Lim Oon Kuin stimmt einem Vergleich über 3,59 Milliarden Dollar mit HSBC und Liquidatoren zu

Lim Oon Kuin stimmt einem Vergleich über 3,59 Milliarden Dollar mit HSBC und Liquidatoren zu
Harsh Vardhan
30. Sept. 2024, 06:47 AM
  • Gericht in Singapur genehmigt Vergleich mit Lim Oon Kuin in Höhe von 3,59 Milliarden US-Dollar.
  • Durch die Einigung werden die Zivilklagen nach dem Zusammenbruch von Hin Leong im Jahr 2020 beigelegt.
  • Lim muss noch mit einer Verurteilung wegen Betrugs und Urkundenfälschung rechnen.

Das Oberste Gericht Singapurs hat grünes Licht für einen Vergleich gegeben, in dessen Rahmen der ehemalige Ölmagnat Lim Oon Kuin und seine Familie 3,59 Milliarden Dollar an die Liquidatoren seines inzwischen aufgelösten Unternehmens Hin Leong Trading Pte sowie an den Gläubiger HSBC Holdings Plc zahlen müssen.

Mit dieser Einigung wird ein mehrjähriger Zivilprozess beendet, der auf den Zusammenbruch von Lims Ölhandelsunternehmen im Jahr 2020 folgte.

Lim und seine Familie gaben im Rahmen der Einigung keinerlei Haftung zu.

Vereinbarung deckt Zinsen und Rechtskosten ab

Der Vergleich, der Zinsen und Rechtskosten umfasst, wurde am Montag in einem einvernehmlichen Urteil abgeschlossen.

HSBC, deren Risiko durch den Hin-Leong-Zusammenbruch auf schätzungsweise 600 Millionen Dollar geschätzt wurde, wird neben anderen Gläubigern von der Einigung profitieren.

Der Niedergang von Hin Leong, der mit erheblichen Handelsverlusten und fragwürdigem Finanzmanagement einherging, hatte Auswirkungen auf die gesamte Öl- und Schifffahrtsbranche Singapurs.

Auf seinem Höhepunkt gehörte das Unternehmen zu den größten unabhängigen Ölhändlern des Landes und sein Geschäftsfeld umfasste die Lagerung und Bunkerung von Öl.

Die Einigung markiert ein wichtiges Kapitel in den Gerichtsverfahren, die auf den Zusammenbruch folgten. Trotz dieser Einigung sind Lims rechtliche Herausforderungen noch lange nicht vorbei.

Gegen Lim Oon Kuin wird eine Strafanzeige gestellt

Obwohl Lim diese zivilrechtliche Einigung erzielt hat, wartet er noch immer auf die Urteilsverkündung in einem separaten Strafverfahren.

Ihm werden Betrug und Urkundenfälschung vorgeworfen. Im Zusammenhang damit steht der Vorwurf, er habe die Finanzunterlagen von Hin Leong manipuliert, um Verluste zu vertuschen und sich Finanzierungen zu verschaffen.

Das Gericht hat noch keinen Termin für die Urteilsverkündung in diesen Anklagepunkten festgelegt, seine Rechtsstreitigkeiten dauern also noch an.

Lims Karriere erlitt einen schweren Schlag, als sein Unternehmen, das er seit 1973 von Grund auf aufgebaut hatte, 2020 zusammenbrach.

Einst war er ein Titan im Ölhandelssektor Singapurs, doch sein Ruf war schwer beschädigt, als Hin Leongs Niedergang die aggressiven Handelsstrategien und fragwürdigen Bilanzierungspraktiken ans Licht brachte, die zum Niedergang des Unternehmens beitrugen.

Globale Bemühungen zum Einfrieren und Wiedererlangen von Vermögenswerten

Im Mai 2021 ordnete das Oberste Gericht Singapurs die Einfrierung von bis zu 3,5 Milliarden Dollar an Vermögenswerten an, die Lim und seiner Familie weltweit gehörten.

Ziel dieses Schrittes war es, das Vermögen der Gläubiger zu sichern, während die Liquidatoren daran arbeiteten, die Gelder zurückzuerhalten.

Seitdem haben die Lims durch den Verkauf von Immobilien und Geschäftsanteilen Geld aufgebracht, um die Einigung zu finanzieren.

Zwar sind die Zivilklagen inzwischen beigelegt, doch der Schaden für Lims Ruf als Händler ist unbestreitbar.

Sein einstmals beherrschendes Ölimperium brach unter der Last der finanziellen Verluste zusammen. Die Gläubiger mussten sich verzweifelt um eine Rückzahlung bemühen und der Ruf des einstmals bedeutenden Akteurs in der singapurischen Wirtschaft wurde beschädigt.