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Was ist der Grund für den starken Anstieg der chinesischen Immobilienaktien?

Was ist der Grund für den starken Anstieg der chinesischen Immobilienaktien?
Diya Poddar
30. Sept. 2024, 11:10 AM
  • Die Aktien von Longfor Group Holdings, Hang Lung Properties und China Resources Land stiegen um 19,1 %, 10,95 % und 3,58 %.
  • Die People‘s Bank of China senkte die Hypothekenzinsen um 0,5 Prozent und kürzte die Anzahlung für Zweitwohnungen auf 15 Prozent.
  • Nur 4 % der für 2024 vorab verkauften Immobilien wurden fertiggestellt, was sich möglicherweise auf das Vertrauen der Käufer auswirkt.

Die Aktien chinesischer Immobilienentwickler stiegen am Montag sprunghaft an, nachdem in den großen Städten des chinesischen Festlands erhebliche Lockerungsmaßnahmen eingeführt worden waren.

Die Maßnahmen, die die Stimmung unter den Eigenheimkäufern ankurbeln sollen, erfolgen, nachdem die Zentralbank eine Reihe von Konjunkturmaßnahmen umgesetzt hatte, die auf die Stabilisierung des schwächelnden Immobiliensektors des Landes abzielen.

Die Stadt Guangzhou gab am Sonntag bekannt, dass sie mit Wirkung vom Montag sämtliche Beschränkungen für den Eigenheimkauf aufheben werde.

Zu diesen Beschränkungen gehörten bisher die Anforderungen, dass Migrantenfamilien mindestens sechs Monate lang Steuern oder Sozialversicherungsbeiträge zahlen mussten, bevor sie Eigentum erwerben konnten.

Die Änderungen ermöglichen diesen Familien nun den Kauf von bis zu zwei Eigenheimen ohne weitere Voraussetzungen.

Shanghai verkürzte die erforderliche Steuerzahlungsdauer für den Kauf von Eigenheimen von drei auf ein Jahr.

Die Anzahlung für das erste Eigenheim wurde auf rund 15 % gesenkt, während für Zweitwohnungen nun eine Anzahlung von 25 % erforderlich ist. Dies stellt eine erhebliche Reduzierung gegenüber den früheren Anforderungen dar.

Auch Shenzhen lockerte seine Beschränkungen und erlaubte Familien unter bestimmten Bedingungen den Erwerb zusätzlicher Häuser.

Infolge dieser Lockerungsmaßnahmen stieg der Hang Seng Mainland Properties Index während der Handelssitzung am Montag um 8,36 Prozent und baute damit die Zuwächse der Vorwoche von über 30 Prozent aus.

Entwickler wie Longfor Group Holdings und China Vanke verzeichneten erhebliche Zuwächse, nämlich einen Anstieg um 19,1 % bzw. 12,89 %.

Der CSI 300-Index auf dem chinesischen Festland stieg um 6 %, während der CSI 300 Real Estate Index um über 7 % zulegte.

Immobilienmarkt zeigt Anzeichen einer Stabilisierung

Die Lockerungsmaßnahmen dürften den Immobilienverkäufen in Topstädten wie Peking, Shanghai und Guangzhou zugute kommen.

Allen Feng, Associate Director bei der Rhodium Group, weist darauf hin, dass diese Maßnahmen zwar die Immobilienverkäufe in diesen Städten ankurbeln könnten, die Auswirkungen in kleineren Städten mit höheren Lagerbeständen jedoch geringer ausfallen könnten.

Gary Ng, APAC-Ökonom bei Natixis, glaubt, dass die Auswirkungen in kleineren Städten eher zu einer Stabilisierung als zu einer deutlichen Erholung führen werden.

Die jüngsten politischen Änderungen folgen der Anweisung der Zentralregierung, den Niedergang des Immobilienmarktes zu stoppen.

Die Behörden forderten eine „stabilisierende Erholung“ des Sektors, eines entscheidenden Teils der chinesischen Wirtschaft, der zuvor für mehr als ein Viertel des BIP verantwortlich war.

Zentralbank senkt Hypothekenzinsen

Neben der Lockerung der Kaufbeschränkungen senkte die People's Bank of China die Zinssätze für bestehende Privathypotheken um durchschnittlich 0,5 Prozentpunkte. Außerdem wurde die durchschnittliche Anzahlung für den Kauf eines Zweitwohnsitzes von 25 auf 15 Prozent gesenkt.

Diese Maßnahmen erfolgen vor dem Hintergrund der anhaltenden Flaute im Immobiliensektor, in dem Chinas politische Entscheidungsträger weiterhin versuchen, private Haushalte zu unterstützen und den finanziellen Druck zu verringern.

Trotz der Bemühungen der Regierung führten frühere politische Veränderungen nicht zu einer spürbaren Erholung.

Erica Tay, Leiterin der Makroforschung der Maybank Investment Banking Group, weist darauf hin, dass die Regierung möglicherweise die Fertigstellung ins Stocken geratener Bauprojekte beschleunigen müsse, um das Vertrauen potenzieller Eigenheimkäufer wiederherzustellen.

Langfristige Maßnahmen zur Steigerung der Eigenheimnachfrage erforderlich

Die neuen Maßnahmen dürften die Nachfrage vorübergehend ankurbeln, doch um den Markt vollständig zu stabilisieren, sind längerfristige Anstrengungen erforderlich.

Laut den Analysten von Nomura ist die rasche Umsetzung steuerpolitischer Maßnahmen für die Erholung des Sektors von entscheidender Bedeutung.

Sie meinen, dass diese Maßnahmen, wenn sie rechtzeitig eingeführt würden, den Binnenkonsum ankurbeln und dem Immobiliensektor positiven Rückenwind verschaffen könnten.

Ng von Natixis ist davon überzeugt, dass die Nachfrage zwar bald ihren Tiefpunkt erreichen wird, es aber substanziellerer Maßnahmen bedarf, um eine deutliche Erholung des gesamten Immobilienmarktes zu erreichen.

In der Zwischenzeit dürfte sich der Rückgang beim Hypothekendarlehenswachstum, wenn auch langsam, zum Stillstand bringen.