Trumps 2,3 Milliarden Dollar Vermögen bei Truth Social: Kann er problemlos darauf zugreifen?

Trumps 2,3 Milliarden Dollar Vermögen bei Truth Social: Kann er problemlos darauf zugreifen?
Diya Poddar
29. Aug. 2024, 18:39 PM
  • Die Aktien von Trump Media standen unter Druck.
  • Der Aktienkurs von Trump Media ist seit März um 70 % gefallen.
  • Trotz des Kursrückgangs wird Trump Media immer noch mit fast 4 Milliarden Dollar bewertet.

Donald Trump steht vor einem bedeutenden finanziellen Meilenstein: Am 25. September läuft die Sperrfrist aus, die ihn daran hindert, seinen 2,3 Milliarden Dollar schweren Anteil an der Trump Media & Technology Group (DJT) zu verkaufen oder zu nutzen.

Dies könnte dem ehemaligen Präsidenten möglicherweise den Zugang zu einer beträchtlichen Geldsumme ermöglichen, die für verschiedene Zwecke verwendet werden könnte, einschließlich der Finanzierung seiner Rechtsstreitigkeiten oder seines Präsidentschaftswahlkampfes.

Der Verkauf eines großen Teils seiner Aktien bringt mehrere Herausforderungen mit sich, die tiefgreifende Auswirkungen auf den Aktienkurs des Unternehmens haben könnten.

Der sinkende Aktienkurs von Trump Media erschwert die Strategie

Die Aktien von Trump Media standen unter Druck und fielen am Mittwoch um 4 Prozent auf unter 20 Dollar, den niedrigsten Stand seit der Gründung Anfang des Jahres.

Der Wert des Unternehmens sank seit Ende März um 70 %, was zu einem starken Rückgang von Trumps Nettovermögen beitrug.

Auf dem Höhepunkt im Mai hatte Trumps Anteil einen Wert von 6,2 Milliarden Dollar, doch aufgrund der Sperrfristen konnte er ihn nicht zu Geld machen.

Die Sperrfrist soll spätestens am 25. September aufgehoben werden, sofern der Aktienkurs innerhalb eines 30-tägigen Zeitraums ab dem 22. August an 20 Handelstagen 12 USD oder mehr erreicht.

Die Herausforderung für Trump besteht darin, dass aufgrund seiner Eigentümerschaft und seiner Rolle als prominentester Nutzer von Truth Social, der wichtigsten Plattform des Unternehmens, jeder größere Verkauf wahrscheinlich einen massiven Ausverkauf auslösen würde.

Analysten argumentieren, dass die Liquidierung auch nur eines Drittels seiner Aktien den Aktienkurs erheblich beeinflussen könnte, da Trumps Maßnahmen eng mit der Stimmung der Anleger verknüpft sind.

Diese missliche Lage wird noch dadurch verschärft, dass andere Insider von Trump Media, darunter CEO Devin Nunes, in den letzten Wochen Anteile abgestoßen haben, was Zweifel an der Stabilität des Unternehmens aufkommen lässt.

Kann Trump Kredite gegen seinen Anteil an Truth Social aufnehmen?

Da die Wahrscheinlichkeit, Aktien zu verkaufen, ohne den Aktienkurs zu schädigen, gering erscheint, könnte Trump nach Ablauf der Sperrfrist alternative Möglichkeiten prüfen, beispielsweise eine Anleihe auf seinen Anteil aufzunehmen.

Aufgrund seiner umstrittenen Vergangenheit mit Finanzinstituten könnte es für Trump schwierig werden, Kredite von traditionellen Banken zu erhalten.

Dennoch besteht weiterhin die Möglichkeit, dass reiche Unterstützer einspringen, die darin entweder eine strategische Geschäftsmöglichkeit oder eine Chance sehen, sich bei einem potenziellen künftigen Präsidenten einzuschmeicheln.

Trotz des Kursrückgangs ist Trump Media immer noch mit fast 4 Milliarden Dollar bewertet, eine Zahl, die einige Experten als „maßlos überbewertet“ bezeichnen, da das Unternehmen im letzten Quartal nur einen Umsatz von 837.000 Dollar meldete. Die Barreserven des Unternehmens belaufen sich auf 344 Millionen Dollar, die es für den Ausbau seiner Streaming-Dienste verwenden will.

Die Fundamentaldaten erscheinen schwach und viele Marktanalysten sind der Ansicht, dass die aktuelle Bewertung durch die finanzielle Entwicklung des Unternehmens nicht gerechtfertigt ist.

Trump riskiert Gegenreaktionen seiner Anhänger

Der Verkauf einer größeren Aktienmenge könnte für Trump auch politische Risiken bergen, da er möglicherweise seine Unterstützer, die in das Unternehmen investiert haben, vergraulen könnte.

Dieser Schritt könnte als Vertrauensverlust in Trump Media gewertet werden – ähnlich der Reaktion der Märkte, wenn bekannte Persönlichkeiten wie Elon Musk oder Mark Zuckerberg große Teile ihrer Anteile an Tesla oder Meta verkaufen würden.

Trumps künftige Entscheidungen hinsichtlich seines Anteils werden genau beobachtet, da sie erhebliche finanzielle und politische Auswirkungen haben könnten.