Brigitte Macron gewinnt Verleumdungsklage gegen Verschwörungstheoretiker wegen falscher Transgender-Behauptungen

Brigitte Macron gewinnt Verleumdungsklage gegen Verschwörungstheoretiker wegen falscher Transgender-Behauptungen
Diya Poddar
12. Sept. 2024, 21:03 PM
  • Die Entscheidung des Pariser Gerichts vom Donnerstag stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Desinformation dar.
  • Die falschen Behauptungen gewannen an Bedeutung und kursierten kurz vor den französischen Wahlen 2022 in den sozialen Medien.
  • Am selben Tag, an dem das Gerichtsurteil verkündet wurde, gab Macron in „Emily in Paris“ ihr Netflix-Debüt.

Frankreichs First Lady Brigitte Macron hat einen Rechtsstreit gegen zwei Frauen gewonnen, die fälschlicherweise behaupteten, sie sei Transgender.

Das Urteil des Pariser Gerichts verurteilt sie zur Zahlung von 8.000 Euro (6.750 £) Schadensersatz an Macron und 5.000 Euro an ihren Bruder Jean-Michel Trogneux.

Der Fall hat die weitreichenden Auswirkungen von Desinformation im Internet verdeutlicht, die sich über Frankreich hinaus bis in die USA verbreitete und bei der es auch um Verschwörungstheorien rechtsextremer Gruppen ging.

Dieses Urteil stellt ein wichtiges Zeichen gegen das wachsende Problem von Fake News und diffamierenden Online-Inhalten dar.

Bekämpfung von Desinformation im Internet

Die Entscheidung des Pariser Gerichts vom Donnerstag stellt einen wichtigen Schritt im Kampf gegen Desinformation dar, insbesondere wenn diese sich gegen prominente Personen richtet.

Die beiden beteiligten Frauen, Amandine Roy, ein selbsternanntes spirituelles Medium, und Natacha Rey, die sich selbst als unabhängige Journalistin bezeichnet, veröffentlichten im Dezember 2021 ein YouTube-Video, in dem sie behaupteten, Brigitte Macron sei ein Mann namens Jean-Michel.

Diese falschen Behauptungen gewannen an Bedeutung und kursierten kurz vor der französischen Präsidentschaftswahl 2022 in den sozialen Medien.

Macron, ehemals Brigitte Trogneux, reichte nach dem viralen Video und der raschen Verbreitung haltloser Anschuldigungen eine Verleumdungsklage ein.

In den Posts wurde angedeutet, dass sie nie als Frau existiert habe und ihr Bruder Jean-Michel gewesen sei, der das Geschlecht geändert und ihre Identität angenommen habe.

Das Gericht entschied, dass Roy und Rey 8.000 Euro Schadensersatz an Macron und weitere 5.000 Euro an Jean-Michel Trogneux zahlen müssen. Beide Frauen erhielten zudem eine Bewährungsstrafe von 500 Euro.

Falsche Behauptungen gehen über Frankreich hinaus

Die Desinformationskampagne blieb nicht auf Frankreich beschränkt.

Die Attacke weitete sich international aus und erreichte die USA, wo vor den Halbzeitwahlen im November in einem inzwischen gelöschten YouTube-Video ähnliche diffamierende Vorwürfe gegen Macron auftauchten.

Dies zeigt, wie schnell sich Falschinformationen über Grenzen hinweg verbreiten können und nicht nur zu einer Verleumdungsmasche werden, sondern auch zu Desinformation mit Auswirkungen auf die internationale Politik.

Diese Taktik der Verbreitung falscher Behauptungen ist nicht auf Macron beschränkt.

Auch mehrere bekannte Frauen, darunter die ehemalige First Lady der USA Michelle Obama, die US-Vizepräsidentin und Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris sowie die ehemalige Premierministerin Neuseelands Jacinda Ardern, waren mit ähnlichen Unwahrheiten hinsichtlich ihres Geschlechts oder ihrer Sexualität konfrontiert.

Solche gezielten Desinformationskampagnen werden oft dazu genutzt, das eigene öffentliche Image zu verspotten oder zu diskreditieren.

Brigitte Macrons Antwort

Brigitte Macron, 71, nahm weder an der Verhandlung im Juni noch an der Urteilsverkündung am Donnerstag teil. Sie bleibt jedoch eine aktive Persönlichkeit im öffentlichen Leben.

Zufällig gab sie am selben Tag, an dem das Gerichtsurteil verkündet wurde, ihr Debüt auf Netflix und spielte sich selbst in der beliebten Serie „Emily in Paris“ .

Der Star der Show, Lily Collins, verriet, dass die Idee zu Macrons Cameo-Auftritt entstand, als sie und der Schöpfer der Show, Darren Star, Macron im Dezember 2022 im Elysée-Palast trafen.

Der Fall verdeutlicht einerseits die erheblichen rechtlichen und gesellschaftlichen Konsequenzen der Verbreitung falscher Informationen, andererseits verdeutlicht er auch die umfassenderen kulturellen Auswirkungen von Macrons öffentlichem Leben.

Das Gerichtsurteil könnte künftig ähnliche Desinformationsversuche verhindern und einen Präzedenzfall dafür schaffen, Einzelpersonen für im Internet verbreitete diffamierende Aussagen zur Verantwortung zu ziehen.

Der Ausgang dieses Falls ist ein Hinweis darauf, welche rechtlichen Konsequenzen die Verbreitung unbestätigter und schädlicher Informationen – insbesondere im Internet – nach sich zieht.

Die Entscheidung des Gerichts, Roy und Rey zu bestrafen, ist Ausdruck des Bemühens, die Verbreitung diffamierender Inhalte, insbesondere gegen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, einzudämmen.

Mit dem kontinuierlichen Wachstum digitaler Plattformen steigt auch die Verantwortung, die Integrität und Genauigkeit der weltweit ausgetauschten Informationen zu gewährleisten.