Angesichts der Zinssenkung der Fed fordern Berater eine Umschichtung von Bargeld in risikoreichere Anlagen

Angesichts der Zinssenkung der Fed fordern Berater eine Umschichtung von Bargeld in risikoreichere Anlagen
Deepali Singh
20. Sept. 2024, 17:05 PM
  • Die Federal Reserve senkte den Leitzins um beachtliche 50 Basispunkte.
  • Anlageberater empfehlen ihren Kunden, große Bargeldpositionen zu überdenken.
  • Geldmarktfonds sind seit langem attraktiv, weil.

Angesichts der erwarteten Zinssenkung der US-Notenbank Fed empfehlen Anlageberater ihren Kunden nun, große Bargeldpositionen zu überdenken.

Durch diesen Wandel könnten Geldmarktfonds, die massive Zuflüsse verzeichneten, schon bald ihre Attraktivität verlieren und Anleger dazu veranlassen, sich nach Alternativen mit höherem Risiko umzusehen.

Geldmarktfonds-Boom seit 2022: Hält der Trend an?

Nach Angaben des Investment Company Institute, einer Organisation, die Investmentfonds vertritt, verzeichneten Geldmarktfonds für Privatkunden satte Zuflüsse von 951 Milliarden Dollar, seit die Fed im Jahr 2022 ihre Zinserhöhungskampagne zur Eindämmung der Inflation startete.

Bis zum 18. September 2023 stiegen die Gesamtvermögenswerte dieser Fonds auf 2,6 Billionen US-Dollar, was einem Anstieg von 80 % seit Anfang 2022 entspricht.

Da die US-Notenbank nun jedoch ihren Kurs ändert und die Zinsen senkt, dürfte die Attraktivität dieser Anlagen mit extrem geringem Risiko nur von kurzer Dauer sein.

„Wenn die Leitzinsen fallen, wird die Attraktivität von Geldmarktfonds nachlassen“, sagte Daniel Morris, Chef-Marktstratege bei BNP Paribas Asset Management, gegenüber Reuters.

Zinssenkung der Fed signalisiert Änderung der Anlagestrategie

Am Mittwoch senkte die US-Notenbank den Leitzins um beachtliche 50 Basispunkte und brachte ihn damit in eine Spanne von 4,75 bis 5 Prozent.

Dieser deutliche Rückgang könnte Anleger dazu veranlassen, ihre Bargeldbestände und andere risikoarme Anlagen angesichts sinkender Renditen neu zu bewerten.

Jason Britton, Gründer von Reflection Asset Management, das ein Vermögen von 5 Milliarden Dollar verwaltet, warnt, dass Anleger bereit sein müssten, höhere Risiken einzugehen.

Britton betonte die Notwendigkeit risikoreicherer Strategien und fügte hinzu:

Streben nach höheren Renditen bei sinkenden Zinsen

Geldmarktfonds, die vorwiegend in kurzfristige Staatspapiere investieren, sind aufgrund ihrer risikolosen Renditen seit langem attraktiv.

Steigen die Zinsen, steigen auch die Renditen, was Anleger anzieht, die Sicherheit suchen. Doch jetzt, wo die Zinsen sinken, könnte ihr Glanz verblassen.

Im selben Reuters-Bericht schlägt Ross Mayfield, Anlagestratege bei Baird Wealth, Anlegern vor, ihre Portfolios neu zu bewerten.

Trotz der veränderten Rahmenbedingungen glauben einige Experten, wie Carol Schleif, Chief Investment Officer beim BMO Family Office, dass es immer noch sinnvoll ist, Bargeld zu halten, um zukünftige Gelegenheiten zum Aktienkauf zu nutzen.

Obwohl Analysten meinen, dass es eine Woche oder länger dauern könnte, bis der Markt vollständig auf die Entscheidung der Fed reagiert, geht aus dem jüngsten Bericht des Investment Company Institute hervor, dass die Geldmarktfondsströme stabil geblieben sind.

Den Beratern zufolge zögern Privatanleger allerdings, ihre Bargeldbestände gänzlich aufzugeben.

Investoren stehen vor schwierigen Entscheidungen

Angesichts sinkender Zinsen suchen Kunden zunehmend nach Alternativen zu Bargeld, sagt Christian Salomone, Chief Investment Officer bei Ballast Rock Private Wealth.

Dennoch warnt Jason Britton, dass sich die Anleger in einer Zwickmühle befinden: Sie müssten entweder höhere Risiken eingehen oder sich mit geringeren Renditen bei bargeldähnlichen Anlagen zufrieden geben.

Der Zinssenkungszyklus der Fed hat gerade erst begonnen, und in den kommenden Monaten dürfte es zu einer Umverteilung der Vermögenswerte kommen, da sich die Anleger an die neue wirtschaftliche Realität anpassen müssen.