Bei der britischen Krypto-Registrierung ist die Fehlerquote hoch: 87 % der Anträge sind nicht qualifiziert
- Nur 4 von 35 Kryptounternehmen konnten zwischen April 2022 und März 2023 die Zulassung der FCA erhalten.
- Zu den wenigen erfolgreichen Bewerbern gehörten Binances Zahlungspartner BNXA und eine britische Tochtergesellschaft von PayPal.
- Die FCA hat seit Beginn ihrer Aufsicht über den Sektor im Jahr 2020 lediglich 44 Kryptounternehmen registriert.
Die Financial Conduct Authority (FCA) berichtete, dass 87 % der Kryptounternehmen, die im letzten Geschäftsjahr eine Registrierung nach den britischen Geldwäschevorschriften beantragten, keine Genehmigung erhielten.
In den zwölf Monaten bis zum 31. März 2023 wurden nur vier von 35 Anträgen genehmigt.
In der Zwischenzeit gelang es Binances Zahlungspartner BNXA, einer Tochter von PayPal in Großbritannien, und Komainu, einem Joint Venture mit Nomura, Lizenzen zu sichern.
Die überwiegende Mehrheit der Unternehmen erhielt jedoch Ablehnungen oder zog ihre Anträge zurück.
Die FCA beaufsichtigt den Sektor zwar weiterhin, viele Unternehmen nennen jedoch lange Wartezeiten und mangelnde Klarheit als größte Herausforderungen.
Krypto-Unternehmen erfüllen FCA-Standards nicht
Der jüngste Jahresbericht der FCA hebt die Herausforderungen hervor, denen sich Krypto-Unternehmen gegenübersehen, wenn sie eine Betriebsgenehmigung für das Vereinigte Königreich erhalten wollen.
Von 35 Bewerbungen, die zwischen April 2022 und März 2023 eingereicht wurden, konnten sich nur vier Unternehmen erfolgreich registrieren – darunter BNXA, PayPal UK und Komainu.
Die restlichen Anträge wurden entweder abgelehnt oder aufgrund unzureichender Unterlagen zurückgezogen.
Seit die FCA im Jahr 2020 die Aufgabe übernommen hat, die Einhaltung der Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche im Kryptosektor zu überwachen, gelang es lediglich 44 Unternehmen, bei 359 Anträgen eine Zulassung zu erhalten.
Seit 2020 ist die FCA im Rahmen ihrer Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche für die Registrierung von Kryptounternehmen verantwortlich.
Das strenge Verfahren der Behörde verlangt von den Antragstellern hohe Standards. Viele Unternehmen bleiben jedoch im Stich.
Als erhebliche Hürden nannten die Unternehmen lange Wartezeiten und eingeschränktes Feedback.
Einige Firmen fühlen sich während des Registrierungsprozesses unfair behandelt.
Auch die im Juli neu gewählte britische Labour-Regierung hat den gesetzgeberischen Fortschritt im Bereich Kryptowährungen aufgehalten, was die Regulierungslandschaft für den Sektor noch komplizierter macht.
Die hohe Ablehnungsrate bei Kryptoanträgen birgt potenzielle Risiken für das Wachstum der britischen Digitalvermögensbranche.
Das strenge Auswahlverfahren der FCA hat einige Unternehmen dazu veranlasst, eine Registrierung in anderen Rechtsgebieten anzustreben.
Beispielsweise können Unternehmen, die keine Zulassung der FCA haben, britische Kunden trotzdem bedienen, auch wenn sie ihren Sitz woanders haben.
Während die FCA angibt, dass ihre Leitlinien darauf abzielen, Unternehmen bei der Einhaltung der erforderlichen Standards zu unterstützen, deutet die erhebliche Zahl der Ablehnungen darauf hin, dass der Sektor weiterhin vor Herausforderungen steht.
Die Haltung der FCA unterstreicht ihr Engagement zur Verhinderung von Geldwäsche, wirft jedoch auch Fragen zur Zukunft des Krypto-Ökosystems in Großbritannien auf.
Wie geht es mit Kryptowährungen in Großbritannien weiter?
Die FCA wartet derzeit auf eine Gesetzgebung, die es ihr ermöglichen würde, Unternehmen die uneingeschränkte Zulassung für ihre Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich zu erteilen.
Die Verzögerung dieses Gesetzgebungsprozesses ist für viele Kryptounternehmen eine Quelle der Unsicherheit.
Durch den jüngsten Regierungswechsel ist der Zeitplan für die Umsetzung dieser Änderungen unvorhersehbarer geworden.
Dieser Mangel an Klarheit schürt bei den Branchenakteuren weitere Bedenken hinsichtlich der Durchführbarkeit einer Aufrechterhaltung der Geschäftstätigkeit auf dem britischen Markt.
Vorerst müssen sich die Unternehmen weiterhin im bestehenden Regulierungsrahmen zurechtfinden, während sie auf genauere Leitlinien warten.
Für viele Kryptounternehmen sind der Zeit- und Ressourcenaufwand für den FCA-Registrierungsprozess zu einem Streitthema geworden.
Wie einige Firmen erklärten, hat der wahrgenommene Mangel an Fairness und Transparenz einige dazu veranlasst, ihre Anträge ganz zurückzuziehen.
Diese Stimmung veranlasst einige Unternehmen dazu, zu prüfen, ob die Vorteile einer Geschäftstätigkeit im Vereinigten Königreich die bürokratischen Herausforderungen überwiegen, die der aktuelle Rahmen der FCA mit sich bringt.
Da sich eine beträchtliche Anzahl von Unternehmen entweder dafür entscheidet, von anderen Standorten aus zu operieren oder sich zurückzieht, bleibt die Rolle der FCA bei der Gestaltung der zukünftigen Landschaft der britischen Kryptoindustrie von entscheidender Bedeutung.
Trotz Kritik aus der Branche bleibt die FCA bei ihrem Ansatz zur Regulierung des Kryptosektors hart.
Sie argumentiert, dass ihre strengen Verfahren notwendig seien, um sicherzustellen, dass im Vereinigten Königreich nur konforme Unternehmen tätig sind und der Markt dadurch vor potenziellen Risiken wie Geldwäsche und Betrug geschützt wird.
Mehr als 87 % der Anträge werden abgelehnt oder zurückgezogen. Das zeigt deutlich, dass die FCA weiterhin eine Gratwanderung zwischen strenger Regulierung und Innovationsförderung bewältigt.
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