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Boeing Starliner verlässt ISS nach monatelanger Verzögerung ohne Astronauten

Boeing Starliner verlässt ISS nach monatelanger Verzögerung ohne Astronauten
Diya Poddar
06. Sept. 2024, 20:34 PM
  • Die erweiterte Mission weicht vom ursprünglichen Neun-Tage-Plan ab.
  • Boeing drohen aufgrund von Verzögerungen Verluste in Höhe von über 1,5 Milliarden Dollar.
  • Die Zukunft des Commercial Crew-Programms der NASA könnte beeinträchtigt werden.

Boeings Raumschiff Starliner, dessen Rückkehr von der Internationalen Raumstation (ISS) ursprünglich vor Monaten geplant war, soll nun ohne die Astronauten landen, die es im Juni transportierte.

Aufgrund anhaltender Triebwerksprobleme war die NASA gezwungen, die Rückkehr der Kapsel zu verschieben und einer eingehenderen Analyse des Problems Priorität einzuräumen. Dies unterstreicht die Herausforderungen, vor denen Boeing in seiner Rolle im Commercial Crew Program der NASA steht.

Triebwerksprobleme führen zum verspäteten Abflug des Starliners

Ursprünglich war eine neuntägige Mission geplant, aber Boeings Starliner namens „Calypso“ ist aufgrund anhaltender technischer Probleme mit seinen Triebwerken seit fast drei Monaten an der ISS angedockt.

Ingenieure verlängerten die Mission, um das Antriebssystem gründlich zu untersuchen, was zu einer erheblichen Verzögerung der Rückkehr der Raumsonde zur Erde führte.

Die Mission, die Teil des Commercial Crew Program der NASA ist, ist für Boeing von entscheidender Bedeutung, doch die Triebwerksprobleme haben Zweifel an der Zuverlässigkeit des Raumfahrzeugs aufkommen lassen.

Um Risiken zu verringern und die Fehlersuche fortzusetzen, beschloss die NASA, die Starliner-Kapsel ohne Astronauten zur Erde zurückzuschicken.

Ursprünglich war die Rückkehr der Testpiloten Butch Wilmore und Suni Williams an Bord des Starliners geplant, nun werden sie jedoch auf der ISS bleiben und im Februar mit der Raumsonde Dragon von SpaceX zurückkehren.

Durch den leeren Rückflug können NASA und Boeing etwaige potenzielle Risiken während der Abkoppel- und Wiedereintrittsphase minimieren.

Abkoppelprozess des Boeing Starliner überarbeitet

In Vorbereitung auf seine Rückkehr hat die NASA das Abkoppelverfahren für Starliner überarbeitet, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Anders als bei typischen bemannten Abflügen ist dieser Vorgang mit zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen verbunden, da keine Astronauten an Bord sind, die bei Bedarf manuell eingreifen könnten.

Die Luke des Starliners wurde am Donnerstag versiegelt und das Abkoppeln ist für Freitag gegen 18:00 Uhr ET geplant.

Anschließend wird die Kapsel ihre sechsstündige Reise zurück zur Erde antreten und im White Sands Space Harbor in New Mexico landen.

Boeing verkraftet Verluste in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar

Die Verzögerungen und technischen Rückschläge beim Starliner hatten für Boeing erhebliche finanzielle Folgen.

Der Luft- und Raumfahrtriese musste im Zuge der Lösung dieser Probleme Verluste in Höhe von über 1,5 Milliarden Dollar hinnehmen.

Was als bahnbrechende Mission geplant war, hat stattdessen die Risiken und Komplexitäten der Weltraumforschung aufgezeigt und Zweifel an Boeings künftiger Teilnahme am Commercial Crew Program der NASA geweckt.

Das Commercial Crew Program der NASA wurde entwickelt, um den Wettbewerb zwischen Boeing und SpaceX zu fördern und zwei zuverlässige Optionen für bemannte Missionen zur ISS bereitzustellen.

Allerdings haben Boeings Probleme mit dem Starliner dazu geführt, dass sich das Kräfteverhältnis zugunsten von SpaceX verschoben hat, das nun den Großteil der bemannten NASA-Missionen abwickelt.

Boeing muss sich nun mit den grundlegenden Problemen des Starliners befassen, um die strengen Sicherheitsstandards der NASA zu erfüllen und seinen Platz in der Zukunft des Programms zu sichern.

Während Boeing daran arbeitet, das Vertrauen in seine Raumfahrzeuge wiederherzustellen, steht viel auf dem Spiel – nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die umfassendere Vision der NASA hinsichtlich kommerzieller Partnerschaften in der Weltraumforschung.