Invezz

Ehemalige Goldman Sachs-Bankerin gründet Propelle, um geschlechtsspezifische Investitionslücke von 550 Milliarden Pfund zu schließen

Ehemalige Goldman Sachs-Bankerin gründet Propelle, um geschlechtsspezifische Investitionslücke von 550 Milliarden Pfund zu schließen
Wajeeh Khan
25. Sept. 2024, 17:33 PM
  • Ayesha Ofori hat am Mittwoch Propelle gestartet – eine auf Frauen ausgerichtete Investmentplattform.
  • Zuvor war sie sechs Jahre lang als Vermögensberaterin bei Goldman Sachs tätig.
  • Ofori hat sich bereits eine Finanzierung in Höhe von 1,2 Millionen Pfund gesichert, darunter etwa 100.000 US-Dollar von Google.

Ayesha Ofori, eine ehemalige Vermögensberaterin bei Goldman Sachs, unternimmt bedeutende Schritte, um die geschlechtsspezifische Investitionslücke im Vereinigten Königreich zu schließen, die derzeit bei sage und schreibe 567 Milliarden Pfund (759 Milliarden Dollar) liegt.

Am Mittwoch stellte sie Propelle vor, eine innovative App-basierte Investmentplattform, die speziell darauf ausgelegt ist, Frauen beim Investieren und Vermögensaufbau zu unterstützen.

Während Männer über eine Billion Pfund in Investitionen halten, sind es bei Frauen lediglich 450 Milliarden Pfund. Ofori möchte diese Lücke schließen und Frauen dabei helfen, ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

Propelle wird die Art und Weise, wie Frauen an Investitionen herangehen, revolutionieren, indem es Zugang zu einer vielfältigen Palette von Anlageoptionen bietet, darunter Fonds von renommierten Institutionen wie HSBC, Vanguard und BlackRock.

Bisher 1,2 Millionen Pfund an Fördermitteln

Für den Start ihres Startups hat sich Ofori bereits eine Finanzierung in Höhe von 1,2 Millionen Pfund gesichert, darunter etwa 100.000 Dollar von Google.

Zu den weiteren namhaften Investoren von Propelle zählen Stefan Bollinger, Vorstandsvorsitzender von Julius Bär, und Lucy Demery, Managing Director bei Barclays.

Bei Goldman Sachs verdiente sich Ofori das Vertrauen von Kunden, denen er über 500 Millionen Pfund ihres Vermögens anvertraut hatte, und erreichte den Meilenstein, zum geschäftsführenden Direktor befördert zu werden.

„Die Dinge liefen erstaunlich gut. Ich habe die Grenze von einer halben Milliarde erreicht – die Grenze, die man als Ziel vorgeben soll. Ich habe sie überschritten“, sagte sie in einem Interview mit CNBC.

Trotz ihres Erfolgs entschied sich Ofori, den Finanzgiganten zu verlassen. Sie gab an, dass es ihr zu eintönig geworden sei, reiche Männer noch reicher zu machen, und dass dies ihre Zielstrebigkeit verliere.

Herausforderungen für Frauen beim Vermögensaufbau

Die geschlechtsspezifische Investitionslücke ist nur ein Aspekt eines umfassenderen Problems, da Ofori die tatsächlichen Herausforderungen hervorhebt, denen sich Frauen beim Vermögensaufbau gegenübersehen.

Auch wenn Frauen im Durchschnitt länger leben als Männer, investieren sie deutlich weniger.

Darüber hinaus gelingt es digitalen Plattformen oft nicht, Investitionen auf eine Weise zu strukturieren, die für Frauen attraktiv oder zugänglich ist.

Laut Boring Money, einem in Großbritannien ansässigen Finanzforschungsunternehmen, ist die geschlechtsspezifische Investitionslücke in den zwölf Monaten bis Januar 2024 um weitere 54 Milliarden Pfund gewachsen.

Darüber hinaus stellen die geschlechtsspezifischen Lohn- und Rentenunterschiede in Großbritannien alarmierende Statistiken dar.

Aus einem Bericht des British Union Prospect geht hervor, dass der geschlechtsspezifische Lohnunterschied 14,9 % beträgt, während der geschlechtsspezifische Rentenunterschied mit 37,9 % im Jahr 2022 sogar noch ausgeprägter ist.

Propelle hat außerdem herausgefunden, dass in Großbritannien 3,3 Millionen weniger Frauen als Männer Investitionen halten, da viele Frauen das Liegenlassen von Geld auf einem Individual Savings Account (ISA) fälschlicherweise mit einer tatsächlichen Investition gleichsetzen.

Diese beunruhigenden Statistiken waren ausschlaggebend für Ayesha Ofori, ihre prestigeträchtige Position bei Goldman Sachs aufzugeben und sich der Aufgabe zu widmen, Frauen auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit zu unterstützen.

In ihrer Rede bei CNBC Make It sagte sie: „Ich möchte Frauen helfen, finanziell unabhängig zu werden.“ Damit unterstrich sie ihr Engagement, die geschlechtsspezifische Investitionslücke zu schließen und die Finanzlandschaft für Frauen in Großbritannien zu verändern.