Chinas Einfluss auf den Markt für Seltene Erden bedroht die Lieferkettenambitionen der USA und Japans
- China kontrolliert 70 Prozent der weltweiten Produktion und über 90 Prozent der Raffineriekapazität und unterbietet damit die globale Konkurrenz.
- Japan hat seine Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden verringert und dabei die Notwendigkeit von Widerstandsfähigkeit und langfristigen Investitionen hervorgehoben.
- Die Raffinerie von Iluka Resources in Australien ist mit steigenden Kosten konfrontiert, was ihre Rentabilität bedroht.
Der globale Wettlauf um die Verringerung der Abhängigkeit von China bei der Beschaffung seltener Erden steht vor erheblichen Herausforderungen, da Länder wie die USA, Japan und Australien Schwierigkeiten haben, alternative Lieferketten aufzubauen.
Diese kritischen Mineralien sind für Hightech-Industrien – von Elektrofahrzeugen bis hin zur Militärtechnologie – von entscheidender Bedeutung und die Sicherung ihrer Versorgung ist zu einer strategischen Priorität geworden.
Trotz milliardenschwerer Investitionen lassen Verzögerungen beim Bau und sinkende Preise Zweifel daran aufkommen, ob diese Länder in der Lage sind, sich von der Marktdominanz Chinas zu lösen.
Quelle: Bloomberg
Seltenerdprojekte in den USA und Australien stehen vor Rückschlägen
Lynas Rare Earths Ltd. leitet die US-Bemühungen, eine unabhängige Lieferkette für Seltene Erden aufzubauen.
Das Unternehmen baut in Texas eine Verarbeitungsanlage, die mit Aufträgen des Pentagon im Wert von über 300 Millionen US-Dollar finanziert wird.
Aufgrund von Problemen mit den Umweltgenehmigungen kam es jedoch zu erheblichen Verzögerungen bei dem Projekt, sodass sich die geplante Eröffnung noch weiter verzögerte.
Diese Verzögerung verdeutlicht die Hürden, mit denen die USA auf ihrem Weg zur Autarkie in ihrer Lieferkette konfrontiert sind.
Auch das australische Unternehmen Arafura Rare Earths Ltd., das 840 Millionen australische Dollar (560 Millionen US-Dollar) an staatlichen Krediten erhalten hatte, ist mit Verzögerungen konfrontiert.
Mit dem Bau des Nolans-Projekts des Unternehmens, bei dem die Produktion in diesem Jahr hochgefahren werden sollte, wurde noch nicht begonnen.
Diese Rückschläge signalisieren größere Herausforderungen für westliche Nationen, die versuchen, eine zuverlässige Lieferkette für Seltene Erden außerhalb Chinas aufzubauen.
Chinas Marktmanipulation
China hat den Markt für Seltene Erden weiterhin fest im Griff und kontrolliert rund 70 Prozent der weltweiten Produktion und über 90 Prozent der Raffineriekapazität.
Durch diese Dominanz kann China die Marktpreise beeinflussen, was wiederum zu weiteren Komplikationen für konkurrierende Projekte führt.
Die jüngsten Preisrückgänge, die auf ein Überangebot aus China und eine schwächelnde Binnenwirtschaft zurückzuführen sind, haben die Rentabilität neuer Projekte in den USA und Australien beeinträchtigt.
Auch Iluka Resources Ltd., das ein Darlehen in Höhe von 1,25 Milliarden australischen Dollar für den Bau der ersten integrierten Seltenerd-Raffinerie Australiens erhalten hatte, steht vor Herausforderungen.
Das Unternehmen wurde mit explodierenden Kosten konfrontiert, die die ursprünglichen Prognosen übertrafen, was zu einer Verzögerung der für 2026 geplanten Eröffnung des Projekts führte.
Diese Schwierigkeiten werden noch dadurch verschärft, dass China die Preise manipulieren kann, was es für konkurrierende Projekte schwieriger macht, in Gang zu kommen.
Lehren aus Japan
Aus dem Kampf Japans zur Verringerung seiner Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden können andere Länder wertvolle Lehren ziehen.
Im Jahr 2010 stoppte China aufgrund eines Territorialstreits vorübergehend den Export Seltener Erden nach Japan, was Tokio dazu veranlasste, nach alternativen Quellen zu suchen.
Japan hat massiv in Unternehmen wie Lynas investiert und konnte so Zeiten niedriger Preise und betrieblicher Schwierigkeiten überstehen.
Durch diese Unterstützung konnte Japans Abhängigkeit von chinesischen Seltenen Erden von 80–90 % auf rund 60 % reduziert werden.
Die jahrzehntelangen Bemühungen Japans unterstreichen das langfristige Engagement und die finanzielle Belastbarkeit, die erforderlich sind, um auf dem Markt für Seltene Erden wettbewerbsfähig zu sein.
Für Länder wie die USA und Australien ist die Erfahrung Japans ein Beleg dafür, dass es nicht über Nacht gelingen wird, sich von der chinesischen Dominanz zu befreien – es bedarf erheblicher Investitionen, Geduld und Beharrlichkeit.
Umwelt- und Finanzprobleme bedrohen die Versorgung
Neben wirtschaftlichen Faktoren spielen auch Umweltaspekte eine große Rolle.
Der Abbau und die Verarbeitung Seltener Erden können zu erheblichen Umweltschäden führen, darunter Wasserverschmutzung und Lebensraumzerstörung.
Diese Probleme führten zu Verzögerungen bei der Genehmigung und dem Bau von Projekten sowohl in den USA als auch in Australien und erschwerten damit die Bemühungen zum Aufbau einer nachhaltigen und unabhängigen Lieferkette zusätzlich.
Die Umweltauswirkungen der Seltenerdproduktion werfen eine kritische Frage auf: Können Länder außerhalb Chinas eine Industrie aufbauen, die sowohl wirtschaftlich tragfähig als auch ökologisch nachhaltig ist?
Da diese Herausforderungen weiterhin bestehen, bleibt die Zukunft der globalen Lieferkette für Seltene Erden ungewiss.
Der globale Wettlauf um die Sicherung Seltener Erden ist ein komplexes, jahrzehntelanges Unterfangen, wie Lynas-Geschäftsführerin Amanda Lacaze betont.
Der Aufbau einer neuen Branche erfordert geduldiges Kapital, langfristiges Engagement und die Fähigkeit, wirtschaftliche, ökologische und geopolitische Herausforderungen zu meistern.
Für die USA, Japan und Australien wird der Erfolg von ihrer Fähigkeit abhängen, diese Hürden zu überwinden.
Zwar schreiten die Bemühungen voran, die Abhängigkeit von China zu verringern, doch der Weg zu einer wirklich unabhängigen Lieferkette für Seltene Erden wird mit Schwierigkeiten verbunden sein, und der Weltmarkt wird auf absehbare Zeit weiterhin den Einfluss Chinas spüren.
Was enthält das neue US‑Iran-Friedensabkommen? Das wissen wir bisher
Asiatische Aktienrally treibt Hang Seng, Kospi und Nikkei 225 wegen US‑Iran‑Hoffnungen
Nikkei 225 und Kospi steigen stark, japanische und südkoreanische Renditen stürzen
Xi empfing zuerst Trump, dann Putin – und zeigte Chinas Einfluss
Zimbabwe ZiG: Goldgedeckte Währung trotz Risiken stabil
Keine Ergebnisse gefunden
Artikel werden geladen...
Failed to load articles. Please try again.