Ist die Übernahme von US Steel durch Nippon Steel ein echtes Risiko für die nationale Sicherheit?

Ist die Übernahme von US Steel durch Nippon Steel ein echtes Risiko für die nationale Sicherheit?
Wajeeh Khan
05. Sept. 2024, 19:23 PM
  • Die Biden-Regierung bereitet sich darauf vor, den japanischen Präsidentschaftskandidaten Nippon am Kauf von US-Stahl zu hindern.
  • Matthew Slaughter sieht in dem Deal zwischen Nippon und US Steel kein Risiko für die nationale Sicherheit.
  • Der Dekan der Tuck School of Business sprach sich am Donnerstag für den Deal aus.

Berichten zufolge erwägt die US-Regierung, die Übernahme der United States Steel Corporation (NYSE: X) durch die japanische Nippon Steel Corp (TYO: 5401) für 14,1 Milliarden Dollar zu blockieren, und verweist dabei auf Bedenken hinsichtlich der nationalen Sicherheit.

Laut Matthew Slaughter, Dekan der Tuck School of Business in Dartmouth, gibt es jedoch keine eindeutigen öffentlichen Beweise, die diese Behauptung stützen.

In einem Interview in der Sendung „Squawk Box“ von CNBC führte Slaughter den möglichen Schritt, die Übernahme durch Nippon Steel zu verhindern, auf „innenpolitische Erwägungen“ zurück.

Nach Veröffentlichung der Neuigkeiten stiegen die Aktien von US Steel um 3 %.

Der Deal zwischen Nippon und US Steel droht zu scheitern

US Steel hat erklärt, dass das Unternehmen alle rechtlichen Möglichkeiten prüfen wird, um den anstehenden Deal mit Nippon Steel zum Abschluss zu bringen.

Allerdings stößt die Transaktion auf erheblichen Widerstand seitens der US-Politiker, darunter auch der Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris, wodurch die Erfolgsaussichten des Deals gering seien, bemerkte Slaughter.

Slaughter ist anderer Meinung als die Opposition und verweist auf den historischen Beitrag ausländischer Investitionen zum amerikanischen Wirtschaftswachstum, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur Innovation.

Ihm zufolge stärken internationale Investitionen wie die Übernahme durch Nippon typischerweise die US-Wirtschaft.

Japans größter Stahlhersteller ist im Hinblick auf die nationale Sicherheit bereits Zugeständnisse eingegangen. So hat er beispielsweise zugestimmt, dass die Mehrheit des Vorstands und der Führungsspitze von US Steel aus US-Staatsbürgern bestehen wird.

Warum ist Slaughter dafür, dass Nippon US-Stahl kauft?

Slaughter unterstützt Nippons Angebot zur Übernahme von US Steel und argumentiert, dass ausländische Unternehmen wertvolle Technologie, Management-Know-how und Kapital einbrächten, was letztlich den amerikanischen Arbeitern zugute käme.

Er zitierte Daten, die zeigten, dass im Jahr 2021 die US-amerikanischen Tochtergesellschaften ausländischer multinationaler Unternehmen 7,9 Millionen Amerikaner beschäftigten, 14 Prozent zur Forschung und Entwicklung des privaten Sektors beitrugen, 17 Prozent der Kapitalinvestitionen leisteten und mehr als 24 Prozent der gesamten US-Exporte ausmachten.

Diese Unternehmen zahlten ihren Arbeitern außerdem rund 22 Prozent mehr als den durchschnittlichen Lohn im privaten Sektor der USA.

Nippon Steel plant, 1,7 Milliarden Dollar in US-Stahlwerke zu investieren. Das in Pittsburgh ansässige Unternehmen warnte davor, dass diese andernfalls geschlossen werden könnten. Slaughter betonte:

Analysten weiterhin optimistisch für US Steel

Obwohl der Aktienwert der Aktie im Jahr 2024 um mehr als 35 % sinkt, hält die Wall Street an ihrer Einstufung „Übergewichten“ für US Steel fest, mit einem Konsenskursziel von 42 US-Dollar, was auf ein potenzielles Aufwärtspotenzial von 40 % hindeutet.

Obwohl US Steel vor kurzem enttäuschende Zahlen für das zweite Quartal bekannt gab – der Nettogewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um 56 Prozent auf 84 Cent pro Aktie und der Umsatz um 18 Prozent auf 4,12 Milliarden Dollar – übertraf das Unternehmen dennoch die Erwartungen der Analysten, die einen Gewinn von 72 Cent pro Aktie bei einem Umsatz von 4,01 Milliarden Dollar prognostiziert hatten.

Dies könnte erklären, warum Analysten hinsichtlich der Zukunft von US Steel weiterhin optimistisch sind.