Intel steht trotz 20 Milliarden US-Dollar an Chip-Finanzierung wegen Stellenabbau unter Beobachtung

Intel steht trotz 20 Milliarden US-Dollar an Chip-Finanzierung wegen Stellenabbau unter Beobachtung
Diya Poddar
29. Aug. 2024, 12:57 PM
  • Intel soll von der US-Regierung Zuschüsse, Darlehen und Steuererleichterungen erhalten, um die inländische Chipproduktion anzukurbeln.
  • Mit der Finanzierung durch das Handelsministerium sollen 10.000 Arbeitsplätze im produzierenden Gewerbe geschaffen werden.
  • Intels CEO Pat Gelsinger gab an, dass die derzeitige Belegschaft des Unternehmens etwa 10 % größer sei als im Jahr 2020.

Intels jüngste Entscheidung, über 15.000 Stellen abzubauen, hat bei US-Kongressen für Kritik gesorgt, insbesondere beim republikanischen Senator Rick Scott, der die Verwendung von fast 20 Milliarden Dollar aus Steuergeldern an das Unternehmen infrage stellt.

Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass Intel von der US-Regierung erhebliche Unterstützung in Form von Zuschüssen, Darlehen und Steuererleichterungen zur Förderung der inländischen Chipproduktion erhalten soll.

Scotts Bedenken konzentrieren sich darauf, ob diese Steuergelder ausreichend geschützt werden, um die Schaffung von Arbeitsplätzen zu gewährleisten und hohe Standards in der US-amerikanischen Fertigungsindustrie aufrechtzuerhalten.

Warum Intels Kostensenkungsplan Auswirkungen auf Arbeitsplätze in den USA haben könnte

Senator Scott äußerte Zweifel an der Wirksamkeit der geplanten Vergaben des Handelsministeriums an Intel, die sich auf insgesamt 8,5 Milliarden Dollar in Form von Zuschüssen und bis zu 11 Milliarden Dollar in Form von Darlehen belaufen.

Scott stellte in Frage, ob die Kriterien des Ministeriums für diese Vergaben ausreichende Schutzmechanismen enthielten, um den Missbrauch von Steuergeldern durch Unternehmen zu verhindern, die die hohen Standards, die für die US-Produktion und die Schaffung von Arbeitsplätzen erforderlich sind, nicht erfüllen.

Die Mittel sollen die Halbleiterproduktionsanlagen in Arizona, New Mexico, Ohio und Oregon unterstützen, wobei sich Intel verpflichtet, die Kosten bis 2025 um 10 Milliarden Dollar zu senken.

Allerdings lässt der geplante Personalabbau von über 15.000 Stellen, der größtenteils in diesem Jahr stattfinden soll, Zweifel daran aufkommen, wie diese öffentlichen Mittel dem US-Arbeitsmarkt wirklich zugute kommen werden.

Was ist Intels Umstrukturierungsstrategie?

Pat Gelsinger, CEO von Intel, gab an, dass die derzeitige Belegschaft des Unternehmens trotz eines Umsatzrückgangs von 24 Milliarden US-Dollar im Vergleich zu 2023 etwa 10 % größer sei als im Jahr 2020.

Der Stellenabbau zielt vor allem auf die Zentrale ab. Die Strategie besteht darin, mehr Stellen in Richtung kundenorientierter und operativer Funktionen zu verlagern.

Senator Scott forderte Klarheit darüber, wie viele Arbeitsplätze in den USA von diesen Kürzungen betroffen sein werden und welche Folgen das für die geplanten Investitionen von Intel in den Halbleitersektor hat.

Er stellte außerdem die Frage, warum die beträchtlichen Investitionen der US-Steuerzahler nicht ausgereicht hätten, um derart umfangreiche Entlassungen zu verhindern.

Das Handelsministerium wollte Scotts Brief zwar nicht kommentieren, betonte jedoch erneut, dass durch die Finanzierung in mehreren Bundesstaaten voraussichtlich Tausende von Arbeitsplätzen geschaffen werden.

Werden die Steuergelder die beabsichtigten Ziele erreichen?

Die kommende Zeit ist für Intel von entscheidender Bedeutung, da seine Umstrukturierungspläne angesichts erheblicher öffentlicher Fördermittel einer verstärkten Prüfung unterzogen werden.

Während das Handelsministerium seine Vergabeentscheidungen abschließt, muss Intel ein klareres Bild davon liefern, wie das Unternehmen die mit der Finanzierung verbundenen Erwartungen hinsichtlich der Schaffung von Arbeitsplätzen erfüllen will.

Die Fähigkeit des Halbleitergiganten, Kostensenkungen mit der Schaffung von Arbeitsplätzen in Einklang zu bringen, wird unter die Lupe genommen, und seine Reaktion könnte die künftige Regierungspolitik hinsichtlich der Unternehmensfinanzierung und -verantwortung beeinflussen.