Asiatische Märkte bejubeln erste Zinssenkung der Fed seit über vier Jahren
- Der Tokioter Nikkei 225-Index führte die Rallye an und legte um 2,5 Prozent zu, um bei 37.284,43 zu schließen.
- Die indischen Aktienmärkte erreichen neue Allzeithochs.
- In Indien und Südostasien wird in den kommenden Monaten mit einem Anstieg der FIIs gerechnet.
Die asiatischen Aktienmärkte legten am Donnerstag zu, als die Anleger auf die Entscheidung der US-Notenbank reagierten, mit der sie den Leitzins um 50 Basispunkte stärker als erwartet senkte, um eine mögliche Rezession in den USA zu verhindern.
Dieser Schritt stellt einen bedeutenden Wendepunkt in der US-Geldpolitik dar und die globalen Märkte reagierten mit gemischten Reaktionen.
Wichtige Indizes verzeichnen in ganz Asien Zuwächse
Der Tokioter Nikkei 225-Index führte die Rallye an und legte um 2,5 Prozent zu, um bei 37.284,43 zu schließen.
Der Hongkonger Hang Seng Index verzeichnete ebenfalls einen Anstieg von 1 % und beendete den Tag bei 17.840,93, während der Shanghai Composite Index um 0,8 % auf 2.738,19 zulegte.
Taiwans Taiex folgte diesem Beispiel und stieg um 1 Prozent. Der südkoreanische Kospi jedoch widersetzte sich dem Trend und verlor 0,3 Prozent und schloss bei 2.566,65. Damit war er der einzige große asiatische Index, der Verluste verzeichnete.
Der indische Aktienmarkt erreichte Rekordhöhen: Der Nifty stieg um 0,68 % auf 25.551,65 und der Sensex kletterte um 0,71 % auf 83.542,65.
Analysten führen den Aufschwung in Indien auf das gestiegene Interesse ausländischer Investoren und die Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die Reserve Bank of India zurück.
Die Aufwärtsbewegung auf den asiatischen Märkten spiegelt den Optimismus wider, dass die aggressive Zinssenkung der Fed einer Weltwirtschaft Erleichterung verschaffen wird, die angesichts der steigenden Inflation mit den Folgen einer strafferen Geldpolitik zu kämpfen hat.
Zinssenkung der Fed signalisiert neue Phase der Geldpolitik
Die Senkung des Leitzinses durch die US-Notenbank um einen halben Prozentpunkt ist die erste seit über vier Jahren.
Die Entscheidung fällt zu einem Zeitpunkt, da die Inflation in den USA seit ihrem Höchststand vor zwei Jahren zurückgegangen ist und die Fed ihre Aufmerksamkeit auf die Stabilisierung des Arbeitsmarktes und der Gesamtwirtschaft richtet.
Fed-Vorsitzender Jerome Powell erläuterte die Gründe für diesen Schritt:
Obwohl die Märkte die Zinssenkung weitgehend erwartet hatten, überraschte das Ausmaß der Senkung einige Anleger.
Die Reaktion der Wall Street auf die Entscheidung der Fed war relativ verhalten: Der S&P 500 verlor 0,3 Prozent, der Dow Jones Industrial Average verlor 0,2 Prozent und der Nasdaq Composite büßte 0,3 Prozent ein.
FIIs in Südostasien dürften in den kommenden Monaten steigen
Die Analysten äußern unterschiedliche Ansichten zur Strategie der Fed und ihren Auswirkungen auf die Märkte.
Thomas Mathews von Capital Economics stellte fest, dass die Reaktion des Marktes auf die Zinssenkung verhalten war und sagte:
Andere wiederum sind hinsichtlich der langfristigen Auswirkungen, insbesondere auf den Schwellenmärkten, optimistischer.
„Wir erwarten, dass die Zuflüsse in die Schwellenmärkte nach der Zinssenkung der Fed zunehmen werden“, sagte Marktexperte Ajay Bagga.
Er betonte, dass Indien und Südostasien voraussichtlich erheblich von der Kürzung profitieren würden, da die Zuflüsse ausländischer institutioneller Anleger (FII) in den kommenden Monaten wahrscheinlich zunehmen würden.
Bagga sagte auch voraus, dass andere Zentralbanken, darunter die Reserve Bank of India (RBI), diesem Beispiel folgen könnten, und bemerkte:
Sitzungen der Bank of Japan und der Bank of England stehen bevor
Während die Entscheidung der US-Notenbank die Schlagzeilen beherrschte, beobachten die Anleger auch aufmerksam, wie sich die Bank of Japan (BOJ) und die Bank of England (BOE) auf ihre eigenen geldpolitischen Sitzungen vorbereiten.
Es wird nicht erwartet, dass die Zentralbanken unmittelbare Änderungen an ihren Zinssätzen vornehmen werden. Marktexperten meinen jedoch, der Ton ihrer Mitteilungen könne Hinweise auf die künftige Ausrichtung ihrer Politik geben.
Stephen Innes von SPI Asset Management kommentierte die globale Zentralbanklandschaft wie folgt:
Dieser Wandel wird aufmerksam beobachtet, da andere Zentralbanken möglicherweise ähnliche Ansätze verfolgen möchten.
Gold- und Anleihepreise steigen, da Anleger nach sicheren Häfen suchen
Während die Märkte die Zinssenkung der Fed verarbeiteten, kam es in anderen Anlageklassen zu deutlichen Bewegungen.
Der Goldpreis stieg weiterhin, da die Anleger angesichts der weltweiten Unsicherheit Sicherheit suchten.
Auch die Renditen der US-Staatsanleihen waren Schwankungen unterworfen: Die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen stieg von 3,65 % am späten Dienstag auf 3,70 %, und die Rendite der zweijährigen Staatsanleihen erhöhte sich leicht von 3,60 % auf 3,62 %.
Einige Analysten sind davon überzeugt, dass die Zinssenkung zu einem langfristigen Anstieg der Aktienkurse beitragen könnte, da sie die Kreditkosten für Unternehmen senkt und Investitionen fördert.
Andere wiederum warnen, dass die Maßnahmen der Fed ein Zeichen grundlegender Sorgen hinsichtlich der Stärke der US-Wirtschaft sein könnten.
Die globalen Öl- und Devisenmärkte bleiben volatil
Im weiteren Marktverlauf gaben die Rohölpreise leicht nach. Die US-Benchmark-Sorte verlor 20 Cent und notierte bei 69,68 Dollar pro Barrel, während die globale Standard-Sorte Brent um 22 Cent auf 73,43 Dollar pro Barrel nachgab.
Auch die Devisenmärkte reagierten auf die Maßnahme der Fed: Der Dollar stieg gegenüber dem Yen von 142,29 auf 143,37, während der Euro von 1,1120 auf 1,1101 Dollar nachgab.
Diese Schwankungen spiegeln die anhaltende Unsicherheit der Anleger hinsichtlich der allgemeinen Konjunkturaussichten und der Auswirkungen der Zinssenkung der Fed auf den Welthandel und die Investitionen wider.
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