Invezz

Mastercard führt in Europa eine nicht verwahrte Krypto-Debitkarte ein

Mastercard führt in Europa eine nicht verwahrte Krypto-Debitkarte ein
Rony Roy
05. Sept. 2024, 23:09 PM
  • Die neue „Spend“-Debitkarte ermöglicht sofortige Umrechnungen von Krypto in Fiat.
  • Es unterstützt mehrere Blockchains, darunter bekannte Netzwerke wie Solana und Ethereum.
  • Die Karte ist zunächst in Europa erhältlich und soll später auch in anderen Regionen verfügbar sein.

Der Zahlungsgigant Mastercard hat in Europa eine neue Krypto-Debitkarte auf den Markt gebracht, die nicht verwahrte Wallets nutzt, um das Bezahlen zu erleichtern.

Einer Ankündigung vom 5. September zufolge ist Mastercard eine Partnerschaft mit dem europäischen Fintech-Unternehmen Mercuryo eingegangen, um eine in Euro denominierte Debitkarte auf den Markt zu bringen, mit der Benutzer Kryptowährungen direkt von ihren nicht verwahrten Wallets ausgeben können.

Mit der Debitkarte namens „Spend“ können Sie bei über 95 Millionen Händlern im Mastercard-Netzwerk für Waren und Dienstleistungen bezahlen.

Wie funktioniert Spend?

Der Ankündigung zufolge vereinfacht die Spend-Karte den Prozess der Umwandlung von Kryptowährungen in Fiatgeld für den alltäglichen Gebrauch und eliminiert die Komplexität traditioneller Methoden.

Als virtuelle Debitkarte kann sie sofort ausgestellt werden und ermöglicht den sofortigen Zugriff.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden, die oft mehrere Schritte, hohe Gebühren und lange Wartezeiten umfassen, ermöglicht Spend sofortige Transaktionen, indem es Benutzern erlaubt, ihre Kryptowährungsbestände in ihren nicht verwahrten Wallets zu verkaufen und diese Mittel sofort auf dem Kartenguthaben verfügbar zu machen.

Durch die Beseitigung von Zwischenhändlern möchten Mercuryo und Mastercard Risiken wie Transaktionssperren reduzieren, die typischerweise bei der Umwandlung von Kryptowährungen in Fiatgeld auftreten.

Es wird außerdem erwartet, dass Spend Unterstützung für mehrere Blockchain-Netzwerke wie Solana, Ethereum und TON bietet und den Benutzern die Flexibilität gibt, Kryptowährungen über verschiedene Ketten hinweg zu kaufen und damit zu bezahlen, wobei 40 Kryptowährungen unterstützt werden.

Darüber hinaus unterstützt die Debitkarte mobile Zahlungsmethoden wie Apple Pay und Google Pay.

Für Wallet-Anbieter ermöglicht Spend die direkte Integration der Krypto-Debitkarte in ihre Plattformen.

Für die Krypto-Debitkarte fällt eine Ausstellungsgebühr von 1,60 €, eine monatliche Verwaltungsgebühr von 1 € und eine Gebühr von 0,95 % für jede Transaktion beim Umtausch von Krypto in Fiat an.

Derzeit ist die Spend-Debitkarte nur in Europa erhältlich, in der Ankündigung heißt es jedoch, dass in Zukunft eine Ausweitung auf andere Regionen geplant ist.

Mastercards wachsende Präsenz im Kryptobereich

Mastercard kündigte erstmals 2021 die Unterstützung von Kryptowährungen und digitalen Zentralbankwährungen an und verwies dabei auf eine steigende Nachfrage seiner Kunden nach digitalen Vermögenswerten. Seitdem hat das Zahlungsunternehmen mit mehreren kryptoorientierten Unternehmen zusammengearbeitet.

So ging Mastercard im August 2024 eine Partnerschaft mit dem selbstverwalteten Web3-Wallet-Anbieter Metamask ein, um ein Pilotprogramm für eine ähnliche selbstverwaltete Debitkarte für Benutzer in Europa und Großbritannien zu starten.

Im Februar arbeitete Mastercard mit der mobilen Zahlungs-App Swoo Pay zusammen, um es Benutzern zu ermöglichen, Treueprämien in Kryptowährung zu verdienen. Zuvor hatte sich das Unternehmen für ein ähnliches Programm mit dem NYSE-eigenen Unternehmen Bakkt zusammengetan.

Mastercard unternahm im Jahr 2022 bemerkenswerte Schritte, indem es eine Partnerschaft mit Paxos einging, um Banken zu helfen, Krypto-Handelsdienste direkt an ihre Kunden anzubieten, indem es als Brücke zwischen Banken und Paxos fungiert. Dies geschah nach einer Zusammenarbeit mit Nexo zur Einführung einer kryptogestützten Mastercard-Karte, die es Benutzern ermöglicht, Geld auszugeben, ohne ihre digitalen Bestände zu verkaufen.