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Die britischen Hauspreise stiegen im September um 3,2 % und verzeichneten damit das schnellste Jahreswachstum seit 2022

Die britischen Hauspreise stiegen im September um 3,2 % und verzeichneten damit das schnellste Jahreswachstum seit 2022
Diya Poddar
30. Sept. 2024, 11:41 AM
  • Der durchschnittliche Hauspreis in Großbritannien beträgt derzeit 266.094 £, was einer Steigerung von 0,7 % gegenüber dem Vormonat entspricht.
  • Nordirland führte das regionale Wachstum mit einem Anstieg der Immobilienpreise um 8,6 % im dritten Quartal 2024 an.
  • Nationwide, Halifax und HSBC bieten Hypotheken mit fünfjähriger Festzinslaufzeit unter 4 % an.

Die Immobilienpreise in Großbritannien verzeichneten die höchste jährliche Wachstumsrate seit fast zwei Jahren. Im September stiegen die Preise im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent.

Dieser Anstieg ist auf sinkende Kreditkosten und die zunehmende Erwartung zurückzuführen, dass die Bank of England die Zinsen weiter senken wird. Im August war das jährliche Wachstum noch bei 2,4 Prozent.

Der durchschnittliche Hauspreis in ganz Großbritannien erreichte im September 266.094 £, ein Anstieg von 0,7 % gegenüber dem Vormonat, obwohl die Preise immer noch 2 % unter den im Sommer 2022 verzeichneten Höchstwerten liegen.

Immobilienpreise steigen, während die Kreditkosten sinken

Der Anstieg der britischen Immobilienpreise im September ist auf eine Kombination aus sinkenden Kreditkosten und verbesserter Erschwinglichkeit zurückzuführen.

Robert Gardner, Chefökonom von Nationwide, stellte fest, dass das Einkommenswachstum in den letzten Monaten stärker war als der Anstieg der Häuserpreise, was die Erschwinglichkeit für potenzielle Käufer verbessert.

Er wies auch darauf hin, dass die Hypothekenzinsen leicht gesunken seien, was die Nachfrage nach Eigenheimen weiter anheize, obwohl die Aktivität und die Immobilienpreise noch immer unter dem historischen Durchschnitt lägen.

Die Daten von Nationwide zeigten, dass das Wachstum im September von 3,2 % den höchsten Jahresanstieg seit November 2022 darstellt.

Der durchschnittliche Hauspreis liegt derzeit bei 266.094 £, wobei die Preise im Vergleich zum Vormonat um 0,7 % gestiegen sind.

Zuvor war eine Phase der Zinssenkungen durch die Banken zu verzeichnen, da die Erwartung weiterer Zinssenkungen durch die Bank of England den Hypothekenmarkt weiterhin beeinflusst.

Nordirland mit 8,6 % Hauspreisanstieg führend

In Bezug auf das regionale Wachstum lag Nordirland im dritten Quartal 2024 mit einem Anstieg der Immobilienpreise um 8,6 % im Vergleich zum Vorjahr an der Spitze.

Auch in Schottland war ein starkes Wachstum zu verzeichnen; die Immobilienpreise stiegen um 4,3 Prozent, während in Wales der Anstieg mit 2,5 Prozent bescheidener ausfiel.

Insgesamt ist das Wachstum der Immobilienpreise im Norden Englands stärker als im Süden gestiegen. Im Norden stiegen die Preise im Jahresvergleich um 3,1 %, im Süden hingegen nur um 1,3 %.

Reihenhäuser verzeichneten im September mit einem jährlichen Anstieg von 3,5 Prozent die größten Preissteigerungen, während die Wohnungspreise um 2,7 Prozent stiegen.

Trotzdem verzeichneten Einfamilienhäuser langfristig das stärkste Wachstum: Die Durchschnittspreise stiegen seit dem ersten Quartal 2020 um fast 26 %, während es bei Wohnungen im gleichen Zeitraum einen Anstieg von 15 % gab.

Dies spiegelt den Trend des „Wettlaufs um Platz“ nach der Pandemie wider, bei dem die Nachfrage nach größeren Immobilien weiterhin hoch ist.

Kreditlimits werden ausgeweitet, da Kreditgeber günstigere Zinssätze anbieten

Parallel zum Anstieg der Immobilienpreise werden auch die Kreditgeber bei ihren Hypothekenprodukten entgegenkommender.

Nationwide, Halifax und HSBC bieten jetzt erstmals seit Anfang 2024 Hypotheken mit fünfjähriger Festzinslaufzeit zu unter 4 % an.

Dadurch haben sich für Erstkäufer neue Möglichkeiten ergeben, insbesondere durch die jüngste Entscheidung von Nationwide, Kredite in Höhe des sechsfachen jährlichen Haushaltseinkommens anzubieten, während Lloyds und Halifax ihre Kreditlimits auf das 5,5-fache des Einkommens erhöht haben.

Die Entscheidung der Bank of England, ihren Leitzins bei ihrer jüngsten Überprüfung bei 5 % zu belassen, hat dem Immobilienmarkt weiteren Schwung verliehen.

Die BoE hat angedeutet, dass die Zinsen zwar nach unten tendieren, weitere Senkungen jedoch von anhaltenden Belegen abhängen, dass sie niedrig bleiben. Da die Kreditkosten weiter sinken, dürften die Immobilienpreise weiter steigen.

Der nördliche Wohnungsmarkt übertrifft im Jahr 2024 das Wachstum der südlichen Regionen

Während die Immobilienpreise in ganz Großbritannien steigen, verzeichnet der Norden Englands eine besonders starke Entwicklung.

In den drei Monaten bis September 2024 stiegen die Immobilienpreise im Norden im Vergleich zum Vorjahr um 3,1 Prozent, im Süden hingegen nur um 1,3 Prozent.

Dieser Trend unterstreicht die größeren regionalen Unterschiede beim Wachstum der Immobilienpreise, wobei sich Nordirland und Schottland als Schlüsselregionen mit robuster Aktivität auf dem Immobilienmarkt herauskristallisieren.

Die Aussichten für den britischen Immobilienmarkt bleiben vorsichtig optimistisch, da sinkende Zinssätze die Erschwinglichkeit weiter verbessern dürften.

Zwar sind die Immobilienpreise im Vergleich zu ihren historischen Höchstständen noch immer niedrig, doch deuten aktuelle Daten auf eine allmähliche Erholung im Zuge besserer Kreditbedingungen hin.