Chinesisches Konjunkturprogramm treibt asiatische Märkte auf höchsten Stand seit 2,5 Jahren
- Der Bluechip-Index CSI300 und der Shanghai Composite Index legen jeweils um 1 Prozent zu.
- Der Hang Seng Index in Hongkong stieg im frühen Handel um mehr als 2 Prozent.
- Der breiteste Index von MSCI für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans erreichte seinen höchsten Stand seit April 2022.
Die asiatischen Aktien stiegen am Dienstag und erreichten ihren höchsten Stand seit mehr als zweieinhalb Jahren, da eine neue Welle chinesischer Konjunkturmaßnahmen die Marktstimmung aufhellte.
Die Anleger wurden zusätzlich durch die Erwartungen weiterer Zinssenkungen in den USA ermutigt, was den US-Dollar weiterhin unter Druck setzte.
Chinas führende Finanzregulierungsbehörden haben ein umfassendes Paket wirtschaftlicher Maßnahmen zur Wiederbelebung des Wachstums vorgestellt.
Die Regierung kündigte eine Kürzung der Bankreserven um 50 Basispunkte und eine Senkung der Hypothekenzinsen an – Maßnahmen, mit denen sie der schleppenden Wirtschaftsleistung des Landes entgegenwirken will.
Konjunkturmaßnahmen größer als erwartet, Märkte reagieren
Die Auswirkungen waren unmittelbar spürbar und die chinesischen Aktienkurse stiegen steil an. Der Bluechip-Index CSI300 eröffnete 1 Prozent höher und auch der breitere Shanghai Composite Index legte um 1 Prozent zu.
Der Hang Seng Index in Hongkong stieg im frühen Handel um mehr als 2 %, während der Festland-Immobilienindex um 5 % zulegte.
Der breiteste Index von MSCI für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans legte um 0,41 % zu und erreichte mit 588,43 seinen höchsten Stand seit April 2022.
„Obwohl es nach der Ankündigung einer Pressekonferenz gewisse Erwartungen hinsichtlich der Ankündigung von Konjunkturmaßnahmen gab, ist das Maßnahmenpaket bisher meiner Meinung nach wahrscheinlich umfangreicher als vom Markt erwartet“, sagte Khoon Goh, Leiter der Asienforschung bei ANZ, in einem Reuters-Bericht.
Fokus auf Notenbanken angesichts bevorstehender Zinsentscheidungen
Die Aufmerksamkeit der Anleger richtete sich auch auf die Reserve Bank of Australia (RBA), die bei ihrer später am Tag stattfindenden Sitzung voraussichtlich ihre aktuellen Zinssätze beibehalten würde.
Trotz der jüngsten Senkung der Zinsen um 50 Basispunkte durch die US-Notenbank waren die Erwartungen an einen ähnlichen Schritt Australiens gemischt.
„Die RBA wird wahrscheinlich vorerst an ihrer restriktiven Haltung festhalten und versuchen, die Inflationserwartungen niedrig zu halten“, sagte Charu Chanana, Leiter der Währungsstrategie bei Saxo, im Reuters-Bericht.
Unterdessen verzeichnete der japanische Nikkei-Index im frühen Handel die größte Bewegung und stieg um 1,4 Prozent auf ein fast dreiwöchiges Hoch.
Die Anleger warteten gespannt auf die Rede des Gouverneurs der Bank von Japan, Kazuo Ueda, von der erwartet wird, dass sie weitere Einblicke in die nächsten Schritte der Zentralbank geben wird.
In den USA schlossen die Aktien am Montag leicht höher, da die Händler noch immer die jüngste Entscheidung der US-Notenbank zur Zinssenkung verarbeiteten.
Die Märkte sind sich weiterhin uneinig, ob die Fed bei ihrer nächsten Sitzung die Zinsen um 25 oder 50 Basispunkte senken wird.
Das CME FedWatch-Tool zeigte, dass die Märkte bis zum Jahresende eine Lockerung um 76 Basispunkte einpreisten.
Elias Haddad, leitender Marktstratege bei Brown Brothers Harriman, äußerte jedoch Vorsicht.
„Der Markt überschätzt die Fähigkeit der Fed zur Lockerung der Geldpolitik“, sagte Haddad.
Der nächste wichtige Datenpunkt wird der US-Bericht zu den Beschäftigtenzahlen außerhalb der Landwirtschaft sein, der am 4. Oktober fällig ist.
Bis dahin glaubt Haddad, dass eine gemäßigte Haltung der US-Notenbank und starke wirtschaftliche Fundamentaldaten die Marktstimmung aufrechterhalten und den Dollar weiter schwächen werden.
Dollar unter Druck, Ölpreise steigen leicht
Der US-Dollar blieb unter Druck, da sich die globale Risikostimmung verbesserte.
Der Dollarindex, der den Greenback gegenüber sechs anderen Leitwährungen abbildet, lag bei 100,95 und damit in der Nähe seines Einjahrestiefs von 100,21, das letzte Woche erreicht worden war.
Der japanische Yen blieb stabil bei 143,65 zum Dollar, während sich der Euro mit 1,11055 Dollar ebenfalls kaum veränderte.
Der Euro war am Montag um 0,5 Prozent gefallen, nachdem schwache Konjunkturdaten in der Eurozone die Erwartungen auf weitere Zinssenkungen durch die Europäische Zentralbank geweckt hatten.
Der australische Dollar sank um 0,15 Prozent auf 0,6828 Dollar, blieb aber in der Nähe seines Neunmonatshochs vom Montag.
Bei den Rohstoffen verzeichneten die Ölpreise im frühen Handel leichte Zuwächse. Die Brent-Rohöl-Futures stiegen um 0,26 Prozent auf 74,09 Dollar pro Barrel, und die US-Rohöl-Futures stiegen um 0,3 Prozent auf 70,60 Dollar.
Aufgrund von Sorgen über eine nachlassende Nachfrage und schwacher Konjunkturdaten aus Europa waren die Ölpreise am Montag gesunken, stabilisierten sich im weiteren Handelsverlauf jedoch wieder.
Asiatische Aktien erleben einen Aufschwung, da Chinas Konjunkturmaßnahmen Wirkung zeigen. Die Zukunft hängt jedoch weiterhin von den bevorstehenden Entscheidungen der Zentralbanken in Australien, Japan und den USA ab.
Der Druck auf den US-Dollar hält an, während die Anleger die allgemeineren Konjunkturaussichten analysieren.
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