darauf schließen, dass dies unwahrscheinlich ist.

Während sich GameStop Corporation (NYSE: GME) darauf vorbereitet, am 4. September seine Quartalsergebnisse zu veröffentlichen, sind die Anleger voller Vorfreude.

Die GameStop-Aktie ist für ihre dramatischen Kursanstiege bei Meme-Aktien bekannt, darunter bemerkenswerte Short Squeezes im Mai und Juni, und ist zu einer Achterbahnfahrt aus Spekulation und Volatilität geworden.

Angesichts der bevorstehenden Gewinnzahlen stellt sich die große Frage, ob wir mit einem weiteren Bullenmarkt rechnen müssen oder ob die Aktie ihren jüngsten Instabilitätstrend fortsetzt.

GameStop-Aktienbewegungen

Der Aktienkurs von GameStop wurde oft von Faktoren beeinflusst, die nichts mit der fundamentalen oder technischen Entwicklung zu tun haben.

So führte etwa die Rückkehr von Keith Gill im Mai zu einem deutlichen Kursanstieg, nach dem darauffolgenden Quartalsbericht ließ die Begeisterung allerdings nach.

Derzeit oszilliert die Aktie um die 20-Dollar-Marke, während auf die Veröffentlichung der nächsten Gewinnzahlen gewartet wird.

Bewertung für GameStop

Die Bewertung von GameStop einzuschätzen ist keine einfache Aufgabe.

Der Aufschwung der Meme-Aktien begann mit der Überzeugung, dass die Aktie unterbewertet sei. Doch obwohl ihr Preis stieg, hat sich das zugrunde liegende Geschäft nicht wesentlich verbessert.

Die Marktkapitalisierung von GameStop beträgt etwas über 9 Milliarden US-Dollar und das Unternehmen betreibt rund 4.300 Geschäfte in Nordamerika, Europa und Australien.

Trotz seines veralteten Geschäftsmodells mit Einzelhandelsgeschäften für Spielausrüstung zieht das Unternehmen immer noch Besucher an.

Der hohe Bedarf an Betriebskapital hat GameStop jedoch dazu veranlasst, vor Kurzem 2,3 Milliarden US-Dollar aufzubringen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Möglicherweise muss das Unternehmen letztendlich weitere Filialen schließen und nur die profitabelsten behalten.

Das Geschäftsmodell von GameStop basiert auf einem negativen Cash Conversion Cycle, bei dem das Unternehmen zunächst das Geld von seinen Kunden einnimmt, bevor es die Lieferanten bezahlt.

Im Gegensatz zu den Wettbewerbern, deren Gemeinkosten aufgrund des Online-Geschäfts geringer sind, hat das Modell von GameStop Probleme.

Seit 2016 hat das Unternehmen die Zahl seiner Filialen um 40 % reduziert, was darauf hindeutet, dass in Zukunft möglicherweise weitere Filialen geschlossen werden müssen.

Was GameStop für die Trendwende braucht

Um GameStop die Wende zu verschaffen, müsste das Unternehmen seinen Umsatz in den bestehenden Filialen um fast 10 % steigern.

Angesichts der aktuellen Verbrauchertrends erscheint dieses Ziel unwahrscheinlich.

CEO Ryan Cohen glaubt an den nostalgischen Reiz physischer Spieleläden, doch dieses Gefühl scheint zu schwinden, da Verbraucher zunehmend lieber online einkaufen.

Für die Aktionäre könnte es von Vorteil sein, sich auf die veränderten Verbraucherpräferenzen zu konzentrieren und nicht auf die Vision des CEOs.

In GME investieren? Risiken und Chancen

Das Abwärtspotenzial für GameStop ist erheblich und einige spekulieren, dass die Aktie letztlich auf Null fallen könnte.

Allerdings ist das Leerverkaufen von GameStop mit negativer Publicity verbunden und wird von Anlegern grundsätzlich vermieden.

Für viele ist die Unberechenbarkeit der Aktie ein Teil ihres Reizes und bietet einen Nervenkitzel, den andere Aktien nicht bieten können.

Obwohl Leerverkäufe nicht ratsam sind, scheint es auch keinen großen Anreiz zu geben, die Aktie zu kaufen.

Da wir uns dem Ergebnisbericht nähern, könnte die jüngste Seitwärtsbewegung der Aktie ein Vorbote von Volatilität sein.

Ob dies zu einem Bullenlauf oder weiterer Instabilität führen wird, bleibt abzuwarten.

Investoren und Marktbeobachter werden die Entwicklung von GameStop in der kommenden Woche genau beobachten, um den nächsten Schritt des Unternehmens abzuschätzen.