Europäische Aktien erleben schwierigen Wochenstart: Stellantis verliert 14 %, Rightmove verliert 8,7 %

Europäische Aktien erleben schwierigen Wochenstart: Stellantis verliert 14 %, Rightmove verliert 8,7 %
Noris Soto
30. Sept. 2024, 20:46 PM
  • Die meisten Sektoren und großen Börsen wurden schwer getroffen. Die Automobilaktien verzeichneten mit einem Minus von 3,7 Prozent den stärksten Rückgang.
  • Die Aktien von Stellantis stürzen nach der Senkung der Prognose für 2024 um 14 % ab, was sich auf Renault und Porsche auswirkt.
  • Rightmove fällt um 8,7 %, da die REA Group ihr Übernahmeangebot zurückzieht.

Am Montag war der paneuropäische Stoxx 600-Index um rund 0,75 Prozent gefallen und stellte damit ein herausforderndes Umfeld für Anleger dar.

Die meisten Sektoren und großen Börsen wurden schwer getroffen. Die Automobilaktien verzeichneten mit einem Minus von 3,7 Prozent den stärksten Rückgang.

Besonders bemerkenswert war der Kursrückgang der Aktien von Stellantis, dem Automobilkonzern hinter Marken wie Dodge, um 14 Prozent.

Ursache für diesen starken Rückgang war die Entscheidung des Unternehmens, seine Jahresprognose für 2024 zu senken. Als Grund nannte es eine sich verschlechternde „globale Branchendynamik“ und verstärkte Konkurrenz durch chinesische Konkurrenten.

Diese Aussage löste einen Welleneffekt in der gesamten Automobilindustrie aus und hatte Rückgänge bei anderen Unternehmen zur Folge, beispielsweise beim französischen Renault, dessen Kurse um etwa 4,7 Prozent sanken.

Auch andere deutsche Hersteller meldeten Verluste: Porsche verlor 4,4 Prozent und Volkswagen rund 2,3 Prozent.

Rightmove leidet unter gescheitertem Übernahmeangebot

Die Aktien von Rightmove fielen auf dem britischen Markt um 8,7 %, nachdem Rupert Murdochs australische Immobilienfirma REA Group angekündigt hatte, dass sie die Übernahme des größten Immobilienportals des Landes nicht weiter verfolgen werde.

Rightmove hatte zuvor das vierte Übernahmeangebot der REA Group mit der Begründung abgelehnt, es unterbewerte das Unternehmen.

Diese Nachricht verschärfte die Turbulenzen am britischen Aktienmarkt und führte zu einem allgemeinen Rückgang der europäischen Aktien.

Gemischte Reaktionen auf positive Daten aus China

Die schwache Entwicklung auf den europäischen Märkten folgt auf einen jüngsten Anstieg, bei dem der Stoxx 600 einen neuen Höchststand erreichte. Dieser Anstieg wurde vor allem durch die Ankündigung chinesischer Konjunkturmaßnahmen zur Wiederbelebung der chinesischen Wirtschaft befeuert.

Die Anleger im Asien-Pazifik-Raum reagierten jedoch mit gemischten Gefühlen.

Die Aktienkurse auf dem chinesischen Festland stiegen um mehr als 8 %, während der japanische Nikkei 225 um fast 5 % fiel, da die Anleger wichtige Wirtschaftsdaten aufnahmen.

Der offizielle Einkaufsmanagerindex für China lag im September bei 49,8 und war damit etwas höher als erwartet, deutet aber dennoch auf den sechsten Monat in Folge einer Kontraktion im verarbeitenden Gewerbe hin.

Unterdessen deuten Zahlen aus Japan darauf hin, dass die Industrieproduktion im August im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,9 Prozent zurückgegangen ist. Dies stellt eine deutliche Kehrtwende gegenüber den moderaten 0,4 Prozent im Vormonat dar.

Abschwächung der Inflation in Deutschland

Auf europäischer Ebene zeigten vorläufige Daten, dass die harmonisierte Inflationsrate in Deutschland im September von 2% im August auf 1,8% fiel.

Dies war besser als die erwarteten 1,9 % und deutet auf eine mögliche Abschwächung des Inflationsdrucks hin, der die Marktstimmung in den kommenden Wochen prägen könnte.

Mit Beginn der letzten Handelssitzung im September ist auf den europäischen Märkten weiterhin eine vorsichtige Stimmung zu beobachten, wobei verschiedene externe Faktoren den weiteren Verlauf maßgeblich beeinflussen.

In ihrem Streben nach Stabilität und Erholung beobachten die Anleger sowohl die Entwicklungen im Inland als auch die internationalen Konjunktursignale aufmerksam.

Britische Immobilienpreise verzeichnen stärksten Anstieg seit zwei Jahren

In Großbritannien verzeichneten die Immobilienpreise laut einem Bericht des Hypothekenbankers Nationwide im September ihren stärksten Anstieg seit zwei Jahren und stiegen um 3,2 Prozent.

Dies war ein Anstieg gegenüber 2,4 % im August und stellte die höchste Rate seit November 2022 dar, obwohl Ökonomen nur einen Anstieg von 2,7 % erwartet hatten. Andererseits verzeichnete die britische Wirtschaft im zweiten Quartal ein langsameres Wachstum als erwartet.

Schätzungen zufolge ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent gewachsen. Damit wurde die frühere Schätzung von 0,6 Prozent nach unten korrigiert, was den Vorhersagen der Ökonomen widerspricht, wonach sich die Zahl bei 0,6 Prozent bestätigen würde.