Snapchats Augmented-Reality-Ambitionen: eine kostspielige Wette, die den Aktionären weiterhin schadet

Snapchats Augmented-Reality-Ambitionen: eine kostspielige Wette, die den Aktionären weiterhin schadet
Harsh Vardhan
21. Sept. 2024, 12:08 PM
  • Die Aktie ist seit Jahresbeginn um 40 % gefallen und die AR-Initiativen von Snap reichen nicht mehr aus, um die Anleger zu begeistern.
  • Sein Werbesegment ist vielversprechend, wächst jedoch nicht so schnell wie die Branche.
  • Ohne ein solides Kerngeschäft kann das Unternehmen nur schwer weiter in ein unrentables Produkt investieren.

Snap Inc. hat vor Kurzem seine fünfte Generation von Augmented-Reality-Brillen (AR) auf den Markt gebracht, nur wenige Tage vor der Connect-Veranstaltung des Konkurrenten Meta Platforms, bei der Meta seine neueste Hardware präsentieren wird.

Zusammen mit der neuen AR-Brille kündigte Snap eine Partnerschaft mit OpenAI an, um Entwicklern bei der Integration von KI-Tools in die Smart-Brille zu helfen.

Doch so aufregend diese Fortschritte auch klingen, bleibt die Frage: Kann es sich Snap leisten, auf dem kapitalintensiven AR-Markt zu konkurrieren?

Kann sich Snap den kapitalintensiven AR-Markt leisten?

Der AR-Markt befindet sich noch in der Anfangsphase und ist für die meisten Technologieunternehmen noch lange nicht ausgereift genug, um vertrauensvoll darin zu investieren.

Während Meta mutig Milliarden in die Entwicklung von AR-Technologien gesteckt hat, zögern viele andere Unternehmen, da die Kapitalrendite unklar ist.

Snap Inc. scheint entschlossen, sich ein Stück dieses Marktes zu sichern, doch der Zeitpunkt gibt Anlass zur Sorge. Das Werbegeschäft, das den größten Umsatztreiber des Unternehmens darstellt, ist extrem volatil und steckt weiterhin in Schwierigkeiten.

Bis zum zweiten Quartal 2024 hatte Snap in diesem Segment noch keinen operativen Gewinn erwirtschaftet.

Während Metas Werbegeschäft ein robustes Wachstum verzeichnet, hinkt das von Snap hinterher. Dies wirft die Frage auf: Sollte Snap die F&E-Ausgaben für ein Produkt erhöhen, das über Jahre hinweg keinen Gewinn abwerfen wird?

Meta hat seit 2020 über 63 Milliarden Dollar in seine Hardwareprojekte investiert, mit gemischten Ergebnissen.

Doch Meta kann es sich leisten: Das Unternehmen erwirtschaftete allein im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von über 39 Milliarden US-Dollar, sodass die hohen Investitionen verkraftbar sind.

Snap hingegen meldete im vergangenen Jahr einen Nettoverlust von 1,3 Milliarden Dollar.

Während sich sein Aktienkurs in einem anhaltenden Abwärtstrend befindet, investiert Snap weiterhin in AR-Initiativen, ohne dass ein klarer Gewinn für das Endergebnis in Sicht wäre.

Snaps bisherige Bemühungen mit AR

Snap stellt keine detaillierte Finanzaufschlüsselung seines Hardware-Segments zur Verfügung, aber seine Geschichte mit AR ist alles andere als ermutigend.

Die ersten internetfähigen Brillen des Unternehmens, die 2016 auf den Markt kamen, führten zu einem Lagerbestand von 40 Millionen Dollar, der nicht verkauft wurde und abgeschrieben werden musste.

Nachfolgende Versionen, darunter das auf Entwickler ausgerichtete AR-Modell 2021, konnten sich auf dem Markt nicht durchsetzen.

CEO Evan Spiegel beharrt darauf, dass die Konzentration auf Kameratechnologie die richtige Hardware-Strategie für Snap sei, doch die Investoren bleiben skeptisch.

Angesichts der unterdurchschnittlichen Leistung des Kerngeschäfts des Unternehmens ist die Nachhaltigkeit dieses hardwarezentrierten Ansatzes bestenfalls fraglich.

Was denken die Aktionäre?

Anfang des Monats informierte Spiegel seine Mitarbeiter darüber, dass sich Snap von seiner Werbeflaute erholt habe und dass das Wachstum anziehen werde, da das Unternehmen seinen Fokus auf die gezielte Ansprache kleinerer Werbekunden verlagere.

Die Stimmung unter den Anlegern bleibt jedoch pessimistisch.

Snap wurde oft als „totes, wandelndes Unternehmen“ bezeichnet und während Spiegel Schlagworte verwendet, um den Optimismus aufrechtzuerhalten, ist die schlechte finanzielle Leistung des Unternehmens von Quartal zu Quartal offensichtlich.

Die Aktie ist seit Jahresbeginn um 40 % gefallen und die AR-Initiativen von Snap reichen nicht mehr aus, um die Anleger zu begeistern.

Die Aktionäre sind zunehmend frustriert über die Unfähigkeit des Unternehmens, sein Potenzial in nachhaltiges Wachstum umzusetzen. Und die anhaltende Konzentration auf unrentable Unternehmungen wie AR verstärkt diese Sorgen nur noch.