Verizons 20-Milliarden-Dollar-Deal mit Frontier stößt auf Kritik: Analysten nennen ihn „einen grauenhaften Schachzug“

Verizons 20-Milliarden-Dollar-Deal mit Frontier stößt auf Kritik: Analysten nennen ihn „einen grauenhaften Schachzug“
Wajeeh Khan
05. Sept. 2024, 16:32 PM
  • Verizon gibt Pläne zur Übernahme von Frontier Communications für 20 Milliarden Dollar bekannt.
  • CEO Hans Vestberg geht davon aus, dass die Vereinbarung die erforderlichen behördlichen Genehmigungen einholen wird.
  • Die Analysten sind noch immer nicht nur von der Verizon-Frontier-Transaktion begeistert.

Verizon Communications Inc. (NYSE: VZ) hat Pläne zur Übernahme von Frontier Communications Parent Inc. (NASDAQ: FYBR) für 20 Milliarden US-Dollar in bar bekannt gegeben, wobei jede Frontier-Aktie mit 38,50 US-Dollar bewertet wird.

Trotz der hohen Bewertung fiel die Aktie von Frontier im vorbörslichen Handel am Donnerstag um 10 % auf 35,10 $.

Dieser Rückgang lässt darauf schließen, dass die Anleger besorgt sind, dass der Deal auf regulatorische Hindernisse stoßen könnte.

Der CEO von Verizon, Hans Vestberg, ging in einem Interview mit CNBC auf diese Bedenken ein und erklärte, dass zwar mit einer Prüfung durch die Aufsichtsbehörden zu rechnen sei, er aber hinsichtlich der Genehmigung des Deals optimistisch sei.

Vestberg betonte, dass die Übernahme „ein großartiger Deal für alle“ und eine strategische Bereicherung für Verizon sei, da das Unternehmen sein Premium-Glasfasernetz erweitere.

Wichtige Highlights des Deals

Wird der Verizon-Frontier-Deal auf regulatorische Hürden stoßen?

Vestberg bezeichnete die Übernahme von Frontier als einen wichtigen strategischen Schritt zur Erweiterung der Reichweite des Glasfasernetzes von Verizon.

Er spielte das Regulierungsrisiko herunter und wies darauf hin, dass es zwischen dem Netzwerk von Frontier und dem von Verizon Fios nur minimale Überschneidungen gebe, was den Genehmigungsprozess vereinfachen könnte.

Verizon geht davon aus, dass sich die Übernahme unmittelbar positiv auf Umsatz und EBITDA auswirken wird.

Allerdings können die Integrationskosten im ersten Jahr dazu führen, dass sich signifikante Auswirkungen auf den Cashflow und den Gewinn je Aktie (EPS) erst 12 Monate nach Abschluss der Transaktion ergeben.

Trotz der anfänglichen Kosten erwartet Verizon, dass sich durch den Deal die Finanzaussichten des Unternehmens verbessern und der Wert seiner Aktien mit der Zeit steigen könnte.

Nach Bekanntgabe der Übernahme verzeichneten die Aktien von Verizon einen leichten Aufwärtstrend.

Analysten sind nicht nur voll des Lobes für die VZ-FYBR-Transaktion

Durch die Übernahme ist Verizon zwar in der Lage, den „größten reinen Glasfaser-Internetanbieter in den USA“ unter seinen Dach zu bringen, einige Analysten sind jedoch weniger begeistert.

Walter Piecyk von LightShed Partners äußerte seine Zweifel und wies darauf hin, dass Verizon selbst nach der Übernahme noch immer in über 80 Prozent der USA keine glasfaserbasierte Breitbandlösung für Privathaushalte anbieten werde und auch weiterhin hinter der Glasfaserabdeckung von AT&T zurückbleiben werde.

Craig Moffett von MoffettNathanson äußerte sich noch kritischer und nannte den Deal „eine absolut grauenhafte Idee“.

In seiner Forschungsnotiz argumentierte Moffett, dass die Übernahme zwar ein positiver Ausstieg für Frontier sei, aber wenig zur Verbesserung von Verizons bescheidener Glasfaserpräsenz in den USA beitrage.

Er stellte außerdem den strategischen Wert der Übernahme infrage und meinte, dass sich an der Wettbewerbsposition von Verizon nichts Wesentliches ändern werde.

MoffettNathanson bewertet die Verizon-Aktie derzeit als „neutral“ mit einem Kursziel von 43 US-Dollar, was auf ein begrenztes Aufwärtspotenzial hindeutet.

Die attraktive Dividendenrendite von 6,41 % macht Verizon jedoch weiterhin für Einkommensinvestoren attraktiv.

Vor der Übernahme hatte Moffett ein Kursziel von 30 US-Dollar für Frontier festgelegt. Beflügelt durch die Übernahmenachrichten wird der Kurs bereits darüber gehandelt.