Chinas Bevölkerung mit Superreichen ist im letzten Jahrzehnt um 108 Prozent gestiegen

Chinas Bevölkerung mit Superreichen ist im letzten Jahrzehnt um 108 Prozent gestiegen
Diya Poddar
17. Sept. 2024, 18:36 PM
  • Die Zahl der Hundertmillionäre ist weltweit im letzten Jahrzehnt um 54 % gestiegen.
  • Prognosen zufolge wird die Bevölkerung der Superreichen in Hangzhou und Shenzhen bis 2040 um über 150 Prozent wachsen.
  • Die USA und China werden bis 2040 die globale Hundertmillionärs-Wachstumsrate von 75 % übertreffen.

Die Zahl der Hundertmillionäre in China – Personen mit investierbaren Vermögenswerten von 100 Millionen Dollar oder mehr – ist im letzten Jahrzehnt um erstaunliche 108 % gestiegen und hat damit die globalen und US-amerikanischen Wachstumsraten übertroffen.

Laut einem neuen Bericht von New World Wealth und Henley & Partners zeigt dieser bemerkenswerte Anstieg, dass Chinas boomender Technologie- und Industriesektor die Hauptursache für den Anstieg der Zahl superreicher Einzelpersonen ist.

Im Jahr 2024 gab es in China 2.350 Hundertmillionäre, ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.

Dieses Wachstum wurde jedoch durch die jüngsten wirtschaftlichen Herausforderungen gedämpft, zu denen ein schwächelnder Immobilienmarkt, steigende Arbeitslosigkeit und schwache Verbraucherausgaben zählen.

Seit 2020 ist die Zahl der Superreichen in China nur um etwa 10 % gestiegen, was auf eine Phase langsameren Wachstums nach Jahren schneller Vermögensbildung hindeutet.

Hangzhou und Shenzhen erwarten bis 2040 ein Wachstum von 150 Prozent

Trotz des aktuellen wirtschaftlichen Gegenwinds wird für Städte wie Hangzhou und Shenzhen ein Anstieg der Zahl der Hundertmillionäre um über 150 % bis 2040 prognostiziert.

Beide Städte haben eine robuste Wirtschaftsentwicklung erlebt: Das BIP von Hangzhou wuchs im ersten Halbjahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 % und das von Shenzhen um 5,9 % – und übertraf damit die nationale Wachstumsrate Chinas von 5 %.

Diese wirtschaftliche Vitalität dürfte auch weiterhin Investitionen in Hightech- und Industrieunternehmen anziehen und so das Wachstum der superreichen Bevölkerung weiter befeuern.

USA und China führen den weltweiten Vermögenszuwachs an

Der Bericht prognostiziert, dass die USA und China weiterhin das weltweite Wachstum der Hundertmillionäre anführen werden.

Bis 2040 dürfte die Zahl der Hundertmillionäre in China um 80 bis 100 Prozent steigen.

Gleichzeitig wird in den USA mit Wohlstandszentren wie New York, Los Angeles und San Francisco ein Anstieg der Zahl der Superreichen um mehr als 50 Prozent erwartet.

Beide Länder werden voraussichtlich die durchschnittliche globale Wachstumsrate von 75% übertreffen und damit trotz Unsicherheiten wie den bevorstehenden US-Präsidentschaftswahlen ihre Widerstandsfähigkeit und ihr Potenzial zur Vermögensbildung unter Beweis stellen.

In Asien und dem Nahen Osten entstehen neue Wohlstandszentren. In Städten wie Taipeh, Dubai, Abu Dhabi und Bengaluru wird bis 2040 ein Anstieg der Hundertmillionäre um 150 Prozent oder mehr erwartet.

Dieses Wachstum wird durch die regionale Wirtschaftsentwicklung, Investitionen in Technologie und ein günstiges Geschäftsumfeld vorangetrieben, das globales Kapital anzieht.

Diese Städte entwickeln sich zu bedeutenden Zentren der Vermögensbildung und diversifizieren die globale Landschaft der Superreichen.

Langsameres Wachstum in etablierten Vermögenszentren

Im Gegensatz dazu wird für etablierte Wohlstandszentren wie Zürich, Chicago, Moskau und Madrid ein langsameres Wachstum erwartet, mit Zuwächsen von weniger als 50 Prozent bis 2040.

Diese Städte sind mit reiferen und gesättigteren Märkten konfrontiert.

Während in Europa die größeren Volkswirtschaften wie Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein bescheidenes Wachstum verzeichnen, erlebten kleinere Märkte wie Monaco, Malta, Montenegro und Polen einen deutlichen Anstieg der Zahl der Hundertmillionäre, die im letzten Jahrzehnt um 75 Prozent oder mehr gewachsen sind.

Die politische Landschaft in den USA könnte künftige Trends der Vermögensmigration erheblich beeinflussen.

Als Reaktion auf mögliche Änderungen in der Steuer-, Wirtschafts- und Sozialpolitik prüfen wohlhabende Amerikaner zunehmend alternative Optionen für Wohnsitz und Staatsbürgerschaft.

Der Ausgang der kommenden Präsidentschaftswahlen könnte sich sowohl auf die inländischen als auch auf die internationalen Migrationstrends der Superreichen auswirken und so die Vermögensdynamik innerhalb und außerhalb der USA verändern.

Insgesamt ist der explosionsartige Anstieg der Zahl der Hundertmillionäre in China und die Entstehung neuer Wohlstandszentren in Asien und dem Nahen Osten ein Hinweis auf die Veränderung der globalen Vermögensstrukturen.

Da die etablierten Zentren mit einem verlangsamten Wachstum konfrontiert sind, suchen die Superreichen zunehmend nach neuen Regionen für Investitionen und Chancen.