KI-Chiphersteller Cerebras Systems beantragt Börsengang, um Nvidia herauszufordern, und verzeichnet dreifachen Umsatzsprung

KI-Chiphersteller Cerebras Systems beantragt Börsengang, um Nvidia herauszufordern, und verzeichnet dreifachen Umsatzsprung
Deepali Singh
01. Okt. 2024, 08:04 AM
  • Der KI-Chiphersteller beantragt Börsengang in den USA und wird unter dem Symbol „CBRS“ gehandelt.
  • Die wichtige Partnerschaft mit dem in den VAE ansässigen Unternehmen G42 trägt 83 % zum Umsatz des Unternehmens im Jahr 2023 bei.
  • Börsengang unter der Leitung von Citigroup und Barclays, da Cerebras eine Expansion auf dem wettbewerbsintensiven Markt für KI-Chips anstrebt.

Das KI-Chip-Startup Cerebras Systems hat einen Börsengang (IPO) beantragt und damit seine Ambitionen signalisiert, mit dem Branchenriesen Nvidia zu konkurrieren.

Cerebras Systems meldete für das Jahr 2023 eine mehr als Verdreifachung seines Jahresumsatzes, wie der KI-Chiphersteller am Montag in seinem Antrag auf einen Börsengang in den USA bekannt gab.

Einem am Montag eingereichten Prospekt zufolge plant Cerebras eine Notierung an der Nasdaq unter dem Tickersymbol „CBRS“.

Cerebras positioniert sich als starker Konkurrent im hart umkämpften KI-Chip-Sektor, der weitgehend von den Grafikprozessoren (GPUs) von Nvidia dominiert wird.

Das Unternehmen behauptet, dass sein WSE-3-Chip der dritten Generation Nvidias beliebten H100 in Bezug auf Kerne, Speicher und physische Größe übertrifft. Neben dem Verkauf von Chips bietet Cerebras auch Cloud-basierte Dienste an, die von seinen eigenen Computerclustern betrieben werden.

Finanzielle Leistung und Herausforderungen

Die Finanzergebnisse des Unternehmens offenbaren sowohl Potenzial als auch Herausforderungen. Cerebras meldete in den ersten sechs Monaten des Jahres 2024 einen Nettoverlust von 66,6 Millionen Dollar bei einem Umsatz von 136,4 Millionen Dollar.

Dies ist eine Verbesserung im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2023, in dem das Unternehmen einen Nettoverlust von 77,8 Millionen US-Dollar und einen Umsatz von nur 8,7 Millionen US-Dollar verzeichnete.

Für das Gesamtjahr 2023 verzeichnete Cerebras einen Nettoverlust von 127,2 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 78,7 Millionen US-Dollar.

Im zweiten Quartal 2024 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 50,9 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 69,8 Millionen US-Dollar – im Vergleich zu einem Verlust von 26,2 Millionen US-Dollar und einem Umsatz von 5,7 Millionen US-Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Cerebras führt die steigenden Betriebsausgaben auf höhere Personalkosten zurück, die zur Deckung des wachsenden Umsatzes erforderlich sind.

Allerdings ist das Unternehmen nach wie vor nicht profitabel, und seine Skalierbarkeit bei gleichzeitiger Kostenkontrolle wird für die Anleger ein zentrales Anliegen sein.

Wettbewerbslandschaft und strategische Partner

Auf dem Markt für KI-Chips herrscht ein harter Wettbewerb, da Cloud-Anbieter wie Amazon, Google und Microsoft ihre eigenen KI-Chips entwickeln.

Cerebras identifiziert außerdem AMD, Intel, Microsoft und Google als Konkurrenten, neben einer Reihe privater Unternehmen, die kundenspezifische KI-Chips entwickeln.

Cerebras unterhält eine wichtige Beziehung zu Group 42 (G42), einem in den VAE ansässigen KI-Unternehmen, das im Jahr 2023 83 % seines Umsatzes ausmachte.

Im Mai 2024 verpflichtete sich G42, bis März 2025 Cerebras-Produkte im Wert von 1,43 Milliarden US-Dollar zu kaufen und festigte damit seine Rolle als wichtiger Partner.

Lieferkettenrisiken und wichtige Investoren

Cerebras stellt seine Chips über die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) her.

Das Unternehmen hat potenzielle Investoren gewarnt, dass etwaige Unterbrechungen der Lieferkette erhebliche Auswirkungen auf die Produktion haben könnten.

Cerebras wurde 2016 gegründet und hat seinen Sitz in Sunnyvale, Kalifornien. Die Leitung übernimmt Andrew Feldman, Mitbegründer und CEO, der bereits 2012 das Server-Startup SeaMicro für 355 Millionen Dollar an AMD verkaufte.

Cerebras wurde in einer Finanzierungsrunde im Jahr 2021 mit über 4 Milliarden US-Dollar bewertet.

Zu den Hauptinvestoren zählen Foundation Capital, Benchmark, Eclipse Ventures, Alpha Wave und Coatue. Auch bekannte Unterstützer wie OpenAI-CEO Sam Altman und Sun Microsystems-Mitbegründer Andy Bechtolsheim haben investiert.

Feldman ist nach wie vor der einzige Einzelunternehmer, der mehr als 5 % des Unternehmens besitzt.